Kein Heimplatz für alte Ausländer

20. Februar 2012, 21:28
5 Postings

Salzburg schafft Anlaufstelle bei Diskriminierungen

Salzburg - Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, können sich ab April in der Stadt Salzburg an eine Antidiskriminierungsstelle wenden. Die Erstanlaufstelle soll als Clearingstelle fungieren und Beratungen anbieten. Gleichzeitig existieren in Salzburg diskriminierende Seniorenheimrichtlinien, die Drittstaatsangehörigen nur dann einen Platz in einem städtischen Seniorenheim ermöglichen, wenn sie einen berücksichtigungswürdigen Grund vorlegen.

"Diese Stelle zu schaffen und nichts gegen die diskriminierende Richtlinie zu unternehmen, ist absurd", kritisiert Bürgerlisten-Gemeinderätin Ingeborg Haller. Mitbürger, die seit Jahrzehnten in der Stadt leben, werden so zu "Bittstellern", die nur ausnahmsweise einen Platz bekommen.

Diese Ausnahmen seien aber die Regel, sagt Vizebürgermeister Martin Panosch (SPÖ). Jeder Antrag eines Drittstaatsangehörigen sei in den letzten Jahren angenommen worden. Die Richtlinie hätte es Drittstaatsangehörigen sogar erleichtert einen Platz im Seniorenheim zu bekommen, da vorher keine Ausnahmen möglich waren. Trotzdem sei es für Panosch überlegenswert, die Richtlinie zu überarbeiten. (Stefanie Ruep, DER STANDARD-Printausgabe, 21.2.2012)

Share if you care.