Strafen für Schulschwänzer: Danebengegriffen

Kommentar | Petra Stuiber, 20. Februar 2012, 19:13

Am eigentlichen Problem, dass hier eine "No Future"-Generation heranwächst, ändert Kurz' Vorschlag gar nichts

Sebastian Kurz ist fraglos eines der größten politischen Nachwuchstalente, das die ÖVP derzeit vorzuweisen hat. Besonders groß ist die Konkurrenz zwar nicht, aber es ist anzuerkennen, wie der junge Profi-Politiker bisher das Amt des Integrationsstaatssekretärs anlegte: Er arbeitete sich mit Fleiß ein, hörte zu und stellte die richtigen Fragen. Auf diese Weise erarbeitete sich Kurz langsam das Vertrauen der Migranten-Community, die seit Jahrzehnten jeden Anlass zu größtem Misstrauen gegenüber der österreichischen Politik und Politikern hat.

Mit seinem jüngsten Vorschlag hat sich Kurz aber gleich wieder einiges verdorben. Die flapsig und berechnend in der Kronen Zeitung lancierte Idee, notorische Schulverweigerer und deren Eltern mit saftigen Geldstrafen zu belegen, wird nicht nur vom Koalitionspartner, sondern auch von Experten als nicht zielführend kritisiert. Denn am eigentlichen Problem, dass hier eine "No Future"-Generation heranwächst, ändert das gar nichts. Das weiß Kurz genau, trotzdem konnte er der Versuchung nicht widerstehen, vorzeitig ein paar billige Wahlkampfpunkte zu machen. Entweder hat der Staatssekretär doch noch nicht durchschaut, wie groß und komplex die Probleme derer sind, die sich in der dritten Generation in diesem Land noch immer nicht erwünscht und angekommen fühlen. Oder ihm geht es nur um "Image" - dann hat er, im Lichte seiner bisherigen Profilschärfung, gründlich danebengegriffen.

 

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11
21.2.2012, 16:33
kurz ist nur konsequent

die SPÖ will, dass die studiengebühren abgeschafft werden (und somit auch nicht-akademiker dafür aufkommen)
die ÖVP, schon lange etwas unrund beim gedanken, eine umverteilung nach oben zu blockieren, hat nun endlich ein vergleichbares rezept gefunden: lassen wir die schulen doch von den schulabbrechern finanzieren!

mir persönlich geht der vorschlag ja nicht weit genug, ich würde die strafen noch zweckgebunden für die finanzierung von eliteschulen einheben.

Fred Wirtschaftsflüchtling
15
21.2.2012, 15:28
Strafen oder Entfall der Beihilfen oder was auch immer ist OK

Man darf den Kindern und Jugendlichen nicht den Eindruck vermitteln, dass die Gesellschaft für deren Unterhalt aufkommt. Der Sozialstaat bringt massive Nachteile mit sich. Er verblödet die Menschen und macht sie lebensuntüchtig.

wurm83
 
31
21.2.2012, 16:22
ich fiden das sehr gegenteilig, für mich ist es selbstverständlich, dass die gesellschaft für den unterhalt von kindern und jugendlichen aufkommt...

oder wie sehen sie das? wenn einem kind die eltern wegsterben oder die eltern einfach zu doof sind, dann hat das kindh alt pech gehabt und muss sich mit 8 einen job suchen????

aber hallo wasn das für eine einstellung?

genau so ist es bei der schulpflicht, wenn das kind diese nicht ernst nimmt, dann ist das natürlich eine erzieherische verfehlung der eltern, dafür können sie doch kein kind bestrafen...

und dann nehmen wir folgenden fall eine famile 6 kinder, 5 davon brav eines irgendeine psychische störung und geht einfach nicht in die schule...

und was machen sie? mit der polizei hinbringen..ok er geht einfach wieder...niemand kann ihn festhalten...
--> 24/7 überwachung?

und dafür sollen dann die anderen 5 kinder leiden?

keep cool1
 
22
21.2.2012, 15:12
Einmischung ist hier nicht danebengegriffen - sondern notwendig!

Der Ö Staat investiert sehr viel Steuergeld in die Bildung. Im internationalen Vergleich/pro Schüler sind wir Spitzenreiter, wenn auch nicht puncto Qualität/Effizienz.
Schulschwänzer/Schulabbrecher aus den PFLICHT-Schulen haben großteils Emigration-Hintergrund. Dort kennt man zwar meist seine Rechte, kümmert sich im häufig autoritären Familien-Umfeld oft wenig um Pflichten.
Ob Bildungspflicht von der Familie unterstützt oder ignoriert wird - ist entscheidend für die Zukunft der Kinder.
Um künftig No-Future-Generationen zu verhindern, muss hier die Schule rechtzeitig mit Verwarnungen, Eltern-Vorladungen und Gesprächen reagieren, notfalls mit spürbaren Geldstrafen. Warum soll hier Integrations-Staatssekretär Kurz nicht initiativ werden?

wurm83
 
11
21.2.2012, 16:26
nur um das zu präzisieren, sie denken dass über 50% aller schulabbrecher und schulschwänzer migratoinshintergrund haben

den "großteils" ist zumindest über 50% obwohl ich das schon entgegenkommend bin...persönlich ist für mich "großteils" eher 70%...

ich bitte um beleg für diese zahlen, sonst ist das natürlich als typisch ausländerfeindliche hetze "like FPÖ asywerberrechnung" zu betrachten

Floaschkas
04
21.2.2012, 14:27
""No Future"-Generation heranwächst, ändert Kurz' Vorschlag gar nichts." Nein, wirklich nicht: Kurz selbst ist die No-Future-Generation!

Ein Menschen- und Gesellschaftsbild, wie man es einem intelligenten Menschen seiner Generation gar nicht zugetraut hätte - dieselben Worte aus dem Mund seines Vaters oder Großvaters vor 30 oder 50 Jahren, wären DAMALS für einen TEIL der Bevölkerung noch überlegenswert gewesen.

Heute: Weder von Schulverweigerung, noch vom Bildungssystem, noch von der gesellschaftlichen Funktion von Grundbildung hat Kurz irgendwelche Ahnung!

Man könnte ihm unterstellen, er will, dass es noch mehr mangels Grundschulbildung verelendete Menschen geben soll - denn das wäre der Effekt, wenn man sich an seinem Vorschlag orientieren würde.

Badwordsfilter
09
21.2.2012, 13:59

strafen für schuleschwänzen - wenn das die lang ersehnte bildungsreform ist, dann pfiat mi god.

donaquijote
12
21.2.2012, 13:12
integrationsagenden haben im innenministerium nichts verloren.

man sollte die sogenannten "schulschwänzer" zuerst selbst befragen, warum sie schule schwänzen oder warum sie in der schulbildung keine chance für sich sehen.

da hört man's dann schon, warum das so ist. und es ist oft nicht nur ein grund - wie auch bei ösi-schulschwänzern - und vor allem fast nie, weil die eltern die kinder nicht in die schule schicken. das war gestern.

ich würde eine verpflichtende sozialmaßnahme, z.b. ein verpflichtendes gespräch mit wem auch immer - dem schulintegrationsbeauftragten der bundesländer und daran anschließende hilfestellungen für wesentlich zielführender erachten.
würde auch die lehrer entlasten, die sich immer wieder sehr engagieren.

Ceci n'est pas un Troll !
05
21.2.2012, 14:09
Ja genau. Ich würde auch 13-jährige Kinder fragen,...

...warum sie Schulschwänzen und in der Lugner City pubertieren und Spaß haben, anstatt in der Schule zu sitzen. Das wäre ungeheuer intelligent.

Und jetzt bitte zurück auf die Erde!
Kinder schwänzen Schule, weil ihnen das Spaß macht, während die Schule bisweilen auch mühsam ist. Nur schwänzen Kinder nur selten, weil das die Eltern erfahren, und üblicherweise sicherstellen, dass das nicht passiert.
Außer, es ist den Eltern einfach wurscht, weil sie Bildung für unnötig halten.
Das war nie anders und wird auch nicht anders sein.

Was sich aber geändert hat, ist die Anzahl von Eltern, die sich weigern, sich mit den LehrerInnen zu unterhalten und die Bildung für Familienehren-irrelevant halten.

systemfehler1
53
21.2.2012, 12:54
Es ist eine Schaiß-Idee.

Punkt.
Mit Strafen, Verboten und Zwängen wurde noch selten bis nie etwas verbessert.
Klar, wenn der gesammelte Fan-Club des herrn Kurz hier miese Laune verbreitet und sich im gegenseitigen Stricherl verteilen und auf die Schulter Klopfen bereits hyperventilierend dem nächsten Schritt zuwendet, nämlich der Wiedereinführung des Karzers und der Prügelstrafe, klar verfälscht das das Bild in dieswem Qualitätsmedium, hat aber deswegen nix mit der Wirklichkeit zu tun.
Es ist eine Schande, was hier an "law and order" Beiträgen zu lesen ist. Was die Gscheiterl alles wissen, dass es z.B, gut ist, die eltern zu bestrafen.
Himmel, ich leb´in einem wunderschönen Land mit extrem vielen Gestörten und dilettierenden Klugschaißern.
Amen.
Ich halt´s aus.

stefan1981
13
21.2.2012, 12:50

man hätte darauf wetten können, dass im standard gegen die bestrafung der schulschwänzer angeschrieben wird.

Hlsebastian
48
21.2.2012, 12:45
Da zeigt sich wieder die ermüdende linke "Pädagogik",

die den Begriff "Eigenverantwortung" nicht einmal buchstabieren kann.

Es ist doch die Frage, wieso Eltern staatliche Transferzahlungen bekommen. Einfache Antwort: es wird ihnen damit die Erziehungsleistung abgegolten. Es ist daher nur logisch, im Fall, dass diese Erziehungsleistung nicht erbracht wurde, diese staatlichen Leistungen einzufrieren bzw. diese Nichterbringung der geforderten Leistung finanziell zu bestrafen.

Und außerdem: einem 16-Jährigen das Wählen zu erlauben und gleichzeitig die Entscheidung eines 16-Jährigen, dass er offensichtlich ohne weitere Schulbildung im Leben auskommen will, nicht zu respektieren, passt irgendwie nicht zusammen.

Floaschkas
02
21.2.2012, 14:30
Na, hüpfen Sie uns das mal vor "Erziehungsleistung"! -

Denken Sie doch mal nach, worüber Sie hier schreiben.

Hetzen macht ihnen mehr Spaß, als Nachdenken - aber den Schulverweigerern verübeln sie genau ebendasselbe!

viridisdens
01
21.2.2012, 13:27
das ist die sicht der süßen (spieß)bürgerlichen logik

schon mal darüber nachgedacht, dass es eine welt gibt, in der nicht der papa geld heimbringt und die mutti zu hause auf die sprösslinge wartet, sondern wo beide volle kanne arbeiten müssen, um einfach nur zu überleben!

vielleicht gehen sie mal ein wenig raus aus ihrem häuschen mit garten!

donaquijote
10
21.2.2012, 13:21

wollten sie jetzt ein statement gegen das wählen mit 16 abgeben?

oder wollten sie sich eher die frage stellen, warum jugendliche bis 16 in migrantenfamilien dem druck von schule, elternhaus, gesellschaft gerne durch schulschwänzen zu entkommen suchen.

viele von ihnen wären auch mit sechzehn noch nicht wahlberechtigt.

Ceci n'est pas un Troll !
23
21.2.2012, 14:12
Wiedermal das klassische Opfer-Bild.

Sind ja sooo arm und deshalb kann man unmöglich verlangen, das gratis Bildungsangebot anzunehmen.
Schuld sind die bösen Österreicher, der böse Staat und der böse Kapitalismus.
Wirklich ganz arm, diese Transfer-Kassierer.

Cyberroland
15
21.2.2012, 12:44
Grundsätzlich guter Zugang

Im Kern ist die Idee eine gute - ohne finanziellen Druck sind bestimmte Kreise nicht dazu zu bewegen, dem Gesetz nachzukommen (SchulPFLICHT!!). Dass es sich bei diesen Kreisen überwiegend um Migranten mit islamischem Hintergrund handelt ist evident, wird aber aus Gründen der (zumeist kontraproduktiven) "Political Correctness" kaum so ausgesprochen. Im Sinne des Leistungsgedankens wäre eine Lösung ähnlich jener bei den Studierenden (Familienbeihilfe ist an genau definierte Paramater geknüpft) durchaus sinnvoll. Was mir nicht gefällt ist in diesem Zusammenhang der Begriff "Schulschwänzen" - es ist ein UNterschied, ob ein 16jähriger hie und da einmal lieber Billardspielen geht statt Schule, oder ob Eltern ihre Kinder systematisch schädigen.

The mean green
04
21.2.2012, 12:32
Fr. Stuiber hat Recht, weil

1) Ö ein freies Land ist; hier kann jeder tun was er/sie will.

2) der Staat sich Millionen für den Schulausbau erspart. Das Problem überfüllter Klassen löst sich von selbst.

3) diejenigen ungestört unterrichtet werden können, die den Verweigerern später die Mindestsicherung und die Gefängniskosten zahlen.

Typischer Fall von win/win/win Situation.

frauauswien
27
21.2.2012, 12:29
danebengegriffen? wieso?!

ich war überhaupt kein fan von kurz, aber das ist der erste vernünftige vorschlag den er bringt, wiewohl ich den schulbesuch eher an den bezug der fbh koppeln würde.

Herbert Reinsch
10
21.2.2012, 12:28

keine bildung bedeutet auch keine chance auf einen gut bezahlten job.
aber es gibt ja die mindestsicherung, also was soll´s?
und nebenbei ein bisserl einbrechen gehen, oder ein paar kleine raubüberfälle, dann kommt man schon über die runden...

Phil Stein
27
21.2.2012, 12:06
Völlig richtig von Herrn Kurz!

Es darf ned sein, dass Eltern ihre Kinder davon abhalten in die Schule zu gehen, dem muss man einen Riegel vorschieben!

Iwan Diwan Zahriman
15
21.2.2012, 12:05
Danebengegriffen

weil? ich kenne viele die nur zur schule gehen wenn sie gerade nix besseres vorhaben. denen gehören samt den eltern die wadeln nach vorne gerichtet. auch mit strafen.

6000
00
21.2.2012, 15:31

kenn ich auch - machen dies auch auf der uni, um brav den lebenswünshe ihrer eltern zu entsprechen, die immer sagten: nur kein arbeiter werden, oder willst du etwa verkäfer werden.
berufswahl und die beziehungswahl läuft ähnlich ab...
dann wundern sich wieder alle, dass es soviel berufliches burn-out gibt.

DerAndere34
13
21.2.2012, 11:57

du lieber himmel ... schon wieder eine von der "es gibt keine verlierer nur zweite und dritte sieger"- und "strafen sind so was von gestern ..."-fraktion.

eine verletzung von regeln hat konsequenzen nach sich zu ziehen.
wer rechnungen nicht bezahlt wird eben gemahnt und bei weiterer nicht bezahlung gepfändet.
was genau ist dabei so schwer zu verstehen?
auch migranten könnend as verstehen und sollten unsere freunde aus anatolien tatsächlich schwierigkeiten damit haben, wäre es wohl besser ihre bereichernde arbeits- und sonstige kraft ihrere geistigen heimat zur verfügung zu stellen.

palmström
02
21.2.2012, 11:49
wie groß und komplex die Probleme derer sind, die sich in der dritten Generation in diesem Land noch immer nicht erwünscht und angekommen fühlen

hihi logo, alle anderen sind schuld, nur nicht die schulschwänzer

wäre interessant, wie frau stuiber schreiben würde, ginge es um nichtmigranten, die schwänzen

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