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Bregenz/Salzburg - Das vom US-amerikanischen Organisationsberater Jim Rough entwickelte Konzept der Bürgerbeteiligung ist einfach, die Erfahrungen sind gut: Zwölf bis sechzehn zufällig ausgewählte Personen einer Organisation, einer Kommune, eines Stadtteils oder eines ganzen Landes beraten einen Tag gemeinsam über ein bestimmtes Thema.
Das Ergebnis - es herrscht Einstimmigkeitsprinzip - wird dann tags darauf öffentlich der Organisation oder dem jeweiligen Gemeinwesen präsentiert und dient Firmenleitung oder Politik als Leitlinie. Obwohl dieser "Wisdom Council" genannte "Rat der Weisheit" keine offiziellen Machtbefugnisse habe, sei seine Wirkung allein durch die Veröffentlichung der Ergebnisse groß, sagt Rough. Er sieht die Räte nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum politischen System.
Die Methode des Kommunikationsexperten ist gerade in Österreich auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. In Vorarlberg beispielsweise werden diese "BürgerInnenbeiräte" inzwischen nicht nur von einzelnen Gemeinden, sondern landesweit einberufen.
Die Stabsstelle im Vorarlberger Landhaus organisierte in den letzten sechs Jahren 16 BürgerInnenräte. Damit ist man österreichweit Vorreiter, in Wien beispielsweise fanden zwei Räte statt. Im oberösterreichischen Windhaag ist ein eigener "Jung-BürgerInnen-Rat" in Planung, der von den Jugendlichen selbst organisiert und moderiert wird.
Modellfall Bregenz
Roughs Lieblingsbeispiel, mit dem er die Wirksamkeit des "Wisdom Council" erläutert, stammt aus Bregenz: Bei der Planung für das neue Seestadtareal habe der Beirat eine völlig neue, aber aus Sicht der Bürger eben logische Ergänzung eingebracht. Das Areal sollte zum Bodensee hin durchlässig sein beziehungsweise einen Zugang zum See ermöglichen.
Die Zufallsauswahl der zwölf bis 16 "Weisen" erfolgt beispielsweise über das Melderegister; das gewährleistet die Heterogenität der Gruppe.
Freilich: Fünf von sechs angefragten Bürgern sagen ab, weiß Martin Strele vom Bregenzer Forschungsinstitut Kairos. Strele evaluiert in einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Büros für Zukunftsfragen und des Lebensministeriums die Bürgerbeteiligung.
Die, die teilnehmen, bereuen ihr Freizeitengagement allerdings nicht: " Wenn man schon einmal die Chance hat, seine Meinung sagen zu können, dann soll man sie auch nützen", sagte sich Tobias Bechtold und ging hin, zum "BürgerInnenrat" in seiner Heimatgemeinde Rankweil. Der 15-jährige HTL-Schüler ist zufrieden: "Meine Meinung wurde gehört und ich habe erfahren, was ältere Menschen denken."
Das Lebensministerium startet nun den ersten österreichweiten "Rat der Weisheit". Im Vorfeld der internationalen Konferenz "Wachstum im Wandel" (8. bis 10. Oktober in Wien) soll ein "BürgerInnenrat" ein " zukunftsfähiges Wirtschaftssystem" für Österreich erarbeiten und im Rahmen der Tagung präsentieren. (jub, neu, DER STANDARD Printausgabe, 21.2.2012)
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durch Austrifizierung diskreditieren kann! Darin zeigt sich die wahre Meisterschaft der abgehobenen politischen Obrigkeit.
Undurchsichtiger als mit der Auswahl nach dem dem "Zufallsprinzip", die notabene nirgends veröffentlicht wird, geht es wohl nimmer! Warum wird diese Zufallsauswahl nicht gemeinsam mit Bürgerrechtsorganisationen getroffen, die darüber wachen können, dass der Zufall auch Zufall bleibt?
Wen wundert es, wenn in diese Mauscheleien ganz und gar kein Vertrauen in der Bevölkerung existiert? Vielleicht haben wir noch eine Chance: wenn die Parteien das Hirnschmalz aufbrächten zu erkennen, welche Lehren sie aus den nächsten griechischen Wahlen zu ziehen haben. Vielleicht beginnen sie dann zu denken - falls sie das können.
Das ist eine offensichtliche Feigenblattaktion. Bei vorgeschriebenen Bürgerbeteiligungen werden die Möglichkeiten der Bürger nach Kräften eingeschränkt (siehe UVP) und dann wird ein Rat der Weisheit eingeführt, der natürlich nur beratenden Charakter hat. Alles Lug und Trug!
Ein interessanter Artikel, vor im Grund die Abgehobenheit vieler im politischen System agierender bloßstellt.
Ein kleiner Gedanke zu diesen "Bürgerbeiträten" z. B. auf kommunaler Ebene: Wäre das nicht die ursächliche Aufgabe der in einen Gemeinderat gewählten Bürgerinnen und Bürger?
Jetzt soll ein Bügerinnenrat ein zukunftsfähhiges Witschaftssystem für Österreich auf die Beine stellen ... Warum das denn ? Weil es unser Spezialisten nicht auf die Reihe kriegen ??? Und wie werden vor allem für ein solches Thema die Bürgerinnen und Bürger ausgewählt ???
Man wundert sich schon manchmal: Zum Thema Steinhofgründe wird nicht gefragt, allerdings soll dann ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem entwickelt werden :DDDDDDDD LÄCHERLICH
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