Verhaltensauffällig

Einserkastl20. Februar 2012, 19:02
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Wieso strahlt der ORF mit "öffentlich-rechtlichem" Auftrag so etwas wie "Narrisch guat" aus?

Es gibt einige Fakten über Österreich, die bedenklich stimmen sollten, dies aber nicht wirklich tun. So zum Beispiel die Tatsache, dass rund 860.000 Personen oder 17,5 Prozent bei den letzten Wahlen 2008 eine extrem rechte Partei wählten; und dass diese FPÖ in dem Umfragen derzeit bei etwa 27 Prozent liegt.

Zu anderen österreichischen Nationaleigenarten gehört es etwa, dass jeweils etwa ein Viertel der 15-Jährigen in Österreich regelmäßig raucht und trinkt und damit einen absoluten Spitzenplatz unter den Industrienationen (OECD) einnimmt.

Das sind so Verhaltensauffälligkeiten. Eine andere besteht darin, dass am Faschingssamstag wieder 1,1 Millionen Menschen sich im ORF eine Sendung namens "Narrisch guat" angesehen haben. Man kann also davon ausgehen: Es konsumieren in zustimmender Form zumindest mehrere hunderttausend Personen eine übelkeitserregende Ansammlung von Fäkalismus, Sexismus, Misanthropie, Xenophobie, Verharmlosung des Alkoholismus, schlimmstem Kärntnerismus und eine "politische Satire", bei der sich die Zehennägel vor Fremdschämen aufrollen (wobei das eher beklommene Lachen und Klatschen im Saalpublikum bei den ärgsten "Pointen" doch auf Restbestände von Sensibilität hinzuweisen scheint).

Gut, das gehört halt zu Österreich dazu. Aber wieso strahlt der ORF mit "öffentlich-rechtlichem" Auftrag so etwas aus?  (DER STANDARD; Printausgabe, 21.2.2012)

  • "Narrisch guat" im ORF
    foto: orf/martin rauchenwald

    "Narrisch guat" im ORF

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