Geringe Chancen

Diskriminierung als Jobkiller

20. Februar 2012, 21:26
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    foto: standard/corn

    Trotz des relativ hohen Anteils von Migranten hat Österreich auf Bundesebene kein strukturiertes Integrationsprogramm.

  • "Die Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern und deren Kindern in Österreich" - OECD-Studie.

Laut aktueller OECD-Studie sind Diskriminierung und fehlende Transparenz am Arbeitsmarkt große Hürden - selbst für gut ausgebildete Migranten

Wien/Graz - Mangelnde Koordination auf Bundesebene, zu wenig Transparenz der Systeme am Arbeitsmarkt, Diskriminierung und Hindernisse bei der Anerkennung von Qualifikationen: das sind laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die dem Standard vorliegt, die größten Hürden für Menschen mit Migrationshintergrund und deren Kinder auf Österreichs Arbeitsmarkt.

Thomas Liebig, OECD-Integrationsexperte, der die Studie mit seiner Kollegin Karolin Krause im Auftrag der steirischen Integrationslandesrätin Bettina Vollath (SP) und des Flüchtlingsvereins Zebra erstellte, räumte bei der Präsentation vor Experten am Freitag in Graz aber ein, dass die Installation eines Integrationsstaatssekretärs ein erster Schritt in die richtige Richtung sei. Allerdings müsse man auch Diskriminierung als Problem am Arbeitsmarkt bewusster wahrnehmen.

Integrationsrahmen in Österreich wenig entwickelt

In Österreich wurden 17 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in einem anderen Land geboren, fasst Liebig in der Studie zusammen, "womit Österreich innerhalb der OECD 2010 einen der höchsten Anteile von Migranten im Erwerbsalter aufwies". Unter diesen 17 Prozent ist die Arbeitslosigkeit aber auch besonders hoch. Und: Trotz des relativ großen Anteils von Menschen, die selbst oder deren Eltern im Ausland geboren wurden, "ist insgesamt der Integrationsrahmen in Österreich weniger entwickelt als in den anderen bislang von der OECD überprüften Ländern".

Bei Männern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren liegt die Beschäftigungsquote bei in Österreich geborenen mit 78,5 Prozent deutlich über jener von im Ausland Geborenen mit 73,6 Prozent. Im Vergleich liegt Österreich damit im Mittelfeld der OECD-Länder, während etwa in Kanada der Unterschied zwischen Zuwanderern und Kanadiern im Promillebereich liegt und in den Niederlanden die Quote um zehn Prozent auseinanderklafft.

In Wien, wo die meisten Migranten im erwerbsfähigen Alter leben, sind die Arbeitsmarktbedingungen auch am schlechtesten. Für Frauen mit Migrationshintergrund sind die Chancen am Arbeitsmarkt in allen Bundesländern noch schlechter.

Kein strukturiertes Integrationsprogramm

Doch anders als andere OECD-Länder "hat Österreich auf Bundesebene kein strukturiertes Integrationsprogramm für Neuzuwanderer. Der einzige größere Budgetposten, der unmittelbar der Arbeitsmarkteingliederung von Migranten zugeordnet werden kann, betrifft die Deutschkurse", führte Liebig aus.

Zumindest drei der Empfehlungen, die Liebig und Krause aus ihrer Arbeit ableiteten, waren in der Steiermark bereits vor der Präsentation der Studie auf Schiene: Im April wird die erste Anti-Diskriminierungsstelle des Landes eröffnet, das Projekt "Anerkannt" soll Migranten künftig bei Nostrifizierungen ihrer im Ausland gemachten Bildungsabschlüsse helfen. Die frühkindliche Sprachförderung soll - wie berichtet - bundesweit ausgebaut werden. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Printausgabe, 21.2.2012)

Kommentar posten
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hutu pop1
33
29.2.2012, 18:53

langsam glaube ich im krone forum gelandet zu sein so viel selbstanfeindungen, vorurteile und alltagsrassismen gepaart mit intelektueller limitation....

das ist geistiger sondermüll was da abgesondert wird,

sicherlich ist es als migrantinn zur zeit am arbeitsmarkt nicht lustig und in einer pluralisatischen gesellschaft wäre es wünschenswert migrantinnenquoten wie für frauen& und menschen mit beeinträchtigung zu haben, diese wienersuppe ist angebrannt und stinkt ein bisschen andere gewürze würden ihr nur gut tun...

hätte sehr gerne mehr politiker mit migrantionshintergrund im parlament, in vorständen sowie in den medien!

parapente
08
22.2.2012, 09:53
TV-Dokumentation:

In Australien hat eine ausgebildete Musiklehrerin keine Chance auf Einwanderung.

51 Jahre - zu alt!!

So gehts in der richtigen Welt zu.

Wissensbesserer
111
22.2.2012, 01:51
Äpfel mit Birnen verglichen

"Im Vergleich liegt Österreich damit im Mittelfeld der OECD-Länder, während etwa in Kanada der Unterschied zwischen Zuwanderern und Kanadiern im Promillebereich liegt und in den Niederlanden die Quote um zehn Prozent auseinanderklafft."

Was v.a. daran liegt, dass man in Kanada Interesse an qualifizierten Zuwanderern hat und zum Wohle des Landes stark selektiert. Europa zieht hingegen meist nur die an, die in die Sozialsysteme einwandern möchten.

MirNikMig
63
21.2.2012, 15:47
Ich bin Migrant

und Universitätsabsolvent und bin ein Spezialist in meinem Fach. Leider habe ich meinen Abschluss in Russland gemacht. Meine Diplome sind in Österreich weniger Wert als das Papier auf dem sie stehen, es gibt daher in Österreich so gut wie keine Chance einen qualifizierten Job zu finden. Zwar waren viele Unternehmen an mir und meinem Fachwissen interessiert aber als Fachkraft anstellen wollten sie mich nicht. Angeboten wurden mir bei meinen Bewerbungen lediglich Jobs als Hilfsarbeiter oder Anlernling.
Eine Nostrifizierung für meinen Beruf ist leider nicht möglich, da diese nur für ganz bestimmte Berufe möglich ist. Das ganze Studium zu wiederholen ist mir zu aufwändig.

Jukebox
23
21.2.2012, 19:42

Einen Dr. von der Jelzin-Universität kann man sich einrexen. Das hat absolut nichts mit Diskriminierung zu tun.

aculus populus
 
13
21.2.2012, 17:51
Ich würde außerhalb Österreich probieren

würde mich interessieren wie lange es braucht für einen anständigen Job. Ich werde auch auswandern diese Woche ... aus ähnlichen Gründen. Drauf gesch... kann ich dir sagen :)
Destination UK !! I am on my way !!!

aculus populus
 
00
22.2.2012, 14:44
Wer war das mit dem -?

Lass mal hören!!

opryde
622
21.2.2012, 13:22

letztens habe ich beim einkaufen ein kurzes gespräch zwischen zwei arabisch-stämmigen jugendlichen mitbekommen (standen unmittelbar vor mir), geschätzte 18-21 jahre alt. der eine beklagte sich beim anderen, dass er vom ams ein vorstellungsgespräch vermittelt bekam ("eh sicher der ure scheiss!") und dass dieses um 9 uhr vormittags stattfindet ("um die zeit steh ich sicher für niemanden auf, wenns mich wollen, dann kann ich auch um zwei kommen!").

da liest man solche artikel gleich ganz anders. wenn ich als personalmitarbeiter regelmäßig mit solchen leuten zu tun hätte, würde ich auch 3x überlegen, wen ich im unternehmen haben will.

und ja: nicht alle so, keine frage. langsam fällts aber auf.

miette
11
ja genau

und österreichischen jugendlichen geht das nie so.
nö.
also ernsthaft, ich weiss nicht wie du aufgewachsen bist, aber besonders viel mitbekommen hast du anscheinend nicht.

lightyear2000.tumblr.com
95
21.2.2012, 15:03

du beobachtest 2 leute und schließt dann genau worauf? auf ALLE menschen nicht österreichischer abstammung? das relativierst du mit "nicht alle so, keine frage" um diese relativierung gleich wieder zu relativieren: "langsam fällts aber auf."

was genau fällt langsam auf? etwa dass in wahrheit alle nicht ösis arbeitsverweigerer sind?

opryde
25
21.2.2012, 15:33

diese anekdote hat die selbe relevanz wie eine wahlumfrage mit 100 menschen, die man zufällig auf der straße abpasst.

lightyear2000.tumblr.com
21
21.2.2012, 16:27

also keine, denn hier geht es nicht um eine wahlumfrage.

was genau möchtest du damit also sagen?

Tino67
 
94
21.2.2012, 14:53
Euch Xenophoben kann man es auch nie recht machen!

Redens miteinander Arabisch (woher können Sie das überhaupt so genau beurteilen woher die zwei stammen?) regts Euch auf, dass sie nicht Deutsch reden und ihr Angst habts dass sie was terroristisches aushecken, redens Deutsch, regts Euch drüber auf, was sie reden.

Klingt a bissl nach Gschichtl drucken!

Loyalist
10
23.2.2012, 20:17
Wenn sie Arabischstämmig aussehen dann geht der normale Menschenverstand davon aus dass es sich um Araber handelt und nicht um Schweden oder Norweger!

Bei Chinesisch-Aussehenden Menschen gehen die meisten davon aus dass es sich tatsächlich um Chinesen handelt obwohl es auch Koreaner, Japaner, Amerikaner oder Australier sein könnten.

yasmin huber
010
21.2.2012, 12:30
Wollt ihr den totalen

BOBO Spaß ?

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Der Geblattlinierte
01
22.2.2012, 22:16
wollen sie mich heiraten?

yasmin huber
01
22.2.2012, 23:15
Na sagen Sie mal , ich kenn Sie doch gar nicht!!!

Vielleicht , stehen Sie auf bobospaß ? : )

duke box
01
23.2.2012, 14:19

vielleicht eher auf popospaß.

high contrast
01
21.2.2012, 13:16

Ja eh nur Sie haben eine völlig einzigartige Meinung ;)

supermike
06
21.2.2012, 11:26
Hürden für Menschen mit Migrationshintergrund und deren Kinder auf Österreichs Arbeitsmarkt

Eigentlich sollte man sich über die unzähligen arbeitslosen "Österreicher" gedanken machen und versuchen die in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Und nicht in Wifi Kurse stecken damit die aus der Statistik sind, zur Selbstständigkeit drängen die nach 2 Jahren in der Insolvenz endet oder über Leiharbeitsfirmen zu Zeitsklaven machen...

serenad00
75
21.2.2012, 11:15
Problem liegt hier mM nach im Schulsystem -> Stichwort Selektion mit 10 Jahre

Oft gehen Talente verloren. Viele Kinder mit türkischen Migrationshintergrund werden trotz guter Noten in Hauptschulen geschickt . Oft wissen die Eltern(da selber keine Ausbildung) nicht und vertrauen dem Ratschlag der Lehrer. Besonders schlimm ist die Situation hier in Wien, ich weiss in den Bundesländern ist es anders.

Arbeiter-Kind.at
02
21.2.2012, 16:11
"in den Bundesländern ist es anders"

Leider nicht unbedingt. In Wien gibt es nur anteilsmässig deutlich mehr Migrantenkinder als in den Bundesländern.

Schicken Sie uns Schüler mit ihren Eltern (und LehrerInnen) doch einfach mal zur Beratung vorbei!

Bei der ehrenamtlichen Initiative "Arbeiterkind Österreich" stammen die meisten BetreuerInnen selbst aus armen, "bildungsfernen" Familien, manche haben auch Migrationshintergund und waren in genau solchen Situationen (u.a. in der von Ihnen beschriebenen - "Migrantenkinder brauchen kein Gymnasium"). Dennoch haben wir alle ein, oft sogar mehrere, Studien erfolgreich abgeschlossen!

Wir unterstützen durch persönliche Beratungen! Z.B. 8.-11.3. in der Wiener Stadthalle bei der BeSt-Messe (Stand A02) (Eintritt ist gratis).

Montgomery McFerryn
03
21.2.2012, 14:37

Das Argument ist aber ein schöner Blödsinn, ich war auch in einer Hauptschule und habe danach einen Beruf erlernt und Karriere gemacht. Aufs wollen kommts halt an.

miette
01
lies mal pirre bourdieu

... nur weil du irgendwas geschafft hast, heisst das noch nicht, dass es strukturell anderen nicht verwehrt wird.
genausowenig wie das posting oben von den zwei "arabischstämmigen" jugendlichen, die nix arbeiten wollen, irgendeine relevanz für die strukturellen tatsachen der gesellschaft hat.
ausnahmen gibts immer.

und den sohn eines milliardenunternehmers der sagt: "ich arbeite als fensterputzer, weil das wollte ich so", den will ich sehen.

serenad00
12
21.2.2012, 16:19
Sprechen hier von Wien ? und wenn ja wann waren sie auf der Hauptschule ? Vor 20 bzw 30 Jahren ?

Mittlerweile sieht es anders aus, besonders in den Arbeiterbezirken Wiens. Ich kenne aus meinen Bekanntenkreis viele türkischstämmige Schüler, die trotz guter Noten in Hauptschulen geschickt werden. Ein Aufstieg nachher ins Gymnasium ist nachher unmöglich.
Es ist nunmal Realität.

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