Ministerium verschlechterte Entwurf

20. Februar 2012, 19:00
9 Postings

Inflationsabschlag nach zehn Jahren wurde auf zwei Prozent reduziert

Wien - Bei den Immobilien hat das Finanzministerium im nun vorliegenden Begutachtungsentwurf zwei Verschlechterungen für den Immobilienbesitzer eingebaut:

Ursprünglich hieß es, dass es nach zehn Jahren einen jährlichen Inflationsabschlag von 2,5 Prozent, (gedeckelt bei maximal 50 Prozent) gibt. Nun wurde der Inflationsabschlag auf lediglich zwei Prozent reduziert.

In der schriftlichen Punktation stand noch, dass die Instandsetzung (Austausch von Fenstern, neue Heizungsanlagen etc.) und die Herstellungsaufwendungen (ein zusätzliches Stockwerk, neuer Balkon) erhalten bleiben, was bei einem Verkauf den Verkaufsgewinn und damit die Steuer schmälert, weil sich die Berechnungsbasis für die 25-Prozent-Immo-Steuer reduziert. Das ist im Gesetzesentwurf nun nicht mehr vorgesehen. Wörtlich heißt es: "Der Abzug von Werbungskosten ist
bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns nicht mehr möglich" (§ 20 Abs. 2). 

Die Spekulationsfrist von zehn Jahren, nach deren Ablauf Immobilien bisher steuerfrei verkauft werden konnten, wurde gestrichen. Teilweise gekillt wurde auch der Vorsteuerabzug bei der Errichtung von Immobilien. "Der Vorsteuerabzug steht nur mehr zu, wenn der Mieter
vorsteuerabzugsberechtigt ist."

Neu ist die Umwidmungsabgabe, alle Immobilien, die nach dem 1. 4. 2002 gekauft wurden, unterliegen beim Verkauf einer Immosteuer von 25 Prozent vom Gewinn. Ausgenommen sind
Hauptwohnsitze. Bei Immobilien, die vor dem 1. 4. 2002 gekauft wurden, werden 3,5 Prozent vom gesamten Verkaufserlös als Steuer fällig. Wenn es vorweg eine Umwidmung gab, fallen 15 Prozent vom Verkaufspreis an.  (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.2.2012)

Share if you care.