Republikanische Vorwahlen: Kein Ende in Sicht

Kommentar20. Februar 2012, 18:50
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Möglicherweise erhält keiner der Bewerber die erforderlichen 1144 Delegiertenstimmen

Rick Santorum ist der inzwischen fünfte "Anti-Romney", der in den Umfragen zu den republikanischen Vorwahlen ganz oben auf der Sympathiewelle reitet. Der erzkonservative Senator liegt nicht nur bundesweit deutlich voran, sondern auch in Michigan, wo in genau einer Woche die nächste Primary stattfindet. Für Mitt Romney ist vor allem Letzteres peinlich, denn er ist in diesem Bundesstaat geboren und aufgewachsen. Treffen die Umfragen zu, dann mögen ihn die Wähler nicht einmal in seinem alten Heimatstaat leiden.

Die Frage für Santorum ist, wie schon bei Newt Gingrich, Herman Cain, Rick Perry und Michele Bachmann, wie lange das Hoch denn anhalten wird. Ergeht es ihm wie seinen Vorgängern als Frontrunner, könnte die Popularität in einigen Wochen perdu und Romney wieder an der Spitze des republikanischen Bewerberfeldes sein. Grund zur Aufgabe wird das für Santorum dennoch nicht sein. Denn so wie Gingrich kann er umso mehr Profil gewinnen, je länger er im Kandidatensuchspiel bleibt.

Ergebnis einer ewigen Vorwahl, spekulieren Beobachter, könnte ein republikanischer Parteitag sein, bei dem keiner der Bewerber die erforderlichen 1144 Delegiertenstimmen für die Nominierung hat (Romney liegt derzeit bei gerade einmal 123). Dann sei es gut möglich, dass es keiner der Vorwahlkämpfer wird, sondern eine Art "republikanisches Kaninchen", das sich quasi selbst aus dem Hut zaubert. (DER STANDARD Printausgabe, 21.2.2012)

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