Militär macht Kämpfer von Boko-Haram-Sekte verantwortlich
Kano - Bei einem Anschlag auf einem Markt im Norden
Nigerias sind am Montag womöglich Dutzende Menschen getötet worden.
Am Nachmittag hätten auf einem Markt der Stadt Maiduguri mutmaßliche
Anhänger der islamistischen Sekte Boko Haram das Feuer auf die
Passanten eröffnet, sagte ein Sprecher einer Spezialeinheit der
Armee. Händler berichteten, Dutzende Menschen seien getötet worden,
als sechs Angreifer wahllos das Feuer auf Fisch-Händler und ihre
Kunden eröffneten. "Die Zahl der Toten liegt auf jeden Fall über 30", sagte eine
Krankenschwester.
Drei mit Leichen beladene Militärlaster hätten nach dem Anschlag
den Markt verlassen, sagte ein andere Verkäufer. Es habe nach der
Schießerei mehrere Explosionen gegeben. Der Militärsprecher sagte
dagegen, Soldaten wären sofort nach Beginn des Angriffs
eingeschritten und hätten acht Angreifer erschossen. Anschließend
hätten sie drei auf dem Markt versteckte Sprengsätze kontrolliert zur
Explosion gebracht. Es habe mehrere Verletzte, aber keine zivilen
Toten gegeben.
Einer der Verkäufer berichtete, die Angreifer hätten den Händlern
vorgeworfen, mit dem Militär zu kooperieren, bevor sie das Feuer
eröffneten. Am Donnerstag hatten Händler auf dem Markt ein
mutmaßliches bewaffnetes Boko-Haram-Mitglied überwältigt und dem
Militär übergeben. Maiduguri ist die Hochburg der Extremistengruppe,
die für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich
muslimischen Norden des Landes kämpft. In den vergangenen Monaten
verübte Boko Haram zahlreiche blutige Anschläge. (APA/AFP)