Das Auf und Ab mit Athen

Kommentar20. Februar 2012, 18:15
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Die Kreditgeber bei den Eurohilfen werden den Griechen nun doch günstigere Darlehen geben

Portugals Premierminister Pedro Passos Coelho hat guten Grund, seinem Kollegen Lukas Papademos eine ausgezeichnete Flasche Portwein zu schicken. Die hat sich der griechische Regierungschef verdient.

Denn die Kreditgeber bei den Eurohilfen werden den Griechen nun doch günstigere Darlehen geben, bei den Zinsen nachlassen. Das zeichnet sich in der Eurogruppe schon länger ab, im Gegenzug zu Mehranstrengungen in Athen.Davon profitiert indirekt aber auch Passos Coelho. Die Zinsen für Portugal, das selbst Milliardenhilfen beansprucht, werden bald ähnlich sinken. Das ist auch durchaus gerecht. Denn die bestbewerteten Staaten wie Deutschland verdienten bisher gar nicht so schlecht am " Hilfsgeschäft": einerseits durch die Zinseinnahmen, andererseits, weil sie wegen der billigeren Marktzinsen als Folge der Südkrise beim eigenen Schuldendienst weniger ausgeben. Deutschland hat sich nach einer Studie von Kölner Wirtschaftsforschern 45 Milliarden Euro erspart, ohne Arbeit, nur durch den Markt.Das zeigt die praktisch unauflösbare Verwobenheit im Euroraum, die oft paradox wirkt. Papademos hat mit einem beinharten Sparpaket zu Hause und dem Schuldenschnitt einen ersten Erfolg erzielt. Aber der nächste Rückschlag kommt bestimmt, mit ihm die nächste Eurokrise, bis wieder nachgebessert wird, sowohl bei den Maßnahmen in Athen wie bei den Hilfen durch die Partner. Das wird uns noch Jahre lang begleiten - mit allen medialen Hysterien. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.2.2012)

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