Nach Atomkatastrophe

Strahlenkarten und weiße Anzüge in Fukushima

Bericht | 21. Februar 2012, 06:15
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    foto: issei kato, pool/ap/dapd

    Journalisten in Strahlenanzügen stehen vor dem Kraftwerksgelände in Fukushima. Erst in etwa 25 Jahren sollen hier die geschmolzenen Kerne aus den Reaktoren entfernt werden.

Zum zweiten Mal ließ Tepco Journalisten in das havarierte AKW Fukushima - In der Evakuierungszone ist fast ein Jahr nach der Kernschmelze Alltag eingekehrt

Tokio/Fukushima - Früher haben Japans Nationalspieler hier im J-Village in Fukushima ihre Trainingsleibchen getauscht. Heute wechseln im Trainingszentrum des Japanischen Fußballbundes 25 Kilometer südlich der strahlenden Ruinen vom AKW Fukushima 1 täglich tausende Arbeiter aus ihrer Freizeitkleidung in weiße Strahlenschutzanzüge. Auf den Fußballplätze steht jetzt eine Containersiedlung, das Hauptquartier für die Aufräumarbeiten im AKW.

Es herrscht reger Verkehr. Busse pendeln nahezu nonstop zwischen dem J-Village und dem AKW. Denn 3000 Arbeiter seien zu jedem Zeitpunkt an den sechs Meilern des Nuklearkomplexes damit beschäftigt, strahlende Trümmer zu bergen und die Reaktoren zu kühlen, sagt ein Mitarbeiter der Betreiberfirma Tepco. Routine im Strahlenalltag.

Presse eingeladen

Zum zweiten Mal, seit am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke neun und ein Tsunami im AKW zu einer mehrfachen Kernschmelze geführt haben, hat Tepco wieder die Presse eingeladen. Das Unternehmen will die Fortschritte der Aufräumarbeiten zeigen. Seit Dezember sind die Meiler laut Tepco und der Regierung "kalt abgeschaltet" - die Temperatur im Inneren der Meiler soll unter 100 Grad Celsius liegen und das Kühlwasser wieder zirkulieren.

In Ostjapan haben die Menschen genaue Strahlenkarten erstellt und ihr Leben dementsprechend angepasst. In Hotspots wie einigen Stadtteilen der mehr als 60 Kilometer von dem AKW entfernten Stadt Fukushima spielen Kinder nur drinnen, in geringer verstrahlten Gebieten wie dem 25 Kilometer nördlich der Meiler gelegenen Mina-Soma auch draußen.

Neuer AKW-Manager

Im J-Village geht es locker zu, weil die Lage hier als sicher gilt. Doch je näher die Busse an die Meiler rollen, desto mehr wird Besuchern der Sinn der Strahlenschutzanzüge bewusst. Einen Kilometer von den Meilern steigt die Dosis auf 9,9 Mikrosievert pro Stunde (87 Millisievert pro Jahr), am Haupttor zum AKW auf 130 Millisievert pro Jahr und vor dem Krisenmanagementzentrum im AKW 400 Millisievert pro Jahr. Ab mehr als 20 Millisievert jährlich muss evakuiert werden.

Im Krisenzentrum stellt sich der neue AKW-Manager Takeshi Takahashi den Medien, der seit Dezember 2011 die Arbeit am AKW leitet. Sein Vorgänger Masao Yoshida musste ausgerechnet wegen Krebs seinen Job aufgeben.

Reaktoren stabil halten

Unwirsch wischt Takahashi besorgte Fragen nach seiner Gesundheit beiseite. Stattdessen spricht er lieber über die Zukunft. Seine Aufgabe sei, die Reaktoren 1 bis 4 sicher und stabil zu halten und dafür zu sorgen, dass keine Radioaktivität mehr austrete. Doch die wichtigste Herausforderung sei nun, die geschmolzenen Kernbrennstäbe zu entfernen. " Das ist technisch ein schwieriges Problem, aber wir wollen es Schritt für Schritt schaffen", sagt Takahashi.

Der Zeitplan für die Aufgabe ist sehr langfristig angelegt. Schon für die Überdachung der Meiler und das Stopfen der Lecks hat die Regierung zwei Jahre veranschlagt. Bislang ist nur Reaktor 1 überdacht. Erst in 20 bis 25 Jahren sollen der Brennstoff rückstandsfrei ausgeräumt werden. Wie das geschehen soll, ist allerdings noch unklar. Denn die Techniken dafür müssen erst noch erfunden werden. (Martin Kölling, DER STANDARD, Printausgabe, 21.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
1 2
Ja bitte
01
21.2.2012, 21:45
..Techniken dafür müssen erst noch erfunden werden

Kann auch nur ein Blödsinn sein.
GENAU den Job haben die Amerikander schon in ThreeMileIsland(Harrisburg) vor Jahren gemacht.
Ich nehme an, dass ein Industrieroboter mit einem Schneidewerkzeug den Klumpen in kleinere Stücke schneidet und diese werden dann in einen Transportbehälter wie z.b. einem Castor gelegt und abtransportiert.
Das schlimmste ist seit Monaten vorbei, alles was dort jetzt noch passiert ist nicht mehr viel mehr als die Arbeitsroutine wie in irgend einem anderen AKW.

:/
00
21.2.2012, 22:28
lol

Ja bitte
02
21.2.2012, 23:21
zumindest die 10 bis 15µSv/Stunde hatte ich bei

so manchen arbeiten im KKW Mühleberg auch schon mal...
Aber hier wird ja immer gleich so getan als ob man von einem Strahlenquant "getroffen" gleich "tot umfallen" müsste!
Ich erzähl ihnen mal eine kleines Gleichnis:
Der durchschnittliche Österreicher bekam 0,55µSv an zusätzlicher Strahlung durch den Tschernobyl Unfall ab, wenn man im AKW Mühleberg den Torus(Wasservorlagegefäß für PRIMÄRKREISWASSER) von INNEN reinigt kriegt man max 2mSv ab, die natürliche Strahlenbelatung durch Boden-, Eigen- und Weltraumstrahlung in Ö beträgt 2-4mSv/Jahr und wenn die Mediziner ihre Herzkranzgefäße mit Tc99m-Tetrofosmin radiologisch abbilden kriegen Sie ~3,5mSv ab.
Bis ~300mSv/Jahr lässt sich aber keine physiologische Reaktion feststellen!

Christine Berndl
62
21.2.2012, 17:55
Atomausstieg an der Steckdose - Jetzt!!

Der Wechsel zu einem unabhängigen zertifizierten Ökostromanbieter (Grüner Strom) gibt Sicherheit ohne Trixereien.
Mein Motto: Atomstrom ade - www.aae.at

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
32
21.2.2012, 20:11
Ja bitte
21
21.2.2012, 21:14
Damit die Salzburg AG dann den Spitzenstrom mit

Schweröl erzeugt und mit den Gewinnen aus diesen "Öko"-Strom Deals die Mur bei Tamsweg "austrocknet" indem Sie das Wasser über mehrere Kilometer länge das Wasser in einen Druckstollen umleitet - sicher nicht!
Ich warte noch immer auf den den Stromvertreib der mir in Ö ehrlichen Atomstrom anbietet! :-)

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
21.2.2012, 21:35

was für Probleme sehen Sie bei www.oekostrom.at ?

Ja bitte
12
21.2.2012, 21:53
Habe ich doch gerade beschrieben!

Bei Flaute und wenig Sonnenschein(Bewölkung, Nacht) haben die so gut wie überhaupt keine eigene Produktion. Wenige 100kW "Bio"-Gas aber das ist wie gesagt sowieso nur eine nette Umschreibung für die Lebensfeindliche Vernichtung von Lebensmitteln.
Wo die Ihre "Regelenergie" herkriegen? - also Strom bei Flaute, fehlender Sonne oder wenn bei Verbrauchsspitzen?!?
Von der SalzburgAG!
Die haben Wasserkraftwerke die aber vom Prinizp her auch nur Grundlast machen können. - Der wird dann "zertifiziert" also umetikettiert -wenn der Herr "Öko" Ökostrom braucht soll das Grundlastkraftwerk für Ihn dann angeblich Spitzenlast produzieren, wenn nicht dann ist es nach wie vor Grundlast für SbgAG Kunden?! Und diese kriegen "Ihren" Spitzenstrom sowieso aus

Ja bitte
10
21.2.2012, 21:53
(2)

Ölkraftwerken in Salzburg und aus Pumpspeicherkraftwerken die mit Braunkohle- und Atomstrom hochpumpen.
Alles sehr schön "Öko"verschleiert eben :)

nix fir unguad
21
21.2.2012, 18:33
Sie schon wieder?

Haben Sie immer noch nicht genug Kommission verdient.
Manche werden halt nie satt.

kitzbichler
12
21.2.2012, 18:31
Der sogenannte 'Grüne Strom' der da verkauft wird fehlt halt dann irgendwo anders

Dort wo er fehlt muss halt mehr Kohle verfeuert werden.
Da in Österreich ohnehin Zwangseinspeisung verordnet ist wird wegen dem Wechsel keine einzige kWh mehr an Ökostrom erzeugt. Alles nur Marketing Schmarren. Ein paar findige Geschäftsleute haben eben eine Möglichkeit zum Mitnaschen am Kuchen gefunden.
Die Ökoreligion funktioniert halt auch nur so wie jede andere Religion. Der Gläubige fühlt sich besser, obwohl sich wegen der Religinszugehörigkeit nichts auf der Welt ändert.

Christine Berndl
10
21.2.2012, 23:50
Es macht aber schon einen Unterschied

welchem Stromanbieter ich mein Geld gebe. Ist es ein Anbieter, der an der Strombörse ( enthält Atom- und Fossilenergie) handelt, oder ist es ein unabhängiger zertifizierter Ökostromanbieter, der jährlich so wie die AAE jährlich in Ökokraftwerke ( Heuer + 5 Kleinwasserkraftwerke) investiert.
Dieser Ökostrom kann nirgends fehlen, da die AAE nicht für Großkunden und die Industrie in einer "schmutzigen Tasche" von Privatkunden Dreckstrom auslagern kann, weil es keinen gibt (Kontrolle für Umweltzeichen) - Anpassung des Stromverbrauches vom Kunden durch Speicherung in 3 Öko - Bergstauseen

nix fir unguad
03
22.2.2012, 08:29
Die Ökostromkraftwerke werden ohnehin gebaut ob es Ökostromanbietet oder nicht gibt

Es können nur so viele gebaut werden wie sich durch die EE-Umlage finanzieren lassen. Niemand kann ohne die erhöhten Einspeisetariefe ein Ökostromkraftwerk selbstdeckend bauen.
Alles Augenauswischerei.

Ja bitte
11
22.2.2012, 10:38
Ich will sowieso mal Landkarten und technische

Daten dieser angeblichen "öko" Pumpspeicher Seen haben. Und wissen wie viel Strom die AAE produziert und verkauft!
Mit "Öko"-Seen wurden wahrscheinlich wunderschöne Gebirgstäler zubetoniert, die Speichertiefe wird kaum ausreichen um 3Wochen Flaute beim Wind zu überbrücken und deshalb werden die im Stromhandel vermutlich genauso tricksen wie die ÖkostromAG!

Christine Berndl
00
22.2.2012, 12:31

Alle 3 Bergstauseen werden für den Tourismus (auch zum Baden) genützt!!! Siehe
http://www.energie-autark.at/show_cont... php?sid=41

Christine Berndl
00
22.2.2012, 12:23
Hier gibt' s völlige Transparenz!!!

Alles Ywissenswerte übe die Kleinwasserkraft -Bergstauseen sind unter dem Link der Energieautarken Gemeinde Kötschach Mauthen nachzulesen.
http://www.energie-autark.at/show_cont... hp?s2id=31
Da die ganze AAE für das Umweltzeichen kontrolliert wird, gibt es hie auch keine versteckte Atom - und Fossilenergie ( auch nicht zum Pumpen) ganz einfach eigentlich zu verstehen, wenn man will!!
http://www.umweltzeichen.at/cms/home/... t_id=14258

Ja bitte
01
22.2.2012, 13:15
Und was bitte soll ein "Jahresspeicherinhalt"

sein???
Wenn ich mir aus 3,5Mio.kwh und 120.000m^3 Volumen in Fallhöhe umrechne würde ich auf10703m kommen - Nicht mal der Mount Everest ist so hoch!
Wenn die aber sagen wir mal 400 oder 500Meter Fallhöhe haben und den See 20 oder 25x/Jahr entlehren und wieder Vollpumpen sieht die Sache schon anders aus. - Nur sagt das dann nichts mehr darüber aus wie lange eine Flaute bei Wind oder eine Phase von besonders hohem Verbrauch wie in der letzten Kälteperiode sein darf!
Die paar Zahlen die die einem vorwerfen sind ungeeignet um sowas tatsächlich nachzurechnen und dienen eher zu Verwirrung und Verschleierung als sonstwas!

Ja bitte
01
22.2.2012, 13:02
Na dann würde mich aber noch Interessieren wieviel

Strom die AAE Jährlich verkauft. - Dann kann man ja rechnen anfangen. - Meine Vermutung ist, dass es weniger ist als Sie selbst produziert. Der Rest wird von anderen "Öko"-Firmen zugekauft, beziehungsweisen von solchen die "auch" Ökokraftwerke haben. - So wie das ja auch die Ach so heilige ökostromAG mit der SalzburgAG betreibt. - Und was dabei dann rauskommt wissen wir ja :)

Christine Berndl
10
22.2.2012, 13:32
Am Besten

Sie rufen dort mal an!! Ich weiß über technische Details nur soviel wie im Internet nachzulesen ist ( bin nämlich nur KUNDIN) ich bin mir sicher, dass Sie eine kompetente und freundliche Antwort bekommen werden.
Ich denke aber vielmehr es geht Ihnen nur darum Ihre Kritik anzubringen. In Wahrheit lieben Sie die Atomenergie.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
10
21.2.2012, 20:51
[www.oekostrom.at]

@ kitzi: ist genau umgekehrt. Wenn mehr Ökostrom erzeugt wird, wird - bei gleichem Energiebedarf - weniger anderer Strom erzeugt. Was ist da so schwer zu verstehen ?

9+1 = 8+2

Ja bitte
11
21.2.2012, 21:22
Was bitte soll den die Ökostrom können was die

anderen nicht können?!
Ein paar 100kW Strom erzeugen indem man (Subventionssubventioniert!) wertvolle Lebens- und Futtermittel zu Faulgas(!) verwandelt?
Und den Rest der Energie bei der SalzburgAG zukaufen die den Grundlaststrom aus ihren Wasserkraftwerken zu Spitzenlaststrom "ummascherlt" wie es ihnen für den "Ökostrom"-Handel gerade passt und das was fehlt dann mit Schweröl-Kraftwerken und Atom-(Braunkole!)strom getriebenen PumpspeicherKW abdeckt?!
Unsere subventionsgeilen Welt"verbesserungs"Idioten lernen anscheinend echt nie dazu...

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
21
21.2.2012, 16:51
[underreported stories, n°7] +++AKW Temelin: Panne 2 Tage vertuscht+++

www.diepresse.com/home/poli... tik/733813

weitere Episoden: www.derstandard.at/plink/131... 4/23516456

Medicus58
01
21.2.2012, 16:50
wird Besuchern der Sinn der Strahlenschutzanzüge bewusst

also dem Redakteur offenbar nicht ... Die Anzüge und die auh zu erkennenden Mundmasken verhindern Kontamination und Inkorporation ... gegen die Ortsdosisleistung der so und so viel mSv/h helfen die Anzüge natürlich nicht ... nach fast einem Jahr Artikelschreiben sollte das zumindest endlich kapiert worden sein

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
53
21.2.2012, 16:41
[:)] [Atommüll]

Der deutsche Bundespräsident tritt zurück? Das kann nur eine Zeitungsente sein. Deutschland kann ja gar nicht mehr existieren seit letztes Jahr 7 AKWs abgeschaltet wurden. Ein Glück, dass der BP nicht gewählt werden muss, weil das ging ja jetzt schwer ... Wahllokale in Höhlen bei Kerzenlicht ? Hätte aber was für sich ... die Wahl bleibt geheim, auch ohne Sichtschutz rund um die Wahlurnen.

Lieben Gruß an die Atomfan-Forumianer ... À propos: was ist eigentlich aus General Cornwell geworden ? Durch vertrauensbildende Maßnahmen wie Protest-Essen von strahlendem Fukushima-Spinat gestorben ?

Ja bitte
13
21.2.2012, 21:25
Wen Sie mir diesen Spinat besorgen esse ich Ihn!

Trottl!

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