Homosexuell sein heißt für Mehrheit krank sein

20. Februar 2012, 17:00
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Umfrage von NGOs zeigt Ressentiments in der Bevölkerung auf, aber auch Bewusstsein für alltägliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen

Podgorica - 60 Prozent der MontenegrinerInnen halten Homosexualität für eine Krankheit. Dies geht aus einer von drei nichtstaatlichen Organisationen durchgeführten Umfrage hervor, die am Montag in Podgorica vorgestellt wurde. 17 Prozent der Befragten sind laut der Umfrage überzeugt, dass es in Montenegro keine Homosexuellen gibt. 

Bewusstsein für Diskriminierung

Knapp drei Viertel der Befragten haben allerdings keine Einwände dagegen, wenn ihren Kinder in der Schule der Themenkomplex Homosexualität nach wissenschaftlichen Kriterien vermittelt wird. 63 Prozent der Befragten gaben an, dass Homosexuelle in Montenegro diskriminiert werden und eine gefährdete Gesellschaftsgruppe darstellen, deren Rechte gestärkt gehören.

Bislang keine Gay Pride

Im vergangenen Mai war die erste in Podgorica geplante Homosexuellenparade abgesagt worden. Die VeranstalterInnen beklagten, dass die Behörden ihre Abhaltung unterstützt hätten, aber keine konkreten Aktivitäten diesbezüglich gesetzt hätten. Menschenrechtsminister Ferhad Dinosha hatte sich als einziges Regierungsmitglied gegen die Parade ausgesprochen. (APA)

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