Chisora droht lebenslange Sperre

20. Februar 2012, 16:59
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Ex-Weltmeister Haye kündigt Kooperation mit den Behörden an - Chisora entschuldigt sich für sein Verhalten

Den britischen Skandal-Boxern Dereck Chisora und David Haye droht nach dem Eklat am Rande des WM-Kampfes zwischen Chisora und Witali Klitschko am Samstag in München möglicherweise eine lebenslange Sperre. Das kündigte Robert Smith, Generalsekretär des Kontrollausschusses im britischen Boxverband, im Gespräch mit BBC Radio an. "Das ist eine Möglichkeit, natürlich. Wir können Strafen aussprechen, wir können sperren, und wir können die Lizenz einziehen", sagte er.

Da sich Haye allerdings seit Oktober 2011 offiziell im Ruhestand befindet, ist es unwahrscheinlich, dass er noch gesperrt werden kann. Der britische Verband könnte Haye aber eine neue Lizenz verweigern, sollte der 31-Jährige sich zu einem Comeback entschließen. In jedem Fall werden die Untersuchungen fortgesetzt.

"Ich werde mit dem Verbandspräsidenten sprechen und mit der deutschen Polizei, um die Situation einzuschätzen und angemessen zu handeln. Aber es wird sicher eine Anhörung und ein Disziplinarverfahren zur Folge haben - mit Sicherheit für Chisora", sagte Smith.

Chisora und Haye hatten bei der Pressekonferenz für einen gewaltigen Skandal gesorgt. Die beiden Briten lieferten sich nach gegenseitigen Provokationen eine handfeste Schlägerei. Chisora wurde am Sonntag von der Münchner Polizei verhaftet und befragt, kehrte am späten Abend aber noch nach London zurück.

Haye kooperationsbereit

Ex-Weltmeister David Haye hat am Montag in einer Erklärung seine Kooperation mit den Behörden angekündigt. Der Brite war nach der Prügelei mit Chisora noch in der Nacht auf Sonntag nach England zurückgereist. Während Chisora von der deutschen Polizei am Sonntag vorübergehend festgenommen wurde, wartet diese noch auf eine Befragung Hayes. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung.

Haye begründete seine überstürzte Abreise aus Deutschland mit den Morddrohungen, die er von Chisora erhalten habe. "Ich weiß, dass ich kein Engel bin. Ich habe kein Problem damit, Boxen durch harte Worte populärer zu machen. Aber so einen Aufruhr habe ich noch nie erlebt", erklärte Haye, der sein Bedauern über seine Involvierung in die Vorfälle betonte. "Ich werde die Boxverbände bereitwillig bei jeder Untersuchung unterstützen, die sie einleiten." 

Chisora einsichtig

Auch Chisora hat sich in einer Stellungnahme "von ganzem Herzen" für sein Verhalten entschuldigt. "Mein Verhalten war unentschuldbar, obwohl hinter den Kulissen viele Dinge abgelaufen sind, die meine Frustration zum Überlaufen gebracht haben", erklärte Chisora. "Das ist aber natürlich keine Entschuldigung."

Chisora war Witali Klitschko nach Punkten unterlegen. Am 14. März muss der aus Simbabwe gebürtige Schwergewichtler vor einer Verbandskommission aussagen. "Ich kann nicht in Details gehen, aber das BBBofC wird die Auseinandersetzung zwischen David Haye und mir genau untersuchen", versicherte Chisora. "Ich bin dabei von einer Flasche getroffen worden." (sid/APA)

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    Dereck Chisora (li) bei einer Plauderei mit Haye-Manager Adam Booth.

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