Firmenpensionen unter Wasser

20. Februar 2012, 15:47
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Überbetrieblichen Pensionskassen 2011 mit 3,30 Prozent negativ

Wien - Zwei von drei Beziehern einer Pensionskassen-Rente wird heuer wegen der schlechten Börse-Entwicklung im Vorjahr ihre Firmenpension gekürzt - soviel steht schon fest. Nun liegen auch die detaillierten Veranlagungsergebnisse der Branche vor. Demnach war die Performance der überbetrieblichen Pensionskassen 2011 mit 3,30 Prozent negativ, bei allen Kassen zusammen lag sie 2,96 Prozent im Minus, geht aus Daten der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) hervor.

Als Grundregel gilt für 2011: Je höher der Aktienanteil, desto schlechter die Performance. Daher waren die "dynamischen" Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) mit - unbereinigt - rund 41 Prozent Aktienanteil in der Asset Allocation gleich 5,07 Prozent "unter Wasser" bei der Wertentwicklung. Am besten behaupteten sich die VRG vom Veranlagungstyp "defensiv", die es bei durchschnittlich 3,2 Prozent Aktienveranlagung "nur" auf 1,71 Prozent Minus brachten.

In den letzten drei Jahren zusammen lag die Performance bei den "defensiven" VRG jedoch mit 3,03 Prozent p.a. im Plus, und die dynamischen erzielten in diesem Zeitraum sogar einen Wertzuwachs von 3,89 Prozent jährlich. Bei den Pensionskassen insgesamt betrug die Performance der letzten drei Jahre 4,05 Prozent p.a., bei den überbetrieblichen allein lag sie bei 3,79 Prozent p.a. Die betrieblichen Kassen wiesen einen 3-Jahres-Wertzuwachs von 5,70 Prozent p.a. auf, 2011 betrug bei ihnen das Minus nur 0,47 Prozent.

Laut Angaben des Pensionskassen-Fachverbands von Mitte Jänner gibt es heuer für rund 50.000 der insgesamt knapp 73.000 Bezieher einer Firmenpension Kürzungen von durchschnittlich rund 5 Prozent. Für rund 21.000 Bezieher bleibt die Pension gleich bzw. wird etwas höher. Hauptbetroffen von den Kürzungen sind jene rund 12.600 Pensionsbezieher, die mit einem hohen Rechnungszinssatz von mehr als 5 1/2 Prozent ausgestattet sind ("Altverträge").

Ende 2011 verwalteten die 17 Pensionskassen ein Vermögen von 15,46 Mrd. Euro, plus 3,8 Prozent. Die Zahl der Pensionskassenbegünstigten lag bereinigt um Doppelzählungen bei 792.930, davon waren 72.788 bereits Leistungsbezieher. Die durchschnittliche monatliche Zusatzpension lag im Vorjahr bei 502 Euro. Die Pensionskassen sind der größte private Pensionszahler in Österreich.(APA)

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