Österreich

400.000 Menschen leiden an einer seltenen Krankheit

20. Februar 2012, 15:22
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    foto: fischill pr/apa-fotoservice/prei

    Auch 2011 fand der Marsch der seltenen Krankheiten in Wien statt.

Im Schnitt dauert es drei Jahre bis zur Diagnose - Oft chronische und lebensbedrohliche Krankheiten

Wien - Krankheiten gelten dann als selten, wenn nicht mehr als eine Person von 2.000 Einwohnern davon betroffen ist. Das macht nicht nur die Entwicklung geeigneter Therapieformen schwierig, die Krankheit selbst bleibt für die Gesellschaft oft unsichtbar. Im Schnitt dauert es drei Jahre und bedarf drei verschiedener Ärzte, bis eine dieser Erkrankungen diagnostiziert wird. Das wurde bei einem Pressegespräch der Pharmig (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs) anlässlich des "Rare Disease Day" am 29. Februar bekanntgegeben. In Österreich leiden 400.000 Patienten an einer solchen Krankheit.

Einer der Betroffenen ist der siebenjährige Markus: Zweimal am Tag muss er inhalieren, um die Lunge zu befeuchten, bei jedem Essen Enzyme einnehmen, damit die Verdauung funktioniert. Alle zwei Wochen geht er zur Physiotherapie und regelmäßig werden Kontrollbesuche im Wiener AKH absolviert. So sieht das Leben des Buben aus, bei dem kurz nach der Geburt Cystische Fibrose diagnostiziert wurde. Dabei handelt es sich um eine der etwa 8.000 bisher bekannten seltenen Krankheiten.

Lebensbedrohliche Krankheiten

Bei den "Rare Diseases" handelt es sich um chronische, oft fortschreitende und häufig lebensbedrohende Krankheiten. Kinder machen die Hälfte der Patienten aus, 80 Prozent der Krankheiten sind genetisch bedingt. Dass nur wenige Menschen an diesen Leiden erkranken, erschwert die Durchführung klinischer Studien, was die Entwicklung von Medikamenten teuer und zeitintensiv macht.

"Ohne politischen Willen bewegt sich da nichts", betonte Martina Schmidt, Vorsitzende des Arbeitskreises Rare Disease der Pharmig. Im Jahr 2000 trat die "europäische Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden" in Kraft, die den Zulassungsprozess von Medikamenten verkürzt und erleichtert. Dennoch herrsche in diesem Bereich nach wie vor ein mangelnde wissenschaftlicher Kenntnisstand, erzählte Schmidt. Das wiederum führe zu einem Spießrutenlauf zwischen Behörden und Ämtern der Betroffenen, die unter einem permanenten Erklärungsbedarf leiden.

Mit dem vor fünf Jahren ins Leben gerufenen "Rare Disease Day" soll die Bevölkerung mit der Problematik konfrontiert werden. Er wird heuer am 29. Februar begangen, am 3. März findet außerdem in Wien der "Marsch der seltenen Krankheiten" statt. (APA)

Veranstaltungshinweis

"Marsch der seltenen Krankheiten", 3. März, Start: 10.30 Uhr vor der Oper in Wien

Informationsveranstaltung der Selbsthilfegruppen, 26.02.2012, Sbg. Landeskrankenhaus, Bildungszentrum, 10-16 Uhr

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Artikel über unterschiedliche Seltene Erkrankungen

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 46
1 2
SHG KLINEFELTER AUSTRIA
00
23.2.2012, 08:30
5. EUROPÄISCHER TAG DER SELTENEN ERKRANKUNGEN AUS SALZBURG

In Salzburg findet bereits am Sonntag,
den 26. Februar, der Tag der seltenen Erkrankungen statt. Schwerpunkt ist heuer auch der Schüler- und Lehrerbereich bei der Veranstaltung.
Veranstalter dieses Tages sind zahlreiche Selbsthilfegruppe.

"Schätzungsweise gibt es bis zu 8.000 solcher Krankheiten. Drei Viertel davon sind genetisch bedingt, wovon wiederum acht von zehn der Leiden schon im Kindesalter auftreten.
Die restlichen haben ganz unterschiedliche Ursachen, wobei es sich oft um Autoimmun-Störungen oder um seltene Krebsarten handelt."

Beginn ist um 10.00 Uhr im Bildungszentrum, Raum 104, Barrierefrei zugänglich im Salzburger Landeskrankenhauses. Wir

manto bamminger
20
21.2.2012, 15:29
chemtrails???

also im ernst jetzt.

NaOida!
71
21.2.2012, 14:52
Tja das ist das resultat der fehlenden selektion

Behandeln behandeln behandeln und das fehlerhafte erbgut geht weiter

twertwert
00
22.2.2012, 14:28
stimmt.

ein paar jährchen ohne behandlung und die ganze welt ist ohne krankheit.

So wie sie's halt jetzt schon ist, oder?

HK-11
00
22.2.2012, 08:46

Ach Gottchen, nicht jede Krankheit wird vererbt, das gilt auch für seltene weiters werden viele Krankheiten nicht erkannt...

};{
03
21.2.2012, 15:44
Gesetzt den Fall wir sollen Ihr Posting ernst nehmen: Im Fall von Erbkrankheiten ist wohl hoffentlich nicht das Behandeln das Problem...

...sondern unverantwortliche Leute, die wissentlich Kinder in die Welt setzen, welche von Erbkrankheit bedroht sind.

Wie erfahren Leute, dass sie keine Kinder bekommen sollen? Viele Krankheiten manifestieren sich erst, wenn "das Malheur schon passiert ist". Wollen sie jeden bei Geburt auf hunderttausende Gendefekte untersuchen, für die ein statistischer Zusammenhang mit irgendeiner Krankheit beschrieben ist? Nicht fortpflanzungswürdige Individuen sterilisieren, oder gleich erschießen?

Wie signifikant muss der Zusammenhang sein? Wie schwer darf die Krankheit sein? Dürfen Leute mit genetisch bedingt zu hohem Cholesterin dann auch keine Kinder kriegen, Allergiker, Asthmatiker, Neurodermitiker, Leute mit exotischeren Stoffwechselstörungen

So Nina
00
23.2.2012, 14:30
Es gibt...

...leider sogar Ärzte, die so eine Haltung vertreten. Ich selbst habe eine seltene Krankheit in sehr gemäßigter Ausprägung (KT-Syndrom), es gibt in Deutschland einen Spezialisten dafür, der eine Operation durchführen kann. Aber er macht es bei Frauen nur, wenn sie noch keine Kinder haben und rät betroffenen Frauen dazu, kein Kind zu haben (er "verbietet" ihnen direkt Kinder zu haben), da die Krankheit erstens vererbt werden kann (ist nicht sicher) und auf jeden Fall durch eine Schwangerschaft negativ in ihrem Verlauf beeinflusst wird.
Bei mir wurde die Krankheit erst 6 Jahre nach der Geburt meines Kindes diagnostiziert. Trotzdem würde sich der Arzt weigern, mich zu operieren....

manto bamminger
40
21.2.2012, 15:29
wird schon ein bisserl stimmen

aber laut darf man sowas heutzutage nicht mehr sagen.

HK-11
11
22.2.2012, 08:46

"aber laut darf man sowas heutzutage nicht mehr sagen."

Ein Klassiker in Österreich!

Bonair
13
22.2.2012, 12:30

Nein, sondern weil's dumm, falsch und diskriminierend ist.

bibliothekar
00
29.2.2012, 09:47

Bitte erklären. Falsch versteh ich noch. Dumm nicht und diskriminierend noch weniger.

Jehane
00
21.2.2012, 15:01

Im Fall von fehlerhaftem Erbgut hat man halt auch sowas wie Eigenverantwortung, d.h. wenn man weiß, dass man eine Erbkrankheit in sich trägt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weiter vererbt wird, sollte man sich gut überlegen, ob man tatsächlich Kinder in die Welt setzen und das Risiko eingehen will, dass sie die Krankheit erben. "Selektieren" kann man nicht. Nur entscheiden, ob man das Risiko in Kauf nimmt oder nicht.

mogodigo
01
21.2.2012, 13:06

ich hab auch so eine seltene krankheit (häufigkeit 1 zu 100.000).
mühsam ist es wenn ich ständig meinem umfeld erklären "muss" warum ich keinen alkohol trinke (leber). und auch mühsam ist es wenn ich permanent eine chefärztliche bewilligung holen muss für medikamente die ich über jahre nehmen muss.
sonst gehts mir zum glück eigentlich gut!

yoda3
201
20.2.2012, 18:16
ja sicher jeder 20te.

dann kommt jeder zu mr, ct und sonst noch welchen firlefanz, weil er sich überfressen hat und es zwickt.

Jehane
04
21.2.2012, 11:21

Sie wissen schon, dass CT, MRT und dergleichen nicht ohne Grund gemacht werden und überdies vom Chefarzt/der Krankenkasse bewilligt werden müssen? Zum Spaß kann man sich so einer Untersuchung nicht unterziehen. Aber jemand, der - ganz offensichtlich, ohne sich zu informieren oder auch nur den Artikel aufmerksam zu lesen - die Gosch'n aufreißt, ist sowieso nicht ernst zu nehmen.

HK-11
00
21.2.2012, 10:51

Wie nennt man das, was Sie haben eigentlich?

Irma la Douce
05
20.2.2012, 21:09
Trollitis? ist nicht selten ...

Roter Baron
02
21.2.2012, 10:27

ca. jeder fünfte wahlberechtigte hat sie.

};{
17
20.2.2012, 19:30
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit...

...und hoffe dass Sie nie an einer seltenen Erkrankung leiden mögen.

Nehmen Sie diese guten Wünsche von jemandem an, der im Lauf seines Lebens mindestens DREI voneinander unabhängige, seltene Erkrankungen erlitten, und sich keine davon ausgesucht oder durch ungesunden Lebenswandel provoziert hat.

};{
02
21.2.2012, 10:21
Na Rotstrichler, was hätten Sie denn gern?

Sarkoidose?
Akuter Keratokonus: über Nacht auf einem Auge fast blind und Hornhauttransplantation danach?
Astvenenthrombose der Netzhaut (anderes Auge) im jungen Erwachsenenalter, ohne diagnostizierbare Grunderkrankung?

Jehane
03
21.2.2012, 10:30

Nicht ärgern - es gibt Leute, die geben dauernd Rot, wurscht wie ausgewogen oder sachlich ein Beitrag ist. Was seltene Krankheiten angeht, halten sich manche für regelrechte Experten, obwohl sie selbst nie mit so einer Krankheit in Berührung gekommen sind. Solche Leute dürfen's ganz einfach nicht ernst nehmen, auch wenn's schwer fällt. Mir geht bei sowas ja auch die Hutschnur hoch.

};{
04
21.2.2012, 11:05
Danke für die tröstenden Worte :)

Es ist nicht mal so dass ich mich drüber grämen würde - ich hätte nur gern dass Leute, die sich vielleicht gedacht haben dass da nur jemand "groß redet", wissen wovon wirklich die Rede ist.

Würde man mir auf der Straße begegnen, käme man nicht auf die idee, dass ich an diesen Krankheiten leide.

Ich bin normalgewichtig, habe nie geraucht, nie Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert, mich mit keinen sexuell übertragbaren Krankheiten infiziert und habe kein berufliches oder durch Hobbies bedingtes Krankheitsrisiko.

Ich hatte offensichtlich Pech.

Und ich unterstütze jede Maßnahme, die in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür schärft, dass JEDER davon betroffen sein kann, ohne eigenes Verschulden an einem seltenen Leiden zu erkranken.

Selbsthilfegruppe Depersonalisation
00
10.5.2012, 18:52

Bin auch der Meinung, dass solche Aktionen unterstützt und gefördert werden sollten.

Jehane
02
21.2.2012, 11:19

Ja, das wäre schön, wenn sich manche Leute, bevor sie die Klappe aufreißen, mal genauer informieren anstatt zu sagen "Selber schuld". Manche Krankheiten treten völlig unabhängig vom Lebensstil auf. Die Mutter meines Lebensgefährten z.B. war immer sportlich, hat nie über die Stränge geschlagen, nicht geraucht, kurz: gesund gelebt. Und trotzdem musste sie seit ihrem 40. Lebensjahr mit der Diagnose Chorea Huntington leben. Gegen sowas kommt man mit der gesündesten Ernährung nicht an, und ich denke, bei anderen seltenen Erkrankungen ist es nicht anders. Das ist oftmals einfach Pech, Schicksal, eine Laune der Natur - wie auch immer man das ausdrücken will. Die Betroffenen können jedenfalls nix dafür.

Bonair
05
20.2.2012, 18:49
Sonderlich intelligent ist Ihr Beitrag nicht.

Hier geht es um zum Großteil angeborene Erkrankungen, für die der Kranke selbst absolut nichts kann.
Ihre "Ihr seid's alle blad und deswegen krank"-Vorstellungen sind fehl am Plartz.

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