UPC kündigt IPv6 für Privatkunden an

20. Februar 2012, 14:21
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Genauer Starttermin steht noch nicht fest - Mit dem Angebot könnte IPv6 in die Gänge kommen

Obwohl IPv6 die wegweisende Technologie für öffentliche und private IP-Netzwerke ist, zögern viele Internet-Provider noch und halten am Vorgängermodell fest. Dabei unterstützen alle gängigen Betriebssysteme, zahlreiche Netzkomponenten und viele Anwendungen das neue Kommunikationsprotokoll schon seit Jahren. Der Vorteil gegenüber dem derzeitigen Protokollstandard IPv4: Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, wie die verbesserte direkte Kommunikation zwischen mehrere Benutzern und Endgeräten, geringere Wartung und (teilweise) verbesserte Sicherheitseigenschaften. 

"Bis auf ältere Modems oder Set-Top-Boxen unterstützt unsere Hardware IPv6"

Als einer der ersten heimischen Internetanbieter will UPC seinen Privatkunden auch IPv6-Adressen zur Verfügung stellen. Die Technik steht, das Angebot soll 2012 starten. Dies bestätigte Firmensprecher Siegfried Grobmann dem WebStandard auf Anfrage. "Bis auf ältere Modems oder Set-Top-Boxen unterstützt unsere Hardware IPv6. Bei Bedarf werden Geräte getauscht." Allerdings steht der genaue Zeitpunkt der neuen Internet-Adressen noch nicht fest. Laut einem Branchenbeobachter könnte UPC das Startsignal im Sommer dieses Jahres geben. 

Mit dem Angebot könnte IPv6 in die Gänge in Österreich kommen

Das Internet-Protokoll (IP) ist ein zentraler Standard für die Selbstorganisation des weltweiten Datennetzes. Es ermöglicht eine eindeutige Identifizierung für jedes an das Internet angeschlossene Gerät.
Bisher gilt im Netz Version 4 des Internet-Protokolls: IPv4 wurde bereits 1981 festgelegt. Es legt die Adressen in einem Datenblock mit einer Länge von 32 Bit ab: Vier Folgen von maximal drei Ziffern zwischen 0 und 255, die durch Punkte abgetrennt werden. Damit sind 4,3 Milliarden Internet-Adressen möglich, von denen allerdings 600 Millionen reserviert sind, so dass nur 3,7 Milliarden übrig bleiben.

Sehr viel mehr Platz bietet Version 6: IPv6 vergrößert den Datenblock auf 128 Bit, was mehr als 340 Sextillionen Adressen ermöglicht, aufgeteilt in acht Zahlenblöcken. Diese werden nicht in Dezimalziffern, sondern in hexadezimaler Schreibweise notiert, also in einem 16er Zahlensystem mit den zusätzlichen Buchstaben a bis f. IPv6 wurde im Dezember 1998 als Standard verankert, bis heute aber erst ansatzweise umgesetzt, obwohl die letzten freien IPv4-Adressbereiche bereits vergeben wurden.  (sum)

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2 Jahre später: noch immer nichts in Aussicht

Ein Anfang wäre..

Wenn derstandard.at oder andere große österreichische Webseiten endlich IPv6 einschalten würden.

Für die ...

... ganzen Experten die hier versuchen den Adressmangel mit NAT/Por-Forwarding schönzureden:

Wie betreibe ich mit einer global gerouteten IPv4-Adresse 2 physikalische HTTP-Server (oder welches Protokoll auch immer) auf Port 80/443 (die global sichtbaren Ports, nix da mit "ich forwarde dann halt für den einen 80 und für den anderen 81)?

Hmm, geht nicht? Tja ... womit wir wieder beim Problem des IPv4-Adressmangels sind und genau den behebt IPv6.

In wirklichkeit

brauchst du für beliebig viele http-Server nur eine IP-Adresse. Setze einen Proxy davor (zB Squid im accelerator Mode) und leite anhand der url auf die internen Seiten weiter.

Das gilt aber nur für http. SSL-Verbindungen funktionieren so halt nicht. Da braucht man für jede SSL-Seite eine eigene IP. (Ja, man könnte auch ein Wildcard-Zertifikat nehmen und am Proxy den SSL-Offload machen. Geht aber halt nur wenn alle SSL-Websites unter der gleichen Hauptdomain erreichbar sind)

Ist das jetzt Satire?

Du hast ...

... wohl nicht verstanden, was ich damit aussagen wollte. Wenn dir das Szenario mit HTTP nicht gefällt, prima, dann machen wir halt SIP-Telefone daraus oder Mobil-Telefone mit VOIP/Skype oder halt irgendetwas anderes.
Oder einen besonderen Corner-Case wo die Knappheit von IPv4-Adressen besonders schwer zum tragen kommt: HTTPS, wo praktisch für jedes Zertifikat(/CN/Domain) eine eigene IP am Webserver benötigt wird, weil noch immer nicht alle User-Agents SNI beherrschen.

Conclusio: Freie IPv4-Adressen gehen zu Neige und IPv6 löst dies. Ich verstehe nicht warum das so einer großen Diskussion bedarf.

Das ist keine Antwort auf seine Frage.

Das ist ja auch keine seriöse Frage.

1. Wer hat nur eine IP und möchte darauf 2 gleichartige Server lassen? Das ist doch ein völlig unsinniges Szenario, das seit 30 Jahren gar nicht vorkommt.
2. Warum nicht beide Serverdienste auf einem Server lassen? Gerade bei Webseiten geht das (meistens) sehr gut und dann evtl. in Verbindung mit Load-Balancing
3. Das geht mit einer einzelnen IPv6-Adresse auch nicht.

Und zu ...

... "Das geht mit einer einzelnen IPv6-Adresse auch nicht.": Das stimmt, zeigt aber, dass du von den Vergaberichtlinien für IPv6 und dem generellen techn. Background dafür nicht viel verstehst: Die kleinste Entität die bei IPv6 an Kunden vergeben wird ist ein /64er Subnetz. Das sind brachiale 2^64-2 Adressen (oder 18446744073709551614) die sogar Max Mustermann in seinen kleinen vier Wänden bekommt.
Mit IPv6 komme ich gar nie in die unangenehme Situation nur eine IP zu haben. Ich könnte mit dem kleinsten Subnetz das gerouted wird das derzeitige IPv4-Internet 4294967298 mal abbilden.

Du solltest ...

... die Meta-Frage korrekter stellen: Wer hat mehr Server als freie IPv4-Adressen?

Derzeit wird das wohl hauptsächlich für junge, schnell wachsende RZs gelten (z.B. im universitären Bereich oder im Hosting/Cloud-Bereich). Und genau die müssen sich dann mit Krücken die NAT und Port-Forwarding behelfen.

Zum Thema Dienste auf einen Server zusammenfassen: Ja, sicher ein gangbarer Weg wenn es die Software zulässt, nur zeigt das, dass du nicht in einem professionellen Umfeld tätig bist wo oft die Voraussetzung für Support von Software-Herstellern ist, dass ihre Software auf dezidierten Systemen laufen um nicht von anderen Komponenten beeinflusst zu werden. Halte ich zwar für Humbug, ist aber gängige Praxis leider.

1.) ersetz halt webserver durch sshd

2.) mit anderen servern eventuell nicht erwünscht/sinnvoll

3.) du kriegst aber auch nie nur eine ipv6 adresse sondern einen ganzen block

1) Sag ich doch "gleichartige Server".
1a) sshd kann man auf anderen Ports laufen lassen.
1b) Wer hat denn mehr als einen sshd laufen, aber nur eine IP zur Verfügung? Das ist doch wirklich Unfug und kein ernsthaftes Problem, das sich nicht mit minimalem Aufwand umgehen lässt.
2) Wer solche Anforderungen hat, wird auch mehr als eine IP haben können
3) Und bei IPv4 gibt es NAT und Mappings usw.

Wenn man schon für IPv6 sein soll, dann kann man das aber ordentlich begründen und muss sich nicht solchen Unfug ausdenken..

1a) und dann hat man anwendungen die auf die rechner zugreifen sollen, wo man aber den standard port nicht ändern kann.

1b) ich zum beispiel. vermutlich noch einige andere.

2) hätte ich bei meinem provider noch nie gesehen

3) damit kann ich die beiden rechner von aussen trotzdem nicht über den gleichen port betreiben.

wenn du meinst, dass diese anforderungne unsinn sind, schön, nur weil du es nicht brauchst gilt das aber nicht für jeden.

Serverfarmen soll man auch nicht at home betreiben..

Und wenn man nicht in der Lage ist sshd auf einem anderen Port zu legen, dann loggt man sich halt auf einem Rechner global per ssh ein und kontrolliert von da aus dann die restlichen Rechner im LAN.
Das ist keine Hürde, demzufolge auch kein Argument.

IPv6 soll doch nicht dazu dienen dummen unfähigen Admins den Job zu erleichtern.

Wie gesagt: Für IPv6 gerne, aber dann mit seriösen Argumenten und nicht mit so einem Unfug.

virtualisierung ist das thema.

wenn ich meine kleine "server"farm zuhause betreibe, so laufen da folgende appliances und services:

webserver, gameserver
webserver-dev (2, für cluster-tests)
dns, smtp, ssh
domain/ldap
fileservices

das ist konsolidiert in einem tower-server problemlos realisierbar. dann gibts noch vpn (ipsec kann man nicht so einfach auf andere ports umbiegen), eine gehostete maschine und noch anderes zeug.

und was ist daran unfähig, best-practices und standards einzuhalten ? das müssen sie erstmal erläutern.

deine argumente sind aber auch mehr heisse luft als sonstwas.

erstmal, wo rede ich von einer serverfarm? ich will halt 2 rechner von aussen per ssh erreichen können.

und ja, ich könnte über 2 verschiedene ports gehen, ich könnte auch nur einen rechner von aussen ins lan routen und von dort weitermachen, aber ich kann eben _nicht_ einfach so beide rechner über den standard ssh port von aussen zugänglich machen ohne blödsinnige umwege.

was hat das mit dummen, unfähigen admins zu tun? ist es unfähigkeit, wenn man sich das ports weiterleiten und andere workarounds ersparen will und einfach für jedes gerät eine eigene adresse will?

zähl bitte mal deine sogenannten "seriösen" argumente auf...

"jedes gerät eine eigene adresse will? "

Kann man übrigens sofort in jedem beliebigen Rechenzentrum und bei jedem Server-Anbieter bekommen.

und der erfindet IPs... ?

nein - und darum kommt ipv6.

im übrigen ist ein grund für ipv6 jener, dass die amerikanischen ISPs (notabene comqast, iirc) mit den klassischen klasse-c-netzen in ihrem management-lan(s) nicht mehr auskommen. auch für sowas ist ipv6 super, denn im management-lan braucht nunmal jedes gerät eine IP. und bitte jetzt nicht diskutieren, wie man modem, tv-demux und telefon vielleicht ssh-forwarden könnte - die müssen unabhängig ansprechbar sein.

Die Umwege sind in dem Fall schlicht nötig und haben auch keine Nachteile. Mir fällt auch keine SW ein, die ssh nutzt, bei der man den Port nicht wählen kann.
Gerade bei SSH ist es also eine Scheinargumentation.

Seriöse Argumente? Kein Problem:
Mehr einzelne Menschen als IPv4-Adressen. IPv4 reicht schlicht nicht aus, um die ganze Welt mit Adressen zu versorgen.

DAS ist ein Argument.

Das mit ssh und co. ist vlt. etwas nervig durch den nötigen Aufwand (für die 3 Menschen, die das überhaupt betreffen könnte), aber mehr eben auch nicht.

also nicht genug adressen für alle menschen ist ein argument, nicht genug adressen für alle geräte keines.

du hast recht, was sind wir alles für deppen, dass wir uns unsere use cases nicht direkt von dir holen.

Einfach noch mal das Startposting angucken
http://derstandard.at/plink/132... 5/24995057

In der Tat. Wer sich so ein abstruses Szenario ausdenkt, dass 30 Jahre lang praktisch keine Rolle spielt, anstatt das naheliegenste Argument zu nennen, der setzt sich schon dem Verdacht aus ein Depp zu sein. Das Gleiche gilt für jemanden, dem das zu hoch ist und erst mühsam erklärt werden muss.

Alt aber immer noch gut/lustig zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=_y36fG2Oba0

@Belangsendung der Netzwerkausrüster

IPv6 ist für die Industrie der Netzwerkausstatter eine einzige riesige Goldgrube, mit dem Vorschlaghammer

sich nicht neuem zu verweigern

wird so jede Firmen-Chefetage weich geklopft, das spült satt satt Geld in die Kasse,

Solche http://www.youtube.com/watch?v=_y36fG2Oba0 Jubelgesänge zu finanzieren ist ob der zu erwartenden Rendite ein absoluter Klacks.

Ich würde ...

... sagen, wenn du zu der Veranstaltung geladen wirst, auf der das Lied vorgetragen wurde, dann darfst du IMHO wieder zu IPv6 posten. Deine Unwissenheit über Netzwerke wird durch das Verlinken von Youtube-Videos nicht kompensiert.

Eine besondere Perle der inszenierten Verunsicherung

http://www.youtube.com/watch?v=eYffYT2y-Iw

Geld Geld Geld Geld Geld Geld regiert die Welt,
Als IPv4 erdacht wurde gab es bereits mehr als 6 Milliarden Menschen auf Erde, allein Asien lebt bestens mit weniger IP Adressen als ein einziger Campus einer US Universität, staatliche Überwachungswahn treibt aber den IP Bedarf,
frage, staatliche Überwachung eine wichtige Internet Zukunfts- Funktionalität, ist eine Hundeleine für jeden einzelnen Netzteilnehmer essentiell?

Ich finde nicht.
Presse und TV bedingen auch keine 1:1 Teilnehmer Bindung, Presse und TV sind unverzichtbar für das Menschenrecht Meinungs- und Informationsfreiheit.

IPv6 ist das ultimative Instrument jeden Menschen einzeln an die Leine zu nehmen.

Wehren wir uns.

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