UPC kündigt IPv6 für Privatkunden an

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Genauer Starttermin steht noch nicht fest - Mit dem Angebot könnte IPv6 in die Gänge kommen

Obwohl IPv6 die wegweisende Technologie für öffentliche und private IP-Netzwerke ist, zögern viele Internet-Provider noch und halten am Vorgängermodell fest. Dabei unterstützen alle gängigen Betriebssysteme, zahlreiche Netzkomponenten und viele Anwendungen das neue Kommunikationsprotokoll schon seit Jahren. Der Vorteil gegenüber dem derzeitigen Protokollstandard IPv4: Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, wie die verbesserte direkte Kommunikation zwischen mehrere Benutzern und Endgeräten, geringere Wartung und (teilweise) verbesserte Sicherheitseigenschaften. 

"Bis auf ältere Modems oder Set-Top-Boxen unterstützt unsere Hardware IPv6"

Als einer der ersten heimischen Internetanbieter will UPC seinen Privatkunden auch IPv6-Adressen zur Verfügung stellen. Die Technik steht, das Angebot soll 2012 starten. Dies bestätigte Firmensprecher Siegfried Grobmann dem WebStandard auf Anfrage. "Bis auf ältere Modems oder Set-Top-Boxen unterstützt unsere Hardware IPv6. Bei Bedarf werden Geräte getauscht." Allerdings steht der genaue Zeitpunkt der neuen Internet-Adressen noch nicht fest. Laut einem Branchenbeobachter könnte UPC das Startsignal im Sommer dieses Jahres geben. 

Mit dem Angebot könnte IPv6 in die Gänge in Österreich kommen

Das Internet-Protokoll (IP) ist ein zentraler Standard für die Selbstorganisation des weltweiten Datennetzes. Es ermöglicht eine eindeutige Identifizierung für jedes an das Internet angeschlossene Gerät.
Bisher gilt im Netz Version 4 des Internet-Protokolls: IPv4 wurde bereits 1981 festgelegt. Es legt die Adressen in einem Datenblock mit einer Länge von 32 Bit ab: Vier Folgen von maximal drei Ziffern zwischen 0 und 255, die durch Punkte abgetrennt werden. Damit sind 4,3 Milliarden Internet-Adressen möglich, von denen allerdings 600 Millionen reserviert sind, so dass nur 3,7 Milliarden übrig bleiben.

Sehr viel mehr Platz bietet Version 6: IPv6 vergrößert den Datenblock auf 128 Bit, was mehr als 340 Sextillionen Adressen ermöglicht, aufgeteilt in acht Zahlenblöcken. Diese werden nicht in Dezimalziffern, sondern in hexadezimaler Schreibweise notiert, also in einem 16er Zahlensystem mit den zusätzlichen Buchstaben a bis f. IPv6 wurde im Dezember 1998 als Standard verankert, bis heute aber erst ansatzweise umgesetzt, obwohl die letzten freien IPv4-Adressbereiche bereits vergeben wurden.  (sum)

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