Rotes Kreuz verhandelt über zweistündige Waffenruhe

Zivilisten sollen aus Kampfzonen gebracht werden

Damaskus - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) verhandelt in Syrien mit beiden Seiten über eine Waffenruhe. Ziel sei es, der Zivilbevölkerung in den von den Unruhen am schwersten betroffenen Regionen lebensrettende Hilfe zu bringen, sagte eine Sprecherin des in Genf ansässigen ICRC der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Angestrebt werde eine zweistündige Kampfpause unter anderem in Homs, hieß es dazu in Diplomatenkreisen.

Es würden verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie die dringend nötige Hilfe geliefert werden könne, sagte die Sprecherin. Heftige Kämpfe toben vor allem in den Oppositionshochburgen Homs und Hama.

NGO: Politisches Vakuum droht

Die internationale NGO "International Crisis Group" (ICC) übt Kritik an der syrischen Opposition: Sie sieht die heterogene Opposition derzeit nicht in der Lage, einen funktionierenden Transitionsprozess nach dem Ende des Regimes von Präsident Bashar al-Assad zu bewerkstelligen. Vielmehr drohe ein überaus gefährliches politisches Vakuum, vor dem großem Teile der Bevölkerung Angst hätten, erklärte der Syrien-Beauftragte der Organisation, Peter Harling, nach einem Besuch in dem nahöstlichen Unruheland.

"Das Regime hat von Anfang an bestimmte Prinzipien verworfen, ohne die es keine politische Lösung des Konflikts geben kann", sagte Harling am Montag in einem AFP-Interview. Die Machthaber verfolgten das Ziel, ihre Gegner zu "fragmentieren" und das Entstehen einer massiven Volksbewegung aufzuhalten. Sie würden lediglich "Verfehlungen" des Sicherheitsapparats zugeben. Wenngleich das Regime einen "Dialog" anbiete und über eine neue Verfassung mit einem Mehrparteiensystem abstimmen lasse, wisse jedermann, dass es, sollte es die Krise überleben, "jeden Widerstand erbarmungslos ersticken" werde. Eine Lösung sei nur in Form einer "ausverhandelten Transition" möglich.

Schwerpunkt der ICC sind Analysen und Berichte über Konflikte in der ganzen Welt. Derzeit berichtet die Organisation mit Hauptsitzen in Brüssel, Washington und New York über rund 60 Länder.

Erstmals Demos in Damaskus

Nachdem es erstmals seit Beginn der Proteste gegen das syrische Regime vor elf Monaten auch in der Hauptstadt Damaskus zu großen Demonstrationen gekommen ist, wurden am Montag zahlreiche Festnahmen gemeldet. Vor Regierungsgebäuden wurden nach Berichten von Aktivisten Soldaten postiert, in mehreren Stadtvierteln Straßensperren errichtet. Der oppositionelle "Syrische Nationalrat" kündigte seine Teilnahme an der Konferenz der "Gruppe der Freunde Syriens" aus westlichen und arabischen Staaten am Freitag in Tunesien an. 

Regierungsgegner wieder freigelassen

Die syrischen Behörden haben nach Angaben eines Anwalts sieben am vergangenen Donnerstag festgenommene Regierungsgegnerinnen wieder freigelassen. Wie Anwar al-Bunni am Montag weiter mitteilte, kam auch der seit November wegen "Verbreitung von Falschinformationen" inhaftierte Filmemacher Firas Fajjad auf freien Fuß.

Unter den sieben bereits am Samstag freigelassenen Frauen befindet sich den Angaben zufolge unter anderen die 31-jährige Bloggerin Rasan Ghassawi. Sie war am Donnerstag zusammen mit 13 anderen Oppositionellen im Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit in Damaskus festgenommen worden. Dem Anwalt zufolge wollten die syrischen Sicherheitsdienste Näheres über das Zentrum und seine Finanzierung in Erfahrung bringen. (red/APA/AFP)

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Syrian Network for Human Rights - London

mit uns hat niemand gesprochen - auch unser ansprechpartner in homs wurden von niemanden kontaktiert

dazu passt auch das:

This is not the first time which the ICRC has misrepresented the reality, for on 14 February, 2012, they stated that they had spoken with Syrian authorities and were assured that assistance would reach Baba Amro, Al-Inshaat, Al-Khalidiye and Ar-Rifa’ee. Upon verifying this information with our SNHR colleagues in these districts, they assured us nothing had been received by the residents. Dr. Muhammad AlMuhammad, a doctor in these districts, verified that no type of assistance had reached them.

"the ICRC has misrepresented the reality"

An den Verdiensten und zur Glaubwürdigkeit des ICRCross/Crescent hab ich jedenfalls wenig Zweifel, kaum Bedenken;

weniger, als bei so manchem entrepreneurial war hawk, der sich hier (!), von interessierter Seite lancierte Meldungen diensteifrig reproduzierend, breit macht.

http://www.icrc.org/eng/resou... -01-25.htm

http://www.nytimes.com/2012/01/2... syria.html
_ _ _ _

http://derstandard.at/plink/132... id24553300

http://photos.state.gov/libraries... caplan.pdf

das problem fürs ICRC ist das chaos

Assad hat doch längst die kontrolle verloren - hezbollah hört auf den iran und die FSA sind lokale verbände, die oft keinen kontakt zu anderen haben.

teilweise gibts auch in damaskus keinen strom mehr - teile der infrastruktur sind zerstört - preise steigen täglich und langsam wird ALLES wichtige knapp

im unterschied zu tripoli ist dort winter - es ist alles viel schlimmer

In Libyen liegt auch Schnee ....

Was für ein bedauernswertes Häuflein Kanonenfutter!

Damit will ich nicht ihre Kampfkraft und Aussichten charakterisieren, gegen die syrische Armee zu bestehen, sondern das Verhältnis ihrer Motive und der Zwecke und des Nutzens, für den eine unbekannten Zahl von ihnen verheizt werden wird.

Eines muss schon noch dazu sagen,
es werden von Tag zu Tag mehr Videos von Gotteskriegern, und pro Video werden auch mehr gezeigt.
Also irgendwas machen die syrischen Truppen falsch?
Seit Wochen und Monaten verfolgen sie die Aufständische und Bewaffneten, und die vermehren sich.

Nicht "die Bewaffneten vermehren sich", sondern die

Videos, nachdem die imperiale Unterstützung für fundamentalistische Krieger "durch" ist - ganz offiziell mit und auf dem Forum "Freunde Syriens". Zugleich gab die zweiwöchige Offensive der Armee das Signal, ihr Eskalationen von der GEgenseite anzulasten. Stink normales PropagandaGESCHÄFT. Dank an Deine Führungsoffiziere für die Bestätigung.

Ich schliesse halt vom vermehrten Auftauchen von Videos und aufgrund der Analyse dieser Videos darauf,
dass es mehr bewaffneten Widerstand gibt.
Das mag zulässig sein, oder nicht, falsch oder richtig sein.

Im übrigen, welche Führungsoffiziere meinen Sie?
Ich werde von niemanden geführt, ich schaue
mir nur auf Youtube diverse Kanäle an.

Nicht die Bewaffneten "vermehren" sich, sondern

ich war bisher eher pro Assad weil er die islamisten bekaempfte aber jetzt hab ich reportagen gesehen wie seine truppen systematisch alle vermutlichen gegener zum teil ueber wochen mit mittelalterlichen methoden zu tode foltern, sogar 12 jaehrige kinder.

dieses regime hat seine legitimation verloren, allerdings sind die islamistischen rebellen noch viel schlimmer. Robert Fisk hoerte berichtete von enthauptungen von christen in homs

die rebellen zu unterstuetzen bringt noch schlimmeres

Robert Fisk hoerte berichtete von enthauptungen von christen in homs

Robert Fisk ist Augenzeuge?

das herrschaftskalkül in syrien

ist im prinzip sehr einfach gestrickt: a) einschüchtern, wenn das nicht hilft b) foltern, wenn das nicht hilft c) umbringen.

Simpel, aber effektiv.

"Die Machthaber verfolgten das Ziel, ihre Gegner zu "fragmentieren" und das Entstehen einer massiven Volksbewegung aufzuhalten. "

LOL.

Sogar das FRAGMENTIEREN wirft man Assad nun vor.

Dabei ist die Situation UMGEKEHRT:

Es gab auch vor den bewaffneten Terroristen Oppositionsgruppen die sich mit Mordanschlägen nicht identifizieren können.

Das Saud-Regime versuchte die Proteste in einen blutigen Aufstand zu verwandeln. Man hoffte das die NATO und die Türkei eingreift. Das ist bis heute nicht geschehen.

Wieso sollen friedliche Demonstranten irgend etwas mit den Salafisten zu tun haben wollen?

"Die Machthaber verfolgten das Ziel, ihre Gegner zu "fragmentieren" und das Entstehen einer massiven Volksbewegung aufzuhalten. "

Tuns nicht so naiv.
Uraltes Prinzip.
Das auch dem Terrorregime in Syrien nicht fremd ist.

Terror .....

Brain terror sind die meisten ihrer kommentare !!!
MFG

Man wirft dir was hin

und du fängst zu bellen an - artiges Hündchen, brav bist du!

Wie spricht ein Honzo?

Entstehen einer massiven Volksbewegung aufzuhalten.

Ist es nicht so, daß nach fabrizierter Realität der Mainstreammedien in ihrem Medienkrieg gegen Syrien, dasselbe nicht schon längst einen "massiven Volksaufstand" erlebe, und "das Régime" kurz dabei sei zu implodieren? Die Destabilisierungspolitik erlebt in Syrien aufgrund des starken Willens der Regierung und der Bevölkerung einen herben Rückschlag. Mit Kidnappern, Rotten von Terroristen und Räuberbanden ist kein "Aufstand" zu machen. $ 2Mrd an jahrelanger Finanzierung der subversiven Kräfte, die Rekrutierung von Schwerstkriminellen und scheint sich als arge Fehlinvestition zu erweisen.

es waren bestimmt mehr als 2 milliarden.

mal "bekentnisse eines economic hitman ansehen" (oder so ähnlicher titel).
da wird erst einem übel.

Übrigens, fabrizierte Realität

Wir wissen alle dass die Realität in den staatlich kontrollierten syrischen Medien eine fabrizierte ist.
Mehr dazu demnächst in diesem Kino.

2 Milliarden sind weit übertrieben, aber es ist fakt, dass (zumindest) die USA die Syrische Opposition mit 6.Millionen Dollar unterstützt hat.
http://www.nachrichten.de/reise/Wik... 92123.html

Ich such ihnen gerne mehr Quellen raus, wenn sie mehr wollen ;)

Und was hat das jetzt mit der fabrizierten Realität der syrischen Medien zu tun?
Wenns wollen, könntens dieses Thema mal recherchieren ;)
Na?

doktorchen - es wird trotz aller mühe kein literaturpreis

Na, da haben sich zwei gefunden: Pinky und Dr, Brain der politischen Analyse. Ob es nicht eher 2 Billionen Dollar waren - bei der Hgh Tech Ausrüstung der Aufständischen.

Die Einsicht verbreitet sich,

dass mit dieser Opposition kein Staat zu machen ist.
Diese Banden machen vor allem auf Grund ihrer Gewalttätigkeit sich von sich reden.
Warum sie dennoch noch immer von den USA logistisch und mit Waffen unterstützt werden?
Reicht es den USA mittlerweile schon, wenn nur Blut fließt?

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