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vergrößern 600x450Arbeiten an einer Prozessveränderung im Bauwesen (v. l.): Karl Friedl (M.O.O.CON), Stephan Heid (Heid Schiefer Rechtsanwälte), Wolfgang Kradischnig (Delta), Susanne Schindler (first facility) und Georg Soyka (Soyka Silber Soyka Architekten).
Früher war alles viel einfacher: Erst wurde ein Gebäude geplant, und wenn dieser Planungsprozess abgeschlossen war, ging es an die Ausführung der Bauarbeiten. Schließlich folgte die Übergabe an die für den Betrieb des Objekts verantwortlichen Verwalter. Die jeweiligen Prozesse erfolgten "hintereinander additiv", niemand redete dem anderen drein - schon gar kein späterer Nutzer.
Geht es nach der im Vorjahr gegründeten "IG Lebenszyklus Hochbau", soll sich das möglichst rasch fundamental ändern: Die Gruppe um die Gründungsmitglieder ÖGNI, M.O.O.CON, Delta, Heid Schiefer Rechtsanwälte, ATP Architekten und Heinrich & Mortinger strebt die Implementierung eines integralen Prozesses an, in den alle beteiligten Unternehmen von Anfang an einbezogen werden - von der Finanzierung über die Planung, die Beschaffung und die Errichtung bis hin zum Betrieb.
"Kampf gegen Windmühlen"
Dass das nicht einfach ist, versteht sich quasi von selbst. "Wir arbeiten zum Teil gegen Windmühlen. Aber ich glaube, es zahlt sich aus", sagte M.O.O.CON-Chef und IG-Vorstandssprecher Karl Friedl bei einem Pressetermin am Montag. Er wies darauf hin, dass es in anderen Branchen unabdingbare Voraussetzung sei, 30 Jahre lang eine "ganzheitliche Verantwortung" auszuüben - etwa im Energiebereich. "Oder auch im Flugzeugbau."
Gut 30 Firmen gehören dem Netzwerk derzeit an, die Zahl 40 wird von Friedl für heuer angestrebt. Dass noch kaum öffentliche Firmen mitmachen, zählt zur von ihm erwähnten Kategorie Windmühlen. Neben der Kommunalkredit findet sich bis dato nur die Landesimmobiliengesellschaft (LIG) Steiermark unter den Förderern der IG Lebenszyklus Hochbau, noch keine andere Landes- geschweige denn die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Friedl dazu, in eher resignierendem Ton: "Es laufen Gespräche."
Sechs Arbeitsgruppen
Um weiter strukturiert am "bereichsübergreifenden Dialog" zu arbeiten, hat sich die IG Lebenszyklus Hochbau nun jedenfalls nicht nur als Verein eintragen lassen, sondern auch sechs Arbeitsgruppen gebildet, die bis Ende des Jahres "Meilensteine" definieren sollen, "in welchen die einzelnen Bereiche ihre Prozesse im Sinne einer Lebenszyklus-Orientierung anpassen müssen", erklärte Friedl. Vorstandsmitglied Wolfgang Kradischnig, Geschäftsführer der Delta Holding, präzisierte: Vier Arbeitsgruppen erledigen die "Basisarbeit" ("Planung", "Errichtung", "Finanzierung", "Betrieb"), die fünfte sorgt für die Integration der Ergebnisse im gemeinsamen Lebenszyklus-Modell, die sechste Gruppe unter der Leitung von ÖGNI-Präsident Philipp Kaufmann kümmert sich um die politische Umsetzung bzw. Verankerung der Ergebnisse.
Schützenhilfe bekommt die IG dabei von der EU: Seit Dezember wird auf europäischer Ebene an einer Richtlinienverordnung zum Vergaberecht gebastelt, die vorschreiben soll, dass die gesamten Lebenszykluskosten bei der Ermittlung des Bestbieters berücksichtigt werden müssen. "Die Integration von Lebenszyklus-Kosten in das österreichische Vergaberecht steht im Baubereich bis Mitte 2014 an", ergänzte Stephan Heid von Heid Schiefer Rechtsanwälte. "Bis dahin müssen nachvollziehbare Berechnungsmethoden entwickelt werden."
Mittelstand muss ins Boot
Mitentscheidend für den praktischen Erfolg sei die Marktakzeptanz, so Heid. Wichtig sei es deshalb, auch mittelständische Firmen ins Boot zu holen, meinte Friedl - und warf gleichzeitig eine wichtige Frage auf, die es zu klären gilt: "Kann der Mittelstand die Risiken, die die ganzheitliche Verantwortung mit sich bringt, übernehmen?"
Schon bei der ersten Vorstellung des Lebenszyklus-Modells der IG hatte es, wie berichtet, erhebliche Bedenken kleinerer Architekturbüros gegeben, die den erheblichen Mehraufwand in der Planung als nicht mehr zu bewältigen erachteten. Die IG-Vertreter kündigten am Montag dazu jedenfalls Dialoge "auf Augenhöhe" an. (Martin Putschögl, derStandard.at, 20.2.2012)
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ist sehr innovativ und wird, falls das durchgesetzt wird, zu ziemlichen Verwerfungen führen. So kann ein billiges Material im Endeffekt doch teurer kommen, als ein nicht so preiswertes.
Erfahrungen gibt es bereits: in Jordanien wurde mit diesem Ansatz die Stromkosten von Wasserpumpwerken um bis zu 60% reduziert...
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