Umbau

Cinnamon: GNOME-Shell-Fork schreitet voran

Andreas Proschofsky, 20. Februar 2012, 12:53

Version 1.3 mit weiteren Einstellungsoptionen - Versucht modernen Desktop im klassischen GNOME2-Design zu bieten

Mit Linux Mint 12 hat sich die auf Ubuntu basierende Distribution dazu durchgerungen in Desktop-Fragen einen eigenen Weg zu beschreiten: Statt der Ubuntu-Oberfläche Unity nutzt man eine mit diversen Erweiterungen stark angepasste Variante der bei GNOME3 genutzten GNOME Shell. 

Abspaltung

Für die kommende Ausgabe der Distribution will man noch einen Schritt weitergehen, also hat Mint-Entwickler Clement Lefebvre vor einigen Wochen einen Fork der GNOME Shell angekündigt: Cinnamon nennt sich das Ganze und soll einen klassischen GNOME2-Look auf Basis moderner Technologien bieten. Die Möglichkeit den Desktop nach Belieben anpassen zu können, stellt einen weiteren Schwerpunkt der Entwicklung dar.

Update

Nun gibt es bereits Cinnamon 1.3 und dies bringt wieder so manch zentrale Neuerung: So können Panel-Applets jetzt per Drag & Drop an die gewünschte Stelle verschoben werden. Auch die Einstellungen hat man erweitert, neben Cinnamon-spezifischen Funktionen wird nun auch all das, was bisher vom GNOME Tweak Tool geboten wurde, abgedeckt. In diese Kategorie fallen etwa Font- oder Theme-Settings.

Download

Cinnamon 1.3 kann in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden, zudem gibt es fertige Pakete für diverse Distributionen, darunter etwa Ubuntu 11.10, Fedora 16 und natürlich Linux Mint 12. (apo, derStandard.at, 20.02.12)

Kommentar posten
23 Postings
go-east
00
21.2.2012, 10:32
nette sache diese vielfalt

aber für den user manchmal etwas anstrengend...
habe mich nun an Gnome 3 so schön gewöhnt, sollten da lieber fine-tuning machen als schon wieder was neues (bzw. altes) zu warten !

Tofix67
00
20.2.2012, 20:35
Unity ist super!

:))

Bastian Balthasar Bux
00
20.2.2012, 19:58
Yeahyeahyeah

so wie es aussieht wird die kommende linuxmint lts wieder meine erste wahl, da man (zumindest lt. screen) dieses ka*k top-panel raushauen kann.
also doch kein erzwungener umstieg auf openSuSE mit kde.

danke an das ganze lm team!!!

aceFruchtsaft
00
20.2.2012, 20:16

KDE ist super. :P (openSUSE weniger..)

Bastian Balthasar Bux
00
20.2.2012, 20:21

wobei opensuse die einzigen sind die ein domainlogon via dropdown schaffen (afaik).
falls du da alternativen hast <--- her damit!

aceFruchtsaft
00
20.2.2012, 22:35

Leider nein. Mit winbind/pam/nss musste ich mich gsd schon Jahre nicht mehr befassen, das beschleunigt nur ungemein den Alterungsprozess. ;)

Bastian Balthasar Bux
00
21.2.2012, 11:07

naja, winbind/pam/nss ist nit soo schwierig. ich empfehle das buch 'Linux im Windows-Netz' von Roderick W. Smith bei O'Reilly.
die meisten probleme bei der auth sind nach mE auf einen zu grossen timeshift zurückzuführen. daher immer einen ordentlich konfigurierten ntp-server im eigenen netzwerk verwenden!

Das was mir so unheimlich auf die Ei*r geht ist, dass gdm und lightdm nicht in der lage sind ein domain-dropdown zur verfügung zu stellen. (was bei opensuse aber sehr wohl funktioniert!)
für 'normale' user ist die eingabe domain\user als benutzername schlicht nicht machbar aufgrund fehlender intellektueller kapazitäten.

aceFruchtsaft
00
22.2.2012, 01:34

Ich hab nss_ldap/pam_ldap im Einsatz, aber winbind habe ich immer gehasst. Zumindest vor 1-2 Jahren war es ein moving target mit x Bugs, und keine Doku war wirklich aktuell. Dass das Samba-Team 2 mal die Konfiguration dafür komplett geändert hat, war auch nicht gerade hilfreich.

Unter Windows es ist doch seit Vista auch so, dass man kein Domain-Dropdown mehr hat. Oder gibt es irgendwo eine gut versteckte Option, um das wieder zu aktivieren? Eine klassische Verschlimmbesserung gegenüber den Login-Scren von XP, aber Hauptsache bunt.

Bastian Balthasar Bux
00
22.2.2012, 16:01
Vista? Was ist das? ;)

habe privat wie beruflich nahtlos und schmerzfrei die desktop-migration von windows xp auf linuxmint bzw. opensuse durchgezogen. :-)
aber ja, ich musste heute ausnahmsweise wieder mal sysadmin spielen und einen w7 rechner in unsere domain hängen.
1. domain beitreten ist schlichtweg nur mehr über die suche in der sys-strg auffindbar (die funktioniert dafür recht flott). netzwerkeinstellungen findet man auch nimmer so ohne weiteres. schnellster weg insgesamt für admins: Super_L -> mmc -> Enter ..
2. benutzer wechseln -> administrator -> domain\administrator .... was für ein krampf. ...

lauter verschlimmbesserungen. find ich echt unfuckingfassbar. ;)

Abweichung
 
01
20.2.2012, 16:39
Hmm

Sieht aus, als wär's vom Grundprinzip eine verbesserte Windows-XP-Oberfläche mit einem GNOME-Shell-Theme. Wer's braucht...

Grundsätzlich hab ich ja nix dagegen, dass sich jeder seinen eigenen Desktop baut, ist ja das schöne an Linux. Aber ich fürchte, dass die zunehmende Diversifivizierung die Weiterentwicklung der einzelnen Oberflächen hemmt. Schließlich ist ja die Manpower begrenzt.

Übrigens: Dass jedes Mal der Aktienkurs von Royal Dutch Shell eingeblendet wird, wenn's um die GNOME Shell geht, hat das Zeug zum Running Gag.

Noleilei
05
20.2.2012, 15:46

Der Fork ist meiner Meinung nach nicht die beste Entscheidung.
Ich hab mir die Features mal durchgesehen und mit den Extensions kann ich 90% von Cinnamon in Gnome3 umsetzten. Der Rest hätte sich wohl auch noch klären lassen.

Im Endeffekt ists wieder ein Projekt das gewartet werden will, nur damit Gnome3 das Look&Feel von Gnome2 oder (tlw.) KDE4 hat.

Kurt Fleisch
03
21.2.2012, 04:38

sehe ich genauso. und wenn ich mir die "applets" ansehe, ist der code einfach aus den vorhandenen gnome-extensions übernommen worden (bspw. ist das recent-applet zu 95% der code meiner recentitems-extension... eigenwerbung ;-)).

fände es sinnvoller, wenn die mint-leute ihre ideen direkt für die gnome-shell entwickeln und zur verfügung stellen würden. dann hätten die user aller gnome-basierenden distributionen auf einfacherem wege etwas davon (aber vielleicht will mint auch user binden).

Freud’scher Verbrecher
00
20.2.2012, 16:37
Oberfläche "aus einem Guss" statt ein Stückwerk aus mehreren "unguided" GS-Extensions

Ich glaube gelesen zu haben, dass das Problem bei den GS-Extensions ist, dass man nicht beeinflussen kann, in welcher Reihenfolge sie geladen werden (manch eine Extension muss vor oder eben erst nach einer anderen Extension geladen werden) und - wie ich selbst schon leidvoll erfahren habe - nehmen die Extension aufeinander keine Rücksicht, sodass eine Extension durch eine andere bis zur Unbrauchbarkeit gestört werden kann.

Deshalb hat sich das Mint-Team entschlossen, die Sache selber in die Hand zu nehmen und eine Oberfläche "aus einem Guss" statt ein Stückwerk aus mehreren "unguided" GS-Extensions anzufertigen.

Ich hoffe meine Erinnerung stimmt so halbwegs ;-)

Abweichung
 
00
20.2.2012, 16:51

Das mag sein, aber die Frage ist, welches Ziel man mit dieser oder jener Vrogehensweise verfolgt: Sinn der GS-Extensions ist es, zusätzliche Funktionalitäten einzubauen (Beispiel Abschaltbutton). Da die Bedürfnisse der User unterschiedlich sind, ist es IMHO durchaus sinnvoll, da großen Spielraum für individuelle Anpassbarkeit zu lassen.

Bei Cinnamon habe ich bislang eher den Eindruck, dass es weniger um erweiterte Funktionalität geht als darum, die Optik und den Workflow möglichst so zu bauen, wie sie die meisten User von früheren Oberflächen (GNOME 2, Win XP) gewohnt sind. Zielgruppe scheinen mir die zu sein, die vor allem keine Lust haben umzulernen - was ich durchaus für legitim halte.

Bastian Balthasar Bux
10
20.2.2012, 20:26

genau. hier geht es hauptsächlich darum keinen gnome2 fork zu machen, was mittel bis langfristig nur ins aug gehen kann, sondern einen gnome3 fork, der das kann was der user will.
ich finde das ganze mehr als legitim. ich mag auch kein top-panel und auf den acitivties dreck sch** ich genauso wie auf den ms-ribbon. ich lass mich gern verarschen, aber ich erwarte mir, dass man sich dabei mühe gibt!

Noleilei
00
20.2.2012, 16:44

Eben. Das sind minimalste Änderungen an Gnome3 und werden sicher auch im offiziellen Gnome3 umgesetzt.
Und Mint hätte dann ein Standard Set an Extensions warten können.
Insofern bleib ich dabei: schlechte Idee.

Mr.URNs
00
20.2.2012, 14:21

eine gnome3 fork, damit ich am ende was habe, was aussieht wie gnome2? ich weiß ja nicht...
wenns unter der haube unbedingt notwendig ist....

Jaden Leningrad
00
21.2.2012, 15:36
asdfg

es ist ein gnome-shell fork, kein gnome 3 fork.

Bastian Balthasar Bux
00
20.2.2012, 20:28

ein gnome2 fork geht mit sicherheit schneller in die binsen als ein gnome 3 fork. schon allein wegen der frameworks und damit zusammenhängend den applikationen, weil letztere das eigentlich wichtige sind.

@speendo != @speedo
 
00
20.2.2012, 13:53
hübsch ist es ja

wofür das gut sein soll ist eine andere Frage...

panta ray
01
20.2.2012, 13:53
Ich wünsch den MINTlern das Beste...

...aber irgendwie sitzen's zwischen den Stühlen. Wenn ich wirklich was Neues und Modernes will, dann nehm ich gleich die Original-GNOME 3-Shell. Wenn ich's lieber klassischer mag, dann schaut mMn LXDE wesentlich konsistenter aus...

das_ist_fledermausland
11
20.2.2012, 13:03

Sieht irgendwie aus wie KDE

novalue
00
20.2.2012, 18:30

dacht ich mir auch.. wenn man das gnomeshell prinzip wirklich nicht mag (warum auch nicht - jedem das seine) warum forkt man dann anstelle den desktop zu nehmen der bereits genau so funktioniert und aussieht wie man möchte..

verschiebbare panel-applets?

"Die Möglichkeit den Desktop nach Belieben anpassen zu können, stellt einen weiteren Schwerpunkt der Entwicklung dar."

kde lässt grüssen!

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