Medikament gegen aggressive Melanom-Erkrankung zugelassen

20. Februar 2012, 11:41
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Teil von "zielgerichteter Therapie"

Basel/Brüssel - Bessere Therapiemöglichkeiten bei aggressiven Formen des Melanoms: Mit "Vemurafenib" wurde jetzt von der EU ein völlig neues Arzneimittel zur Behandlung solcher Erkrankungen zugelassen. Medikamentös gab es bisher kaum Möglichkeiten, den Verlauf zu beeinflussen.

Die Europäische Kommission registriert das Arzneimittel für die Behandlung des inoperablen oder metastasierenden Melanoms, das eine BRAF-V600-Mutation aufweist. Dabei handelt es sich um die aggressivste Form von Hautkrebs. Vemurafenib hemmt gezielt mutierte Formen des BRAF-Proteins, die bei rund der Hälfte aller Fälle des malignen Melanoms festgestellt werden. Es handelt sich bei dem neuen Medikament um ein Mittel der "zielgerichteten Therapie" bei Krebs. Solche Arzneimittel wirken jeweils nur bei bestimmten Gen-Konstellationen beziehungsweise Oberflächenmerkmalen von Tumoren.

In den zulassungsrelevanten klinischen Studien war die Substanz das einzige Medikament, welches das Leben sowohl bei nicht vorbehandelten als auch bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom signifikant verlängerte. So reduzierte sich das Sterberisiko für Patienten, die das Medikament erhielten, um 63 Prozent. Das durchschnittliche Gesamtüberleben stieg von 9,6 auf 13,2 Monate. Das Medikament wird nur bei Patienten verwendet, bei denen die Tumorzellen auch wirklich die BRAF-V600-Mutation aufweisen. (APA)

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