Volksvertreter abtreten!

Leserkommentar

Egal, wo man hinsieht: Außer in den kleinen österreichischen Gemeinden und vereinzelt auch in Kleinstädten findet man Politiker, die zwar von uns in ihr Amt gewählt wurden, es aber nicht oder nicht mehr in unserem Interesse ausführen

Ein treffendes Beispiel hierfür ist Bregenz. Die kleine Stadt im Westen unserer Republik hatte, ich schreibe bewusst "hatte", einmal großes Potenzial. Zahlreiche Unternehmungen, die heute international erfolgreich sind, haben hier begonnen. Mit der zunehmenden Entfernung von den Interessen der Bürger und hier ansässigen Unternehmen und der fortwährenden Fixierung auf schlecht zahlende Touristen hat Bregenz sich in eine wirtschaftlich und auch sozial absolut falsche Richtung bewegt und steckt jetzt in der Klemme. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die am Bodensee gelegene Landeshauptstadt pleite ist. Der Bürgermeister sucht die Schuld selbstverständlich beim Land und dem Bund, wobei für die Misere in Bregenz bestimmt nur die Bregenzer Politiker selbst verantwortlich sind und sonst niemand.

Das Problem ist überall dasselbe

Genauso wie in Bregenz ist es auch in diversen Bundesländern und speziell in der Bundespolitik. Alle müssen Abstriche machen - im Speziellen die Bürger der Mittelschicht und darunter -, nur nicht die Politiker selbst. Wer einen Vorteil für sich sieht und einen für die Bürger, der entscheidet sich für den persönlichen Nutzen. An sich ist es menschlich, dass man sich immer zu seinen Gunsten entscheidet. In der Politik sollte das aber nicht so sein, schließlich ist ein gewählter Politiker ein Vertreter des Volkes und nicht von sich selbst.

Radikale Änderungen

Die Beseitigung all dieser Sorgen ist nicht einfach. Wie kann man Sie am besten angehen? Ich denke, dass eine radikale Änderung der politischen Strukturen in Österreich, eine Art Neustart, die einzig mögliche Lösung ist. Wie diese Änderung aussieht, darüber sollten sich Leute den Kopf zerbrechen, die etwas davon verstehen - nur keine Politiker. Die sind nämlich von diesen Änderungen betroffen und entscheiden, wie eben schon erwähnt, immer so, dass es sich für sie rentiert, und nicht für den Bürger, dem sie eigentlich ihren Job verdanken. (Leserkommentar, Christopher Schneeweiß, derStandard.at, 20.2.2012)

Autor

Christopher Schneeweiß, geboren 1988 in Bregenz, ist Jungunternehmer in der Werbe- und Informatikbranche. www.facebook.com/christopher.schneeweiss, https://twitter.com/#!/chschneeweiss

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