Griechenland-Rettung kommt auf den Weg

21. Februar 2012, 02:25
  • Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, und der griechische Premier Lucas Papademos sind wohlgemut.
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    Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, und der griechische Premier Lucas Papademos sind wohlgemut.

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Verhandler erzielen in Brüssel offenbar Einigung über eine höhere Beteiligung der Gläubigerbanken

Berlin/Brüssel/Athen - Die Sitzung der Eurogruppe ist am Dienstag kurz nach Mitternacht neuerlich unterbrochen worden. Wie es in EU-Ratskreisen hieß, waren wieder die Künste der Rechenexperten gefragt, um Optionen über eine höhere Privatgläubigerbeteiligung sowie auch eine Beteiligung des öffentlichen Sektors abzuklären. Es würden die Prozente zusammengekratzt, um doch noch zu dem Ziel einer Verringerung der Staatsschuld auf 120 Prozent 2020 zu kommen.

Mit im Spiel der zahlreichen Parameter zur Eindämmung der griechischen Schulden war auch eine Senkung der Zinsen für die den Griechen gewährten Kredite aus dem ersten Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro. Davon wurden 73 Milliarden ausbezahlt, im Topf liegen noch 34,3 Milliarden Euro. Alle Berechnungen dienen dem Ziel, doch noch das in den Grundzügen bereits im Vorjahr beschlossene zweite Rettungspaket für Griechenland in Höhe von 130 Milliarden Euro endgültig abzusegnen.

Höherer Verlust für Privatgläubiger

Unklarheit herrschte über die Höhe der noch ausständigen Summe. Die Zahlen schwirrten zwischen fünf und acht Milliarden Euro, die noch fehlten. Die Griechen hatten bei neuerlichen Verhandlungen mit dem IFF (Internationaler Bankenverband) Montag knapp vor Mitternacht ein Ergebnis erzielt. Dabei war es vor allem um einen höheren Bankenanteil am Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland gegangen.

Dem Vernehmen nach wurde eine Anhebung auf 53 Prozent erzielt. Die 50 Prozent bedeuten real einen Verlust von 70 Prozent für die Privatgläubiger, weil hier längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen eingerechnet werden. Die 53 Prozent nominell würden in etwa eine Anhebung auf einen realen Schuldenschnitt von 75 Prozent ergeben.

Treuhandkonto für Schuldendienst

In vielen Bereichen seien sich Griechenland und seine internationalen Helfer inzwischen einig, hieß es zuvor im deutschen Finanzministerium in Berlin (Siehe auch: Überblick über das griechische Sparprogramm). Das gelte auch für den Vorschlag, ein Treuhandkonto einzurichten, über das künftig vorrangig die Schuldendienste Griechenlands geleistet werden sollen. Ausdrücklich nicht bestätigt wurden Berichte, wonach Schäuble einen noch größeren Forderungsverzicht privater Gläubiger eingefordert haben soll.

Auf diesem Sonder- bzw. Sperrkonto würde Geld gelagert, mit dem die laufenden Fälligkeiten zur griechischen Finanzschuld bedient werden könnten. "Im Grundsatz" hätten sie sich darauf schon in der letzten Euro-Gruppe geeinigt, sagte Schäuble. Auch der griechische Kollege habe zugestimmt. Finanzministerin Fekter hat in dem Zusammenhang heute noch vor weiteren Belastungen gewarnt.

Athen sieht sich auf gutem Weg

Griechenland hat laut Finanzminister Evangelos Venizelos alle Bedingungen der Geldgeber für den Erhalt neuer Hilfen erfüllt. "Wir erwarten, dass nun eine lange Phase der Ungewissheit zu Ende geht", betonte der Minister in einer Erklärung, die am Montag vom Athener Finanzministerium veröffentlicht wurde. "Die Ungewissheit nutzte weder der griechischen Wirtschaft noch der Eurozone insgesamt."

Wie Deutschland äußerten sich auch Franzosen und Finnen zuversichtlich über eine Einigung. Alles liege auf dem Tisch, man solle nun entscheiden, sagte Frankreichs Finanzminister Francois Baroin in einem Rundfunkinterview. Finnlands zuständige Ministerin Jutta Urpilainen versicherte, die Griechen hätten alle geforderten Zusicherungen abgegeben. Ein Vertreter der Euro-Länder erklärte, er sehe keinen, der jetzt noch einen Misserfolg in der Schlussrunde riskieren wolle.

"Langer Prozess"

Diese Aussicht hat am Montag den Euro und vor allem die Bankenwerte an den europäischen Börsen beflügelt.

Wichtig sei, dass Griechenland auch durch wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig seine Schulden bedienen kann, erklärte Schäuble. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden sprach von einem "langen Prozess": Wir werden uns noch während Jahren an der Restrukturierung Griechenlands beteiligen müssen".

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), lobte die "sehr großen" Anstrengungen Griechenlands. Jetzt müssten aber alle Elemente zusammengefügt werden. (APA/Reuters)

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Griechenland-Rettung kommt auf den Weg

richtig ist

Griechenland-Konkursverschleppung kommt auf dem Weg

Wahrheit - Erkenntnis

Die Korruptionisten haben sich die Früchte UNSERER Arbeit schon längst in Irrsinns-Zinsen ausbezahlt und nun sollen die Menschen versklavt werden.

KORRUPTE, (lat. faule) Menschen leisten nichts, sie halten nur immer und immer wieder die Hände auf.

Korruption ist im Prinzip nichts weiter als ein reziprokes Ponzi-Schema (Pyramidenspiel) anstatt Geld einzusammeln wird es verteilt.
Der daraus resultierende Backdraft (Daniel`s Feuerofen) Effekt ist allerdings dieser Variante vorbehalten.
http://666kb.com/i/c1eujtp... 1tus8n.jpg

Die Fäulnis implodiert nun…In jedem Land der Erde gleich.
Die Armee der Korrupten lässt sich nicht mehr durch die reale Leistung der Menschen befüttern.
Stirbt der Wirt, stirbt der Parasit.

Lasst Euch nicht von IWF, E

ap????????

Hedgefonds haben sich gezielt eine Position aufgebaut,

mit der sie eine Umschuldung verhindern und die volle Nominale der Anleihen einklagen können.

Meine Prognose:
.) Mit dem öffentlichen Sektor wird man sich morgen früh geeinigt haben, mit dem privaten nicht. - Bin schon neugierig, wie das verkauft wird.
.) Griechenland wird noch vor dem 20. März seine Zahlungsunfähigkeit erklären und einen noch deutlich höheren Schuldenschnitt verlangen

genauso ist es. die Hedgefonds sind die Gewinner.
Und die EU und er IWF richten für sie extra ein Treuhandkonto ein, prima!

schoen langsam glaub ich

dass das so oder so nur im desaster enden kann, im ernst. ganz unabhaengig davon, ob es stimmt, was manche sagen, dass das finanzsystem an sich auf grund seiner struktur nicht ewig funktionieren kann und auf einen reset zusteuert, selbst wenn es nicht so ist, wie soll man da rauskommen? das, was gemacht wird, führt zu einer gravierenden verschlechterung der lebensbedingungen sowie teilweisen verelendung der bevölkerung, das diese nicht unbedingt auf sich sitzen lassen wird und protestparteien mittel-, wenn nicht kurzfristig zu den stärksten parteien machen werden, vor allem da selbst kühnste optimisten nicht mehr glauben, dass diese sanierung so ohne weiteres gelingen wird. die ganze sache stinkt, es werden einem märchen erzählt...

Lt.FORMAT zit.Blond (englischer Finanzexperte): ..Es wird politische Gegenreaktionen geben, soziale Unruhen und Ausschreitungen. Es könnten protektionistische Parteien an die Macht kommen, die nicht nur aus der der Eurozone sondern auch aus der EU austreten wollen....
Sieh da, Strache wird Schützenhilfe genau von den Staaten bekommen, die er jetzt mit seiner Ausländerfeindlichkeit anprangert!

"Killt" die Investmentbanken und Finanzzocker !
Europa: Nehmt denen das Geld Weg !
Real World Economy Rules ! Diese kranken Spielsystem gesteuerten "Finanzmärkte" gehören per Gesetz entmachtet. Die demokratischen gewählten Regierungen haben die Macht dazu

zu allererst:

beschneidet die Weltbank und den IWF, dann die europäische Zentralbank und danach die angloamerikanischen Großbanken und zum Schluss die Ratingagenturen.
Rückkehr zur Realwirtschaft und ihrer Wertschöpfung!

Der Volks-, und Hochverrat geht in die nächste Runde !

Unfassbar !

Die Griechen müssen unsere Demokratie gegen das "Monster" in den Glastürmen verteidigen. Und die durch großteils gleichgeschaltete Medien gehirngewaschene Bevölkerung in den anderen Euro Ländern fällt nichts besseres ein als sich in Ressentiments und dumpfen Chauvinismus zu ergeben. Soviel zur Solidarität in Europa. Im Frühjahr 2010 hat die EU praktisch aufgehört zu existieren. Dank des teutonischen Egoismus und der Borniertheit der dortigen Eliten.

Wir haben stundenlang diskutiert...

... und jedwedes pro & contra abgewogen ...

... und sind fürderhin zum Schluss gekommen:

"Sag Frosch"
... und wir san gehupft!

C.
/grade noch daß die "wir warten auf Entscheidung" nicht als Überstunden wo reingeschrieben werden.

//aber sonst gehts gut, danke.

Schön, dass die Börsen aufatmen,

meine Börse dürfte hingegen schon tot sein, sie rührt sich nicht mehr.

aus angst vor einem reset des geldsystems ist die "rettung" griechenlands alternativlos.

zumindest für die meisten politiker.

wirklich alternativlos ist allerdings nur der tod.

glaub ich nicht

Ich glaube schon, dass zu Beginn der Krise eine Rettung Griechenlands für die führende Köpfe der EU alternativlos war.

Aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher. Vor allem, weil langsam auch der Dümmste einsehen muß, daß die bisher eingeschlagene Strategie vollkommen verfehlt ist, die Schulden sind noch immer riesig, dafür aber jetzt Land und Leute totgespart. Das sehen sowohl die darunter leidenden Griechen, die sich das auch nicht mehr ewig politisch gefallen lassen werden (irgendwann kommt schon ein Politiker, der ihnen das Blaue vom Himmel verspricht und auf den sie dann hereinfallen), als auch die anderen EU-Politikern, denen die ewige Rettung ohne Ergebnis zu heiss (Bezug auf eigene Wähler) werden könnte......

Das ist das Verbrechen der "amerikanischen" Weltbank

Zuerst den Ländern das Geld hineinstopfen, damit sie bis zum St.Nimmerleinstag verschuldet sind, dann die Schulden fällig stellen, und den Staat erpressen, die Sozialleistungen, Löhne usw. zu senken. So und nicht anders fuinktioniert der IWF und die Weltbank und die europäische Zentralbank. Und wir sind bei allen dabei!

sehe ich nicht so

Ich würde das nicht so sehen sondern schlichte und einfache Dummheit sowie politisches Kalkül der Beteiligten attestieren.

Die Märkte haben schlichtweg Risiko falsch eingeschätzt, so wie auch bei der Dotcom-Blase, der Blase am Amerikanischen Hypothekenmarkt etc., auch bei denen ist eine geziehlte Verschwörung von Weltbank und IWF eher nicht anzunehmen. Warum konnten die Finanzmarktteilnehmer so katastrophal falsch agieren? Weil man ihnen just in den letzten 2 Jahrzehnten jegliche Kontrolle, die eigentlich ein Schutz vor sich selbst ist, wegnahm.

Somit liegt das Problem eigentlich darin, daß im Fall Griechenlands rücksichtslose Politiker auf dumme Banker stießen, die beide nur auf sehr kurzfristigen, individuellen Profit aus waren.

Warum

hat sich in der Krise keine neue Bürgerbewegung gebildet?
Eine tiefgreifende Änderung wird es mit der alten Politelite nicht geben.

5.000 Polizisten die ca. 100.000 Bürgerinnen abhalten müssen das Parlament zu stürmen, nennen sie keine Bürgerbewegung? Fehlt ihnen die Farbe zur Revolution? Wie wärs mit dunkelschwarz.

Das sind aber nicht jene bei der nächsten Wahl eine Chance gegen die herrschenden Parteien haben.

im falle griechenlands sind die bürger ja mitschuld

Ja stimmt, wir hätten alle für striktere Steuerüberwachung, länger Arbeiten/spätere Pension, mehr Lohnsteuer und weninger Yachten gekämpft wenn bei uns solche Zustände geherrscht hätten...

also ich bin der letzte der gegen strickte steuer überwachung ist

und täglich grüsst das murmeltier .. :o

und wieder

wird ein bisschen zeit gekauft.nicht mehr.

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