Zwist zwischen Rom und Indien

20. Februar 2012, 08:35
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Indische Justiz wirft den beiden Italienern Mord an zwei Fischern vor, die irrtümlich für Piraten gehalten wurden

Rom - Zwischen Italien und Indien ist ein diplomatischer Streit ausgebrochen, nachdem zwei italienische Soldaten von den indischen Justizbehörden festgenommen worden sind. Massimiliano Latorre und Salvatore Girone befanden sich an Bord des italienischen Tankers "Enrica Lexie", um dem Schiff Schutz vor Piratenangriffen im Golf von Aden zu sichern. Während der Fahrt sollen die Gewährschützen zwei Fischer, die mit ihrem Boot unweit des Tanks fuhren, versehentlich für Piraten gehalten und auf sie geschossen haben. Dabei wurden die beiden Inder getötet.

Die beiden italienischen Soldaten wurden in Koch im indischen Staat von Kerala festgenommen, berichteten indische Medien. Das Außenministerium in Rom erwiderte, dass sie lediglich auf Fragen ermittelnder Staatsanwälte beantwortet hätten. Rom verlangt die Obduktion der Leichen der beiden indischen Fischer, die Soldaten hätten lediglich in die Luft geschossen. Die lokale Polizei führt Ermittlungen gegen die beiden Soldaten wegen Mordes.  Die beiden Soldaten sollten am Montag von den im Fall ermittelnden Staatsanwälten befragt werden.

Das Außenministerin in Rom verlangt die sofortige Freilassung der beiden Italiener. Der Vorfall habe sich in internationalen Gewässern abgespielt, die indischen Justizbehörden seien dafür nicht zuständig. Der Zwischenfall müsse nach den Gesetzen des Landes geregelt werden, aus dem das Schiff stamme, also Italien. Die Soldaten stünden unter internationaler Immunität, da diese sich an Bord des Tankers aufgrund des italienischen Gesetzes und der UNO-Resolutionen zur Bekämpfung der Piraterie befanden. Das Außenministerium in Rom entsendete eine Delegation nach Koch, um die Soldaten frei zu bekommen. Bisher wurde noch keine Einigung mit den indischen Justizbehörden erreicht.

Um den Fall kümmere sich persönlich Premier Mario Monti, teilte das Außenministerium in Rom mit. Justizministerin Paola Severino zeigte sich besorgt. "Wir haben mehrere Stunden lang verhandelt und Experten aus dem Verteidigungs-, Justiz- und Außenministerium entsendet, trotzdem ist die Lage besorgniserregend", so die Ministerin. (APA)

 

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