Südkoreanische Marine beginnt Manöver nahe Grenze zu Nordkorea

20. Februar 2012, 06:29
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Pjöngjang hat mit "erbarmungslosen Vergeltungsschlägen" gedroht

Seoul - Die südkoreanische Marine hat am Montag eine Militärübung nahe der umstrittenen Seegrenze mit Nordkorea begonnen. Die Schießübungen der Marineinfanterie im Gelben Meer dauerten knapp zwei Stunden, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte. Es handelte sich bereits um das zweite derartige Manöver heuer. Die rund 1.400 Bewohner der nahe gelegenen Inseln wurden nach Behördenangaben in Bunkern in Sicherheit gebracht. Nordkorea war am Sonntag von südkoreanischen Vertretern im Grenzdorf Panmunjom über das geplante Manöver informiert worden.

Nordkorea hatte seinem Nachbarland daraufhin mit Bombenangriffen gedroht. Sollten die Truppen des Südens die Gewässer des Nordens verletzen, werde Pjöngjang von seinem Recht der Selbstverteidigung Gebrauch machen und "unverzüglich erbarmungslose Vergeltungsschläge" anordnen, teilte die nordkoreanische Armee mit. Die Angriffe würden "tausend Mal schlimmer" sein als der Beschuss der Insel Yeonpyeong im November 2010, hieß es am Montag.

Kommunistischer Parteitag

Damals hatte die nordkoreanische Armee rund um eine ähnliche Übung gezielt und scharf geschossen. Dabei starben vier Südkoreaner. Der Vorfall verschlechterte damals die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die Regierung in Seoul wirft dem Norden unter anderem vor, im März 2010 ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt und 46 Matrosen getötet zu haben.

Die Führung in Pjöngjang kündigte unterdessen einen Parteitag der kommunistischen Arbeiterpartei für Mitte April an. Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, soll bei der Versammlung an das das "revolutionäre Leben und die Heldentaten" des langjährigen Machthabers Kim Jong-il erinnert werden. Kim war am 17. Dezember einem Herzinfarkt erlegen. Als Nachfolger rückte sein Sohn Kim Jong-un an die Staatsspitze. Nach Einschätzung südkoreanischer Experten könnte er bei dem Parteitag zum Generalsekretär der Arbeiterpartei ernannt werden. (APA)

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