Anton Wildgans-Preis an Ferdinand Schmatz

12. Juni 2003, 18:49
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Würdigung eines experimentellen Lyrikers

Wien - Der in Wien lebende Autor Ferdinand Schmatz hat am Donnerstag den von der österreichischen Industrie gestifteten, mit 10.000 Euro dotierten Anton- Wildgans-Preis 2002 überreicht bekommen. Der Preis solle dazu beitragen, das Werk des 50-Jährigen noch bekannter zu machen, meinte der Präsident der Industriellenvereinigung, Peter Mitterbauer.

Der am 1953 in Korneuburg geborene Schmatz hat sich vor allem als experimenteller Lyriker einen Namen gemacht. Er studierte Germanistik und Philosophie in Wien, war Lektor in Tokio, Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst sowie Herausgeber des Nachlasses von Reinhard Priessnitz. Den Bewertungsmaßstäben des österreichischen Literaturbetriebs steht Schmatz skeptisch gegenüber.

Schmatz hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, etwa "dschungel allfach. prosa gedicht" (1996), "maler als stifter. Poetische Texte zur bildenden Kunst" (1997), "Radikale Interpretationen. Aufsätze zur Literatur" (1998), "Das große Babel,n" (1999) und "Portierisch. Nachrichten aus dem Berge in Courier New" (2001). In den vergangenen Jahren wurde Schmatz u.a. der Literatur-Förderungspreis des Bundes sowie der von der Arbeiterkammer Oberösterreich und dem Brucknerhaus Linz gestiftete "Buch.Preis 2002" verliehen.

Der Wildgans-Preis wird seit 1962 an einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, "dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt". Zu den Preisträgern zählen Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl und Christoph Ransmayr. Im Vorjahr wurde Vladimir Vertlib mit dem Preis ausgezeichnet. (APA)

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