Castro protestiert mit Hunderttausenden gegen EU-Sanktionen

12. Juni 2003, 18:24
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Massendemonstrationen vor Botschaften in Havanna

Havanna - Angeführt von ihrem Präsidenten Fidel Castro haben am Donnerstag hunderttausende Kubaner gegen die unlängst angekündigten Sanktionen der EU protestiert. Der Staatschef zog mit mehreren Regierungsmitgliedern zu einem "Kampfmarsch" vor die spanische Botschaft im Zentrum der kubanischen Hauptstadt Havanna. Sein Bruder Raúl Castro, Armeechef und Vizepräsident des kommunistisch regierten Inselstaates, versammelte sich mit weiteren Anhängern vor der italienischen Botschaft im Stadtviertel Miramar.

"Kuba muss respektiert werden", stand auf Spruchbändern der Demonstranten, die den "Nazifaschismus" der Europäischen Union kritisierten. Den spanischen Regierungschef José Maria Aznar bezeichneten sie als "Marionette" und in Anspielung auf Adolf Hitler als "Kleinen Führer". Die Gesamtzahl der kurzfristig angesetzten Kundgebung wurde von den staatlichen Organisatoren mit mehr als einer Million angegeben.

Die EU hatte in der vergangenen Woche als Reaktion auf die jüngste Repressionswelle gegen kubanische Dissidenten beschlossen, die politischen und kulturellen Kontakte zu der sozialistischen Karibikinsel stark einzuschränken. In einer Fernsehrede hatte Castro die EU am Mittwochabend heftig angegriffen. Deren Maßnahmen seien "fegelhaft und unverschämt", sagte Castro. Im April waren in Kuba drei Entführer einer Fähre hingerichtet worden, kurz darauf hatte ein kubanisches Gericht mehrere prominente Regierungskritiker zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.(APA/dpa)

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