Slowenien: EU-Experten prüfen "Schengenreife"

12. Juni 2003, 16:27
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Mit 670 Kilometern gemessen an Einwohnerzahl längste EU-Außengrenze der zehn künftigen Mitglieder

Laibach - Eine Expertengruppe der EU ist am heutigen Donnerstag in Slowenien angekommen, um die "Schengenreife" der künftigen EU-Außengrenze mit Kroatien zu untersuchen. Nach Angaben des Innenministeriums in Laibach interessiert die Experten vor allem, ob die slowenischen Grenzpolizisten für die künftige Arbeit bereits entsprechend befähigt und ausgerüstet sind. Die slowenische Landgrenze zu Kroatien ist 670 Kilometer lang. Pro Kopf wird Slowenien somit von den zehn neuen Mitgliedsstaaten die längste EU-Außengrenze zu beaufsichtigen haben, sagte Innenminister Rado Bohinc.

Schengen-Beitritt Sloweniens mit 2006 angestrebt

Bis Ende des kommenden Jahres 980 werden neue Polizisten zum Grenzschutz abgestellt. Darunter werden auch rund 500 Zollbeamte sein, die mit dem Beitritt zur EU - sie ist auch eine Zollunion - ihre Arbeit verlieren werden. Slowenien strebt einen Schengen-Beitritt und damit den Wegfall der Grenzkontrollen zu Österreich und Italien für das Jahr 2006 an.

Zur Herstellung der Kontroll- und Sicherheitsstandards nach dem Vertrag von Schengen hat Laibach für die Zeit zwischen 2000 und 2006 laut Bohinc 80,5 Milliarden Tolar (344 Mill. Euro) veranschlagt. In den Jahren 2007 bis 2010 sollen weitere 300 Millionen Euro dazu kommen. Einen Teil der Kosten - rund 100 Millionen Euro bis zum Jahr 2006 - wird die EU übernehmen.

An der Staatsgrenze zu Kroatien gibt es schon jetzt 40 Grenzübergangsstellen, 24 davon sind für den internationalen Verkehr bestimmt. Es müssen aber noch Gebäude sowie Wohnungen für die zusätzlichen Grenzbeamten bereitgestellt werden. Auch ein EU-konformes Informations- und Kommunikationssystem ist aufzustellen. Wie der Innenminister erklärte, sollen hinsichtlich der Kooperation bei der Anwendung technischer Mittel bei der Grenzkontrolle in nächsten Tagen auch Gespräche mit dem Verteidigungsministerium beginnen.(APA)

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