"Neue Karrierephase" für Michael Jackson

12. Juni 2003, 19:15
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Gerichtsstreit abgewendet - Comeback-Pläne mit "neuer Musik" und Konzerten

Los Angeles - Pop-Star Michael Jackson hat sich im Streit mit einem ehemaligen Berater um mehrere Millionen Dollar außergerichtlich geeinigt. Damit verhinderte er ein für 18. Juni in Los Angeles angesetztes Gerichtsverfahren, in dessen Verlauf Einzelheiten seiner finanziellen Verhältnisse hätten veröffentlicht werden können. Inzwischen hat Jackson einen neuen Berater engagiert, mit dem er ein Comeback auf dem Musikmarkt schaffen will.

Der Plattenmanager Charles Koppelman, Chef der Nordamerika-Vertretung des britischen Musikkonzerns EMI, werde ihn unter seine Fittiche nehmen, berichtet "Daily Variety". Koppelman sagte, er werde sich um die "riesige musikalische Bandbreite" seines Schützlings ebenso kümmern wie um neue Albumaufnahmen und Konzerte. "Michael wird in eine Karrierephase eintreten, in der er neue Musik machen und vor seine Fans treten wird", versprach der Manager.

Diskreter Vergleich

Im Zusammenhang mit dem abgewendeten Gerichtsstreit seien Jackson und sein Ex-Berater Myung-Ho Lee überein gekommen, ihre gegeneinander eingereichten Klagen zurückzuziehen, sagte der Anwalt des Sängers, Zia Modabber, am Mittwoch. Über die Einzelheiten der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden.

Das südkoreanische Unternehmen Union Finance and Investment Corporation hatte den Popstar bereits im April 2002 wegen Vertragsbruch und Betrug auf zwölf Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Laut Klageschrift hatte der King of Pop das Beratungsunternehmen 1998 damit beauftragt, seine Finanzen zu regeln, doch Jackson habe die Firma nicht dafür entlohnt.

Tickende Zeitbombe

Die Kläger bezeichneten den 44-jährigen Sänger als eine "tickende finanzielle Zeitbombe", der durch seinen extravaganten Lebensstil kurz vor dem Bankrott stehe. Der Sänger hatte Lee und dessen Firma seinerseits vorgeworfen, ihm Millionen Dollar gestohlen und Unterlagen vernichtet zu haben, um dies zu verschleiern.

In der Klageschrift gegen Jackson und in Gerichtsunterlagen hieß es weiter, der Sänger sei bankrott und lebe von Krediten in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar. Dennoch habe er sich entgegen dem Rat Lees geweigert, seine Ausgaben zu reduzieren. Stattdessen habe er auf den Rat von Scharlatanen, etwa einer Frau namens Samia, gehört. Diese habe ihm 300 Millionen Dollar versprochen, wenn er ihr eine 40 Millionen Dollar teure Villa und eine Yacht kaufe.

Jacksons Anwälte hatten dagegen argumentiert, der Vertrag mit Lee sei nicht rechtskräftig gewesen, weil dieser keine Lizenz als Finanzberater gehabt habe. Das Gericht in Los Angeles hielt dies aber offenbar nicht für ausreichend. Am Montag hatte er die Anwälte aufgerufen, ihre Argumentation zu überarbeiten. Am selben Tag wurde Modabber zufolge die außergerichtliche Einigung erzielt. Lees Anwälte waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Im März hatte Jackson einen Prozess gegen den Münchner Konzertveranstalter Marcel Avram wegen eines abgesagten Konzerts verloren. Das Gericht sprach dem Veranstalter 5,3 Millionen Dollar zu. (APA/Reuters/dpa)

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    Reformversuch im Februar: Szene aus der FOX-TV-Sendung 'Living With Michael Jackson'

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