Schafskälte: Dämpfer für die Hitze

12. Juni 2003, 12:14
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Schafskälte kommt möglicherweise zu Fronleichnam - Temperaturen liegen beträchtlich über dem langjährigen Mittel

Die für die erste Juni-Hälfte ungewöhnliche Hitzeperiode erhält in den kommenden Tagen einige Dämpfer: Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte in Wien werden die Temperaturen am Sonntag auf 20 bis 26 Grad sinken, für den Westen Österreichs sind Gewitter zu erwarten, im Osten Regenschauer. Mit der Schafskälte, die schon vor einigen Tagen hätte Einzug halten sollen, ist für den Fronleichnamstag zu rechnen - vorausgesetzt, die Computer irren sich nicht.

Nur noch 20 Grad am Feiertag

Behält der Computer Recht, wird es am Feiertag nur noch 20 oder 21 Grad warm sein und zu Regenschauern kommen. Am Freitag darauf, dem Fenstertag, soll die Schneefall-Grenze auf 1.800 Meter sinken. Hinter diesen Prognosen stehen laut Hoher Warte aber noch Fragezeichen. Der Computer führt zwar binnen weniger Stunden so viele Berechnungen aus, dass ein Meteorologe dafür 10.000 Jahre brauchen würde, hat aber nicht alle Fakten erfasst, deren Gesamtheit das in einer Woche zu erwartende Wetter ausmacht - und das wird auch in 100 Jahren noch so sein.

Gewitter und Regenschauer am Wochenende

Schon am Freitag werden die Temperaturen auf 25 bis 30 Grad sinken, in der zweiten Tageshälfte wird es einige Gewitter und Regenschauer geben. Ähnlich ist es am Samstag, wo im Westen und Süden mit Gewittern zu rechnen ist, ehe wir am Sonntag bei schon ungewohnt kühlen 20 bis 26 Grad frösteln. Zum Beginn der kommenden Woche wird die Quecksilbersäule bei großteils sonnigem Wetter wieder auf 25 bis - im Westen - 31 Grad steigen. Am Dienstag soll es unwesentlich kühler sein, im Westen wird es nachmittags gewittern.

Ungewöhnliche Hitzeperiode

Die bisherigen Juni-Temperaturen in den Landeshauptstädten inklusive Wien lagen nach Beobachtungen der ZAMG fast durchwegs mehrere Grade über dem langjährigen Mittel. Allein in Klagenfurt entsprachen die rund 17 Grad zu Monatsbeginn dem Durchschnittswert seit 1971. Eine derartige schon seit mehr als zwei Wochen anhaltende Warmwetterperiode ist laut dem Klimatologen Dr. Helmut Derka äußerst ungewöhnlich und tritt statistisch gesehen nur alle paar Jahrzehnte auf.

Die heißesten Sommer gab es 1992 und 1994

Ungewöhnlich hohe Temperaturen sind übrigens nicht allein ein Phänomen der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit: Laut ZAMG fallen die wärmsten Jahreszeiten des Zeitraums 1900 bis 1999 keineswegs nur in die "treibhausverdächtigen" neunziger Jahre, obwohl der Winter 1997/98 verbreitet die höchsten Mitteltemperaturen brachte. In Oberösterreich war nämlich der Winter 1915/16 der wärmste. Die mildesten Frühlinge waren jene der Jahre 1920, 1934 und 1946. Die heißesten Sommer gab es 1992 und 1994, mit Ausnahme des Südens, wo die Menschen 1952 am meisten schwitzten. Der wärmste Herbst wurde meist 1961, 1982 oder 1987 beobachtet. (APA)

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ZAMG
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