Anonyme Geburt könne Babymord nicht verhindern

16. Juni 2003, 11:26
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ExpertInnen ziehen in der österreichischen Frauenzeitschrift "Welt der Frau" nach zweijähriger Praxis kritische Bilanz über Geburt ohne Angabe der Eltern

Die österreichischen Frauenzeitschrift "Welt der Frau" berichtet in ihrer neuen Ausgabe über das ExpertInnen-Resumeée zum umstrittenen Thema der anonymen Geburt.

Für Univ. Prof. Dr. Martin Langer vom AKH in Wien sind zwei Morde an Neugeborenen Anfang dieses Jahres der Beweis, dass verzweifelte Frauen häufig nicht erreicht werden, denn die Kindesmorde passierten in einer niederösterreichischen Region, in der mehrere geburtshilfliche Abteilungen die anonyme Geburt anbieten.

Im Gespräch mit der "Welt der Frau" tritt der Gynäkologe für eine "psychotherapeutische und sozialarbeiterische Beratung und Betreuung und die legale Adoption" ein. Darin sieht er "die einzigen Möglichkeiten, um die leidvollen Auswirkungen für die abgebende Mutter und ihr Kind möglichst gering zu halten".

Brief mit Informationen über die Herkunftsfamilie

Die Linzer systematische Familientherapeutin Rita Haase rät Müttern, die ihr Kind abgeben oder anonym gebären, einen Brief mit Informationen über die Herkunftsfamilie zu hinterlegen. So werden massive Probleme, die beim jungen Menschen auf der Suche nach seinen Wurzeln auftreten können, gelindert. Nach Ansicht der Therapeutin bietet die anonyme Geburt "kurzfristig und sehr vordergründig" die Möglichkeit, ein Problem abzugeben. Der Schmerz über den Verlust holt jedoch früher oder später diese Frauen ein. Rita Haase fordert deshalb mehr Angebote zur Begleitung und Unterstützung für abgebende Mütter.

Thema Single-Frauen

Weiters wird in der Juni-Ausgabe von "Welt der Frau" die Situation von allein lebenden Frauen unter die Lupe genommen. Sie entdecken zunehmend den Wert der Eigenständigkeit und schätzen einen passenden Freizeitpartner mehr als einen Ehemann.

Wie erfolgreich und zufriedenstellend das Leben einer unverheirateten Frau sein kann, beschreibt die ehemalige Nationalbankpräsidentin Dr. Maria Schaumayer im Gespräch mit "Welt der Frau". (red)

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