Mini-Kamera kommt nach Bregenz

16. Juni 2003, 09:30
posten

Zur Untersuchung des Dünndarmes

Bregenz - Am Landeskrankenhaus (LKH) Bregenz wird die klassische Magen- und Dickdarmspiegelungen entscheidend erweitert: Eine neuartige Mini-Kamera zum "Einnehmen" liefert exakte Informationen über die Beschaffenheit des Dünndarms. In der Abteilung für Innere Medizin am LKH Bregenz wurde dieses neue bildgebende Diagnoseverfahren bereits erfolgreich angewandt, teilte das Krankenhaus mit.

Bei Problemen im Magen oder im Dickdarm wird eine Magenspiegelung oder eine Dickdarmspiegelung (Endoskopie) mit Hilfe einer an einem Schlauch befestigten Kamera durchgeführt. Der dazwischen liegende Dünndarm konnte bisher allerdings auf Grund seiner Länge von vier bis fünf Metern nur an seinem obersten und an seinem untersten Ende eingesehen werden.

Funktion

Bei der neuen Methode wird nun eine kapselförmige, knapp zwei Zentimeter lange, beleuchtete Minikamera geschluckt. Diese sendet pro Sekunde zwei Bilder an einen Daten-Recorder, den der Patient außen wie einen Walkman an einem Gürtel bei sich trägt. Von dort werden die Daten dann auf einen Computer übertragen. Die Spezialisten am LKH Bregenz überprüfen den Dünndarm mittels der Bilder auf Auffälligkeiten.

"Diese schonende und strahlungsfreie Methode ergänzt die bisherigen endoskopischen Verfahren der Magen- und Dickdarmdiagnostik und ersetzt weitgehend die übliche Röntgenuntersuchung des Dünndarms", erklärt Dr. Kurt Erhart vo LKH. Die Kamera wird bei der Suche nach Blutungsquellen oder Tumoren im Dünndarm sowie in der Diagnostik entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt.

Der Patient schluckt die Kapsel morgens nüchtern mit einem Glas Wasser. Diese überträgt acht Stunden lang auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt, wird dann auf natürlichem Weg ausgeschieden und vom Krankenhaus entsorgt. Die Aufnahme leichter Nahrung ist möglich. Die Mini-Kamera in Kapselform wurde in Israel entwickelt. (APA)

Share if you care.