EZB dämpft Aussichten erneut

13. Juni 2003, 09:26
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EU-Zentralbank senkt Prognose erstmals auf unter ein Prozent - Inflation 2004 deutlich unter Toleranzgrenze

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Erwartungen für das Wachstum in der Eurozone in diesem und im kommenden Jahr deutlich nach unten korrigiert. Wie aus dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten EZB-Monatsbericht für Juni weiter hervorgeht, rechnen die Währungshüter für 2004 mit einem deutlichen Rückgang der Inflation unter ihre Grenze für Preisstabilität von knapp zwei Prozent.

In ihrer Vorhersage, die jeweils im Juni und Dezember veröffentlicht wird, beziffert die EZB das Wirtschaftswachstum im Währungsraum 2003 auf nur noch 0,4 bis 1,0 Prozent nach 1,1 bis 2,1 Prozent in der Dezember-Prognose. Für 2004 lautet die Vorhersage jetzt 1,1 bis 2,1 Prozent Wachstum nach einer Spanne von 1,9 bis 2,9 Prozent im Dezember.

Teuerungsrate bei rund zwei Prozent

Die Jahresteuerungsrate sehen die EZB-Volkswirte im laufenden Jahr mittlerweile bei 1,8 bis 2,2 Prozent nach 1,3 bis 2,3 Prozent vor einem halben Jahr. Für das nächste Jahr liegt die Inflationserwartung mit 0,7 bis 1,9 Prozent spürbar unter den bisher vorhergesagten 1,0 bis 2,2 Prozent. Damit läge die Preissteigerung 2004 im Mittel mit 1,3 auch deutlich unter der EZB-Toleranzgrenze für Preisstabilität von knapp zwei Prozent.

Abgesehen von den Vorhersagen zu Wachstum und Inflation wiederholt der Monatsbericht im Wesentlichen die Rede von EZB-Chef Wim Duisenberg nach der Zinsentscheidung vor einer Woche. Die Zentralbank hatte den Leitzins wie erwartet um 50 Basispunkte auf einen historischen Tiefstand von 2,00 Prozent gesenkt. Zur Begründung hatte Duisenberg auf die schwache Konjunktur und die Euro-Aufwertung verwiesen, die die Aussichten für die Preisstabilität verbessert hätten. (APA/Reuters)

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    Konjunkturprognosen für die Eurozone

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