Zwei Tote bei weiterem Raketenangriff in Gaza

12. Juni 2003, 06:18
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Israelische Armee: Kein Racheakt für jüngsten Selbstmordanschlag - Schusswechsel im nördlichen Gazastreifen

Gaza - Bei einem Raketenangriff der israelischen Armee in Gaza sind in der Nacht zum Donnerstag zwei radikale Palästinenser getötet worden. Die israelische Luftwaffe habe das Auto der beiden Männer mit mehreren Hubschraubern angegriffen, berichteten Augenzeugen. Eine Rakete habe das Fahrzeug getroffen, eine zweite sei auf unbebautem Gelände eingeschlagen und habe einen weiteren Menschen verletzt.

Bei den Getöteten handelte es sich um Mitglieder der Ezzedin-el-Kassam-Brigaden, die der radikalislamischen Hamas-Bewegung angehören, wie die Hamas mitteilte. Zuerst hatte es geheißen, die beiden Personen seien Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden gewesen. Ein Vertreter des israelischen Militärs sagte, die Aktion sei kein Racheakt für den Selbstmordanschlag in Jerusalem am Mittwoch, sondern habe einer "Terrorzelle" gegolten, die Raketen gegen Israel habe abfeuern wollen.

Schusswechsel

In der Region um Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen lieferten sich indes israelische Soldaten und bewaffnete Palästinenser Schusswechsel, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Im Süden des Gazastreifens sei die Armee mit Panzern vor dem Flüchtlingslager Rafah aufgezogen.

Am Mittwoch hatte sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in Jerusalem in einem Bus in die Luft gesprengt und dabei 16 Menschen mit in den Tod gerissen. Dutzende weitere wurden verletzt. Kurz darauf töteten israelische Soldaten bei einem Raketenangriff in Gaza sieben Menschen, darunter zwei führende Mitglieder der Hamas. Mindestens 20 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt.

Die neue Gewalt könnte die jüngsten Bemühungen um Frieden im Nahen Osten wieder zurückwerfen. Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas forderte Palästinenser und Israelis auf, auf den Einsatz von Gewalt zu verzichten und unverzüglich Schritte zur Umsetzung des internationalen Friedensplans einzuleiten. Abbas und Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hatten den internationalen Friedensplan auf einem Gipfel mit US-Präsident George W. Bush akzeptiert und sich zu seiner raschen Umsetzung verpflichtet. (APA/Reuters)

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