Naturschauspiel auf Helgoland

15. Juni 2003, 16:00
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Die Trottellummen springen todesmutig aus bis zu vierzig Metern ins Wasser

Helgoland - Die Nordseeinsel Helgoland ist in diesen Tagen Schauplatz eines einzigartigen Naturschauspiels, des so genannten Lummensprungs. Wie todesmutig stürzen sich dabei junge Trottellummen, etwa drei Wochen alt und noch flugunfähig, aus 30 bis 40 Metern Höhe von einem Felsen ins Wasser. Am Lummenfelsen an der Westseite der Hochseeinsel brüten derzeit knapp 2.000 Paare dieser Vogelart.

Fliegen lernen im Wasser

Trottellummen lehren ihre Jungen das Fliegen nicht vom Nest aus, sondern im Wasser. Bis dahin muss es der Nachwuchs aber erst einmal schaffen. So kommt es rund um den Seevogelfelsen alljährlich im Juni zum Lummensprung, der vorwiegend in der Abenddämmerung stattfindet. Rund zehn Wochen lang dümpeln die Jungtiere danach im Wasser, bevor sie flügge sind und mit ihren Flugübungen beginnen.

Der Helgoländer Lummenfelsen ist mit nur einem Hektar Deutschlands kleinstes Naturschutzgebiet, zugleich das mit der größten Brutvogeldichte. Neben den Trottellummen brüten hier unter anderem Dreizehenmöwen, mit wenigen Exemplaren der Tordalk und der Eissturmvogel sowie seit einiger Zeit auch Basstölpel. (APA/dpa)

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