Die Spuren des Menschen

12. Juni 2003, 09:05
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Meilensteine aus sechs Millionen Jahren

Hamburg - Als "Homo sapiens" (verständiger Mensch) ist der Mensch die einzige heute lebende Art aus der Familie der Hominiden (Menschenartige). Die meisten Hominiden sind jedoch keine direkten Vorfahren des Menschen, sondern starben wie der Neandertaler aus. In der folgenden Auflistung einiger spektakulärer Ausgrabungen ist jeweils das Alter der Fundstücke angegeben. Die Lebensspanne der einzelnen Arten überschnitt sich häufig.

7 - 6 Millionen Jahre - "Sahelanthropus tchadensis": Dieses bisher älteste bekannte Mitglied der Menschenfamilie entdeckt ein Forscherteam aus Frankreich und dem Tschad im Juli 2001 in der Sahel-Zone in Zentralafrika. "Touma" könnte aus der Zeit der Trennung der Affen- und Menschenartigen (Hominiden) stammen.

6 Millionen Jahre - "Orrorin tugenensis": Französische und kenianische Wissenschafter finden im Oktober 2000 in der Boringo-Region (Kenia) die Reste des "Millennium-Menschen". Er zeigt deutliche Hinweise für den aufrechten Gang. In der Fachwelt ist jedoch umstritten, ob er ein direkter Vorfahr des Menschen war.

3,2 Millionen Jahre - "Australopithecus afarensis": Am 30. November 1974 wird in Äthiopien "Lucy" ausgegraben, ein Teilskelett, das als letzter gemeinsamer Vorfahre mehrerer Abstammungslinien von Hominiden gilt.

2,5 - 2,3 Millionen Jahre - "Homo rudolfensis": Dieser Mensch hat ein größeres Gehirn als die Australopithecinen und nutzte auch schon Werkzeuge. Er ist möglicherweise einer der direkten Vorgänger des modernen Menschen.

1,8 Millionen Jahre - 300.000 Jahre - "Homo erectus" - Javamensch: 1891 entdeckt der Holländer Eugene Dubois einen Javamenschen, der vor 500.000 Jahren gelebt hat. In Dmanisis in Georgien finden Forscher seit 1999 mehrere 1,75 Millionen Jahre alte menschliche Überreste, die dem "Homo erectus" zugerechnet werden. Ihr Alter widerspricht der zuvor angenommenen Datierung der großen "Auswanderungswelle" aus Afrika, die auf etwa eine Million Jahre angesetzt worden war.

500.000/780.000 Jahre - "Homo heidelbergensis": Im Oktober 1907 wird im Dorf Mauer bei Heidelberg ein rund 500.000 Jahre alter Unterkiefer dieses Menschen ausgegraben. 1995 werden in Gran Dolina (Spanien) 780 000 Jahre alte Überreste von vier Menschen dieser Art und Werkzeuge gefunden. Sie zählen zu den frühesten Menschen Europas, starben wahrscheinlich aber aus.

160.000 Jahre - "Homo sapiens": Die bisher ältesten Überreste des modernen Menschen findet ein internationales Forscherteam 1997 in Äthiopien. Die erst 2003 analysierten Schädelknochen erhärten nach Ansicht der Forscher die Vermutung, dass die modernen Menschen in Afrika entstanden sind und sich von dort in die ganze Welt ausgebreitet haben. (APA/dpa)

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