Schwere Wirtschaftskrise in Palästinensergebieten

11. Juni 2003, 20:34
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Arbeitslosigkeit an die 40 Prozent - Pro-Kopf-Einkommen seit 1999 um fast die Hälfte geschrumpft

Genf - Die wirtschaftliche und soziale Lage in den Palästinensergebieten hat sich weiter verschlechtert. Das habe zu einer beispiellosen humanitären Krise geführt, schreibt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Die Arbeitslosigkeit nahm 2002 in den von Israel kontrollierten Gebieten zu und liegt zwischen 31 und 38 Prozent. Der kumulierte Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens habe im vergangenen Jahr die "eindrückliche Rate" von 47,7 Prozent gegenüber 1999 erreicht.

60 Prozent der palästinensischen Bevölkerung, das sind rund zwei Millionen Menschen, lebten 2002 mit weniger als zwei Dollar (1,70 Euro) pro Tag. Die gegenwärtige Lage sei inakzeptabel und müsse beendet werden, schreibt die ILO in ihrem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht.

Die Einschränkungen der Bewegung für Personen und Güter innerhalb der palästinensischen Gebieten sowie zwischen den Gebieten und Israel habe zu einer spektakulären Abnahme des Konsums, der Einkommen und der Arbeitsplätze sowie zu einer beispiellosen Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivitäten geführt.

Intifada kostet Israel vier Prozent des BIP

Der Bericht zitiert ferner die Bank of Israel, wonach die Kosten der Intifada für die israelische Wirtschaft 3 bis 3,8 Prozent des BIP betrugen. Das Wachstum des BIP Israels war das zweite Jahr in Folge negativ. (APA/sda)

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