Liberia: Drastische Verschlimmerung der Lage

13. Juni 2003, 15:22
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Kämpfe im Landesinneren drohen - 100.000 Menschen auf der Flucht: Ihre Versorgung gestaltet sich chaotisch - SOS-Kinderdorf evakuiert auf der Flucht - Mit Infografik

Monrovia/München - In Liberia sind wegen drohender Kämpfe im Landesinneren 165 Kinder in das SOS-Kinderdorf in Monrovia an der Küste des westafrikanischen Landes gebracht worden. Die Kinder kamen aus dem SOS-Kinderdorf Juah Town. Im Kinderdorf in der Hauptstadt hätten auch rund 2000 Menschen aus der Nachbarschaft Schutz gesucht, teilte der Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland am Freitag in München mit.

Inzwischen habe sich die politische Lage in Monrovia drastisch verschlechtert, wurde mitgeteilt. Die Rebellen der LURD (Liberianische Union für Versöhnung und Demokratie) stünden in den Vororten Monrovias und seien nur noch fünf Kilometer vor der Hilfseinrichtung entfernt.

100.000 Menschen auf der Flucht

Nach wie vor strömten Menschen aus Angst vor den Kämpfen in die Stadt, die Flüchtlingsversorgung und -unterbringung sei chaotisch, teilte die Hilfsorganisation weiter mit. Alle Schulen und Banken seien geschlossen.

Mehr als 100.000 Menschen sind in Liberia auf der Flucht, seit die Kämpfe vor einer Woche eskalierten. Hilfsorganisationen warnen vor dem Ausbruch von Krankheiten unter den Flüchtlingen, die Wasserversorgung in Monrovia sei weitgehend zusammengebrochen. In Liberia bekämpfen sich seit 14 Jahren fast ununterbrochen verschiedene Gruppen. Die LURD-Kämpfer versuchen seit vier Jahren, den gewählten Staatschef und ehemaligen Rebellenführer Taylor zu stürzen. (APA/dpa)

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