Kompetenzen

Höchstes Amt, aber eingeschränkte Macht

Hintergrund | 19. Februar 2012, 22:09

Einfluss des Bundespräsidenten hängt von Persönlichkeit ab

Berlin - Der Bundespräsident bekleidet das höchste Amt im deutschen Staat, doch seine Macht ist eingeschränkt: Da das Grundgesetz nur wenig über die Rolle des Präsidenten sagt, hängt dessen Einfluss stark von der Persönlichkeit des Amtsinhabers ab.

Traditionell gilt das Staatsoberhaupt in Deutschland vor allem als moralische Autorität: Das Wort des Bundespräsidenten hatte in der Vergangenheit stets Gewicht. In Reden und mit anderen öffentlichen Äußerungen versuchten die Präsidenten, Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen.

Die geringe politische Macht des Staatsoberhaupts ist eine Lehre aus der Weimarer Republik, in der der Reichspräsident weitgehende Kompetenzen besaß. Der letzte Reichspräsident Paul von Hindenburg hatte vor der Machtergreifung Adolf Hitlers ein "Präsidialregime" eingeführt. Er ernannte schließlich 1933 Hitler zum Reichskanzler. Aus dieser Erfahrung heraus begrenzten die Mütter und Väter des Grundgesetzes bewusst die Rechte des Bundespräsidenten.

Dem Staatsoberhaupt fällt heute vor allem die Aufgabe zu, Deutschland im In- und Ausland zu repräsentieren. Der Bundespräsident macht formell aber auch den Vorschlag für die Wahl des Bundeskanzlers, ernennt und entlässt den Kanzler und die Bundesminister sowie Bundesbeamte und Bundesrichter. Zudem übt er das Begnadigungsrecht aus und zeichnet Gesetze gegen, damit sie in Kraft treten können.

Dass all diese Aufgaben durchaus politischen Sprengstoff bergen können, erlebte zuletzt der vor fast zwei Jahren zurückgetretene Bundespräsident Horst Köhler. Ihm oblag es, nach der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) herbeigeführten Niederlage bei der Vertrauensfrage im Bundestag 2005 seine Zustimmung zur Auflösung des Parlaments zu geben und Neuwahlen anzusetzen. Auch die Kehrseite der Macht des Wortes bekam Köhler zu spüren: Für ein Interview zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr erntete er harsche Kritik - und begründete damit schließlich seinen Rückzug vom Amt des Bundespräsidenten. (APA)

Imma Wurst
00
20.2.2012, 12:03
merkel war die wachsfigur lieber

gehe davon aus, dass gaugg nicht jede kommende Gesetzesänderung so ohne weiteres unterschreiben und somit mittragen will.

rvgw
00
20.2.2012, 13:22

gaugg? den haette sich die merkel wirklich nicht verdient.

Pampfi
 
01
20.2.2012, 10:19
Reserverkompetenzen ...

Der deutsche BP hat immer noch ein eingeschränktes Notverordnungsrecht.
Ohne Paul von Hindenburg verteidigen zu wollen: Hindenburg hat nur das gemacht was die Bürgerlichen und Nationalen von ihm wollten und das auch erst nach langem Zögern - zudem war er schwer krank und seine Umgebung dürfte maßgeblichen Einfluss gehabt haben. Ohne das Notverordnungsrecht wäre in Weimar schon wesentlich früher schluss gewesen. Die Theorie vom bösen Reichspräsidenten und dem bösen Notverordnungsrecht war nur bequem, weil man damit von der Schuld aller Parteien ausgeschlossen SPD/KPD ablenken konnte - insbesondere die DNVP wollte einen RK Hitler.
Der deutsche BP hat bislang 8 mal die Unterzeichnung von Gesetzen verweigert, allein Köhler zweimal.

odrr
01
20.2.2012, 01:30

eingeschraenkte macht?
der praesident kann nur durch reden einfluss nehmen?

gauck ist ein guter rhetoriker
und so machtlooooos, ist diese position nicht.

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