Kardinalspurpur ist die Farbe des Nordens

Gerhard Mumelter aus Rom, 19. Februar 2012, 20:01

Mit der Ernennung von 22 neuen Kardinälen, die am Samstag im Petersdom gefeiert wurde, stärkt Papst Benedikt XVI. das Gewicht Europas - entgegen der sinkenden Bedeutung des alten Kontinents für die Kirche.

Das feierliche Konsistorium im Petersdom wurde nach einem neuen, vereinfachten Ritus durchgeführt. Der Papst verkündete die Namen der 22 neuen Kardinäle, setzte ihnen das rote Birett auf, wies ihnen Titelkirchen in Rom zu und überreichte ihnen gleichzeitig den Kardinalsring. In seiner Predigt forderte er die neuen Purpurträger auf, in der Leitung der Weltkirche eng mit ihm zusammenzuarbeiten. Sie müssten herausragende Diener der Kirche sein, die "nicht der weltliche Stil der Macht und der Herrlichkeit" präge.

Als deutliche Absage an immer wieder kursierende Rücktrittsgerüchte wurde der Schlusssatz des Papstes interpretiert: "Betet auch für mich, damit ich das Steuer der heiligen Kirche mit milder Bestimmtheit führen kann." Mit dem vierten Konsistorium im Pontifikat Benedikts erhöhte sich die Gesamtzahl der Kardinäle auf 213. Die Zahl der Wahlberechtigten (unter 80 Jahren) ist auf 125 angestiegen und hat damit die von Paul VI. festgelegte Höchstgrenze überschritten. Allerdings werden bereits heuer mehrere Kardinäle wegen der Altersregelung wieder ausscheiden.

Entgegen allen Ankündigungen und Prognosen bestätigt Joseph Ratzingers jüngstes Konsistorium eine unbestreitbare Tendenz: Es stärkt das Gewicht Europas, wo die Relevanz der Kirche abnimmt, und schwächt den Einfluss Lateinamerikas, wo weltweit die meisten Katholiken leben. Obwohl der Papst gerade erst von einer Reise nach Benin zurückgekehrt ist, scheint auf der Liste der neuen Kardinäle kein einziger Afrikaner auf. Und obwohl Benedikt XVI. in Kürze Kuba und Mexiko besucht, findet sich kein residierender lateinamerikanischer Bischof unter den Purpurträgern.

Der Norden der Welt stellt in Zukunft im exklusiven Gremium mit 83 mehr als doppelt so viele Vertreter als Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen. Gut die Hälfte sind Europäer. Wie in früheren Jahrzehnten wächst der Einfluss Italiens und der römischen Kurie. Unverhältnismäßig scheint vor allem das Gewicht der Italiener, die nun mit 30 Mitgliedern fast ein Viertel des Konklaves stellen und damit bei der Papstwahl ein entscheidendes Wort mitreden.

Der Anteil der Vertreter der Kurie (Leitung und Verwaltung der Kirche) ist unter dem Pontifikat Ratzingers auf 41 Prozent angestiegen - unter Johannes Paul II. waren es 29 Prozent. Benedikt XVI. wird demnächst 85 und hat mit Ausnahme einer Hüftarthrose keine gesundheitlichen Probleme. Doch langfristig formieren sich im Kardinalskollegium Koalitionen für eine zukünftige Papstwahl. Derzeit gilt der neue Mailänder Erzbischof Angelo Scola als aussichtsreichster Kandidat. Viele außereuropäische Kardinäle wünschen sich dagegen den Argentinier Leonardo Sandri oder den Kanadier Marc Quellet als zukünftigen Papst.

In der ersten Versammlung nach dem jüngsten Konsistorium meldeten sich 27 Kardinäle zu Wort, unter ihnen der Wiener Christoph Schönborn. Viele übten Kritik am Führungsstil der Kurie, der das Ansehen der Kirche beeinträchtige. Andere bemängelten die Beförderung italienischer Bischöfe, die Staatssekretär Tarcisio Bertone nahestehen. Dagegen sei etwa der Erzbischof von Manila, Luis Antonio Tagle, nicht berücksichtigt worden, obwohl auf den Philippinen mehr als 100 Millionen Katholiken leben.

Kritiker vermissen unter den neuen Kardinälen eine Reihe von Erzbischöfen, deren Sitz traditionell mit der Kardinalswürde verbunden ist wie Buenos Aires und Philadelphia. Dagegen wird mit dem Erzbischof von Hongkong, John Tong Hon, erstmals ein Chinese am Konklave teilnehmen. Zu den Überraschungen der jüngsten Kardinalkür gehört der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, der weitaus jüngste des Kollegiums: "Dass ich mit 55 jung sein soll, ist für mich gewöhnungsbedürftig." (DER STANDARD-Printausgabe, 20.02.2012)

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Posting 1 bis 25 von 37
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johann potakowskyj1
 
01
17.3.2012, 09:00
Vermutlich

ernannte er eine Erzkonservative Saat für Europa - noch schnell bevor er das zeitliche segnet. So sichert er sich auch den konservativen Nachfolger

sleepy
32
21.2.2012, 11:55
... ich möchte gar nicht wissen, ...

wieviel ein solch ein Kittel kostet, .. geschweige dem wieviel einer dieser Hampelmänner im Monat abkassiert, dafür dass er mal die Hände kreuzt.

Diese Pfurze sollte man auf den Mars schicken um Steine zu putzen! (aber nicht um das Gewicht Europas zu stärken) Wenn ich so was lese, dann glaube ich, dass mir wer ne Droge in den Drink getan hat.

sleepy
21
21.2.2012, 11:53
Das ist sowas von abfahren dumm!

Anstatt sich um die Hungersnot und das Leid auf der Welt zu kümmern, geben sie Geld für purpur aus. Wer kann einer solchen Kirche denn eigentlich noch glauben schenken, ausser dass man mit Sicherheit daran "glauben" kann dass man weiter Ministranten unter den Rock greift!

Die Kirche sollte man verbieten, ... was haben diese Hampelmänner denn eigentlich noch in unserem System verloren? Ausser dass wir sie erhalten?

pete wannemacher
11
20.2.2012, 17:20
was sollen diese neckischen Frauenkleider, häh?

mr. kawumman
32
20.2.2012, 15:16

"Es stärkt das Gewicht Europas, wo die Relevanz der Kirche abnimmt, und schwächt den Einfluss Lateinamerikas, wo weltweit die meisten Katholiken leben. "

Die katholische Kirche hat schon immer die Menschen ausgebeutet, belogen und bestohlen.

Ist wie in der Weltwirtschaft, dort wo am meisten produziert wird (ausser heiße Luft!) sind die Menschen am ärmsten.

Ein Schelm wer da einen Zusammenhang sieht!

Blacklotus85
10
20.2.2012, 14:35

purpur , scharlach -> offenbarung kap. 17

Max Carlo
11
20.2.2012, 14:14

Na, is eh Narrenzeit. Passt scho.

Blacklotus85
21
20.2.2012, 13:22

4 Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unsauberkeit ihrer Hurerei, (Jeremia 51.7) 5 und an ihrer Stirn geschrieben einen Namen, ein Geheimnis: Die große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 6 Und ich sah das Weib trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah. (Offenbarung 18.24)

peace

Dr. Seltsam
 
00
20.2.2012, 17:51

Jetzt wissmas

Blacklotus85
10
20.2.2012, 12:56

...4 Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unsauberkeit ihrer Hurerei, (Jeremia 51.7) 5 und an ihrer Stirn geschrieben einen Namen, ein Geheimnis: Die große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 6 Und ich sah das Weib trunken von dem Blut der Heiligen und von
dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah. (Offenbarung 18.24)

samuel kant
13
20.2.2012, 12:41

früher habe ich immer gehofft, dass wir einen papst aus einem entwicklungsland bekommen.

durch arbeit in entwicklungsländern hoffe ich mittlerweile dass so etwas noch lange nicht passiert.

die hohen amtsträger in diesen ländern sind leider das personifizierte übel, und die ethisch korrekten priester dort, kommen nie in die notwendigen positionen...

Toto Wien
11
20.2.2012, 14:17
Die sind meist erzkonservativ und haben wenig übrig für Themen wie

Frauen in der Kirche, verheiratete Priester oder die Segnung von homosexuellen Paaren. Was man der Kirche wirklich nicht wünschen sollte, wäre ein Papst aus einem Entwicklungsland!

anders and
 
11
20.2.2012, 14:23

haben wir nicht schon einen gehabt?

In dubio pro reo
12
20.2.2012, 13:21
na

sowas aber auch...! und dafür bist extra hing'fahren?

papst benedikt
11
20.2.2012, 13:29

ja arg dass man seine erkenntnisse aus eigener beobachtung und überprüfung gewinnt und nicht durch nachplappern von medien"inhalten".
seltsam, der mann ist verdächtig :)

Derfdeswoarsein
 
61
20.2.2012, 11:48
Männer in Frauenkleidung = Transvestiten

Fritz Meyer
24
20.2.2012, 10:10
Karnevalspurpur.

littlebuddha
25
20.2.2012, 07:12

Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Kinder denken ?

;-)

Dexter Paper
37
20.2.2012, 01:31
Mir, als...

... bewusst konfessionslosem nicht Atheist, der überzeugt ist, dass der Mensch eine transzendente Dimension in seinem Leben sucht unbegreiflich: wer kan den Vatikan, ausser als enorme wirtschaftliche Macht, ernst nehmen?

Der Papst als direkter Nachfolger auf dem sogenannten Stuhl Petri... wie bringt man es fertig, diese Maskerade auf der spirituellen Ebene ernst zu nehmen? Mir ein Rätsel.

Sollte es diesen Propheten Jesus Christus historisch wirklich gegeben haben (und wenn auch nicht): seine Predigten, seine Haltung sind dem Treiben des Vatikans diametral entgegengesetzt.

Er sprach von Schafen, so ist überliefert, nicht aber vorn Schafsköpfen.

Es gibt Dinge, die kann, ich nicht verstehen - und muss sie wohl auch nicht.

peter schmidt
 
01
20.2.2012, 17:45
Die sind seit 2000 Jahren ganz gut im Geschäft.

Die durschnittliche Esoterik Gruppe im Waldviertel bringts halt nur auf 10 Jahre. Und sie sind auch besser im Geschäft als jene Konkurrenzfirmen die die WÜnsche von Kirchenreformern bereits umgesetzt haben.

Insoferne würde ich es schon ernst nehmen.

Im übrigen hats selbstversändlich einen Propheten Jesus gegeben. Ob dieser etwas anderes war als jemand der schöne Worte gesagt hat bleibt dann wieder eine Glaubensfrage.

In dubio pro reo
30
20.2.2012, 10:46
Si tacuisses

philosophum mansisses

Dr. Seltsam
 
01
20.2.2012, 17:53

Lateinische Sprach' schwere Sprach' - aber scheeeen!

WJM
01
20.2.2012, 14:50
Si tu tacuisses PHILOSOPHUS mansisses!

Ja, Ja, wie wahr!

GPK2
00
20.2.2012, 12:43
philosophus

+besserwiss-modus aus+

wurm83
 
10
20.2.2012, 13:45
keine sorge sie sind beide als besserwisser entarnt

wirklich kluge menschen könnten das auch auf deutsch formulieren....

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