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Händchenhalten kostet zehn Yuan (1,20 Euro) mehr. Selbst Lippenstift und Schminke müssen extra bezahlt werden: Für junge Männer und Frauen in China, die niemanden zur Hand haben, mit dem sie einen romantischen Abend verbringen können, wird es teuer. Dutzende Agenturen haben den Bedarf einsamer Herzen als Marktlücke entdeckt und vermieten Partner zum Ausgehen, Vorzeigen und Angeben - aber nicht zum Anfassen.
Denn den richtigen Partner zu finden ist für Frauen wie für Männer in China heute gleichermaßen schwer. Modernes Stadtleben und Berufsstress, die bessere Ausbildung und Karriereplanung fordern ihren Preis. Viele hoch qualifizierte Frauen sind den Herren der Schöpfung zu anspruchsvoll. Die Männer aber machen sich inzwischen selbst Konkurrenz. In einer Gesellschaft, die traditionell Buben bevorzugt, hat die Ein-Kind-Politik zu verzerrten Geburtenraten geführt. Bevölkerungswissenschafter haben für 2017 einen Männerüberschuss von rund 30 Millionen errechnet.
Das hat den Boom von Agenturen begünstigt, die Singles helfen, wenigstens nach außen den Anschein zu wecken, sie hätten jemanden. " Einen (falschen) Freund zu mieten ist besser als sich zu schnell einen (echten) suchen", heißt das Motto. Zum Valentinstag boten Partnervermittlungen "Traumpartner" zum Wucherpreis von 600 Euro. Die " feschen Burschen" seien um 1,78 Meter groß, unter 70 Kilo schwer, " rauchen und trinken nicht", strahlten Frische aus und "lächeln warmherzig". Normale Ausgehmodelle gibt es schon ab wenigen Hundert Yuan. Ein Bier mittrinken erhöht die Gesamtrechnung um 20 Yuan, für einen flüchtigen Begrüßungskuss müssen 50 Yuan gezahlt werden. Mehr als den Austausch harmloser Zärtlichkeiten ist allen Beteiligten verboten. Das Partnerleasing folgt dem Vorbild der Verleihdienste zum Neujahrsfest. Weil sich Zehntausende nicht trauten, ohne Lebensgefährten nach Hause zu fahren, wurde der kaufbare "Begleiter" erfunden, der für ein paar Tage den angeblichen Partner mimt. (DER STANDARD-Printausgabe, 20.02.2012)
Uiguren griffen laut Regierung Sicherheitskräfte mit Äxten und Messern an - Sprecherin: "War ein Terroranschlag"
Begeistert widmen sich Chinas Medien den ersten Auftritten von Peng Liyuan, der Frau des neuen Präsidenten Xi Jinping, im Ausland. Dem kommt das durchaus zupass: Kleine Misserfolge fanden weniger Beachtung
In China wächst der Widerstand gegen das verfassungswidrige System der Polizeihaft, die unter der Diktatur Maos eingeführt wurde. Ein Pekinger Anwalt kämpft an vorderster Front gegen die Behördenwillkür
Chinas Staatspräsident absolviert ersten Staatsbesuch in Moskau - Energiegeschäfte als heißes Thema
Mit abschreckenden Urteilen geht Chinas Regierung gegen die Minderheit der Uiguren vor. Sie argumentiert mit der Gefahr durch islamistischen Terror und rechtfertigt damit auch ihre Zensurmaßnahmen
Debatte zu übereilter Urbanisierung der Gesellschaft
Der neue Präsident Chinas will das Land zu einem starken Weltreich machen. Dabei sagt die Regierung auch der Umweltverschmutzung den Kampf an - "ohne Gnade und mit eiserner Faust"
Vor Jahrestagung des Volkskongresses
Die aufstrebende Weltmacht will plötzlich von der Französischen Revolution lernen. Alexis de Tocquevilles Gedanken erleben in Peking derzeit neue Höhenflüge. Das Problem, vor dem die neue Führung Chinas steht, ist die Gefahr nur halbherziger Reformen
Laut Berichten wurde er zwangsernährt
59-jähriger Diplomat bisher für Beziehungen zu Taiwan zuständig - Chef des Staatsfonds wird Finanzminister
"Militär steht nicht hinter Cyber-Attacken"
Der neue Ministerpräsident der Volksrepublik steht zwar im Ruf, einer der brillantesten Köpfe der neuen Führergeneration Chinas zu sein, aber nicht besonders viele Erfolge vorzuweisen zu haben
Ein US-Unternehmen hat einen detaillierten Bericht vorgelegt, in dem Chinas Militärs als Urheber von Cyberangriffen vor allem auf US-Unternehmen beschuldigt werden. Peking bestreitet die Vorwürfe vehement
Machtwechsel in China abgeschlossen - Wen Jiabao tritt aus Altersgründen zurück
Nach vielen brutalen Misshandlungen wehrte sich die Chinesin Li Yan gegen ihren Mann und brachte ihn um - Dafür soll sie hingerichtet werden
Vier Monate nach der Wahl von Xi Jinping zum Parteichef in China hat der Volkskongress den neuen Mann an der Spitze auch zum Präsidenten gemacht. Bis zum Wochenende bestimmen die Delegierten nun die wichtigsten Posten des Staates
Will Nobelpreisträger-Petition zugunsten des inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträgers nicht unterzeichnen
Der Volkskongress wählte den KP-Chef wie erwartet zum Präsidenten
Hauptsächlich verbrennen sich Mönche und Nonnen
Schon mehr als die Hälfte der 1,35 Milliarden Chinesen lebt in Städten - Die Führung feiert dies als Erfolg und will die Urbanisierung weiter vorantreiben - Das birgt wirtschaftlichen und sozialen Sprengstoff
Endlich ist es so weit: Nach vielen Jahren Vorbereitungszeit wird am Mittwoch Chinas kommender starker Mann zum KP-Chef gewählt
Eisenbahnministerium wird nach Korruptionsaffären aufgelöst - Maritime-, Familien- und Lebensmittelbehörden sollen neu organisiert werden
Amnesty International: Rund 130 Systemkritiker weggebracht oder festgenommen - Pekinger klagen über "Paranoia"
Politologe Sandschneider erklärt, warum es der chinesischen Regierung nicht gelingt, den Inlandskonsum anzukurbeln
nicht auf normalen Weg zu einem Freund/Freundin?
Unter Mao galt zumindest jemand mit einem Fahrad, Passagierschein und zweiter Garnitur blauer Baumwollkleidung als vermögend genug, um eine gute Partie auszumachen.
Die Preise sind seit damals anscheinend ordentlich gestiegen ;)
sehr interessant, wie sich die Ideale von Privilegien ändern. ist man doch bei uns noch ansehlich, wenn man eine Yacht, einen italienischen Sportwagen, ein Haus am Hindukusch (ist jetzt sophisticated) und eine Frau wie aus Mangos gemeiselt vorweisen kann. in einem Land von 1,3 Milliarden ist es schick JEMANDEN zu haben. nachdem dieses Land uns in vielerlei Hinsicht schon längst überholt halt is es für mich eine amüsante Prognose - wir benutzen so viele Kommunikationsprothesen dass wir eigentlich zu kommunizieren vergessen. noch mehr davon und wir haben es komplett verlernt.
Leute, geht raus und unterhaltet euch mehr mit echten anwesenden greifbaren Menschen. scheint offenbar echter Luxus zu sein!
Ich darf daran erinnern, dass der es in seiner ganzen ewigen existenz gerade mal auf einen kontakt gebracht hat, den man mit gutem willen als sexualkontakt interpretierem kann. Und selbst dieser eine kontakt gilt nur, wenn man praktiken als gültig akzeptiert, bei denen die dame jungfräulich bleibt.
Kostenlose-Partnerschaften verbieten (zerstören Arbeitsplätze) - Partnern dürfen nur noch gemietet werden.
Was das Jobs schaffen würde. Und der Umsatz erst. Das BIP würde geradezu explodieren. Die Staatsschulden (rel. zum BIP) würden auf ein Minimum sinken.
Ein Wohlstandsgewinn den wir uns heute nicht einmal vorstellen können.
Das ist weniger eine Frage der Mentalität als des Lifestyles. Sowohl junge Frauen als auch Männer sind voll in den Karriere- und Geldschäffelprozess eingebunden, haben also keine Zeit, um gesunde Beziehungen aufzubauen. Doch um sich dann einen Freund (Freundin) zu mieten, müssen sie noch mehr arbeiten. Und munter läuft der Hamster weiter in seinem Rad, doch glücklich ist er nicht.
daß es diese Angebote gibt, stimmt zwar, aber wie oft sie auch angenommen werden, sagt darüber nichts aus.
Mit dem Männerüberschuß gib es da jedenfalls keinen Zusammenhang, denn erstens gäbe es dann keinen Bedarf für Mietmänner und zweitens gibt es derartige Angebote auch in Singapur, die eine ausgeglichene Geschlechterverteilung haben.
ich würde das nicht überbewerten. Solche Angebote gibt es ja auch bei uns und für manche Berufe kann es ja auch tatsächlich nützlich sein.
dass es Frauen gibt die sich Männer mieten.
Das scheint hier völlig unterzugehen.
Es scheint sich also NICHT um einen Artikel gegen die Einkindpolitik sonder um "New Lifestyle" Problematik zu handeln...
Karrierefrau, keine Zeit für Aufrisss....
was ist daran so verwunderlich??
bei uns schlafen und F**** sich doch alle, männer wie frauen in abgesicherte positionen, geheiratet wird auch hierzulande nach dem bankkonto und der erbschaft,..
und politiker ziehen einen ganzen rattenschwanz an reserveliebhabern nach sich her,..die sind alle was geworden,..
grasser, hochegger,maischberger,..etc etc,...
Das heißt richtig: staatskapitalistische Modernisierung. Und dass Kapitalismus nur unter massiven Opfern "funktioniert" sollte mittlerweile klar sein. Grad und Ausprägung der Durchstaatlichung ist dabei einigermaßen gleichgültig. Dies zeigt der obige Artikel genauso wie die permanenten sozialen, politischen, ökologischen und ökonomischen Kriegs- und Krisenerscheinungen.
Die Ein-Kind-Politik ist übrigens auch dem Kapital (dem "automatischen Subjekt", Marx) nicht "egal", eröffnet sie doch "wunderbare" Möglichkeiten seiner notwendigen Vermehrung... .
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