Betonschädel verneigen sich

Kommentar | Michael Völker , 19. Februar 2012, 18:21

Die Beamten werden flexibel - Das Irritierende: Ihre Gewerkschaft spielt mit

Fast könnte man mit den Beschäftigen im öffentlichen Dienst Mitleid bekommen. Sie müssen für dieses Sparpaket, das jetzt unter dem Titel " Stabilitätsgesetz" in Begutachtung geschickt wird, beitragen wie keine andere Berufsgruppe. Das Erstaunlichste daran: Aus der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ist zwar von einem gewissen Fritz Neugebauer ein verärgertes Grummeln deutlich vernehmbar, aber es gibt kein striktes Njet. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ist nicht nur in Verhandlungen, sie lässt auch mit sich reden.

Das ist kaum zu glauben.

Was den Beamten droht:

  •  2013 wird es eine Nulllohnrunde geben, im Jahr darauf eine moderate Erhöhung.
  •  Der Bund kürzt seinen Zuschuss zur Krankenversicherung der Beamten und spart sich damit bis 2016 wahrscheinlich 540 Millionen Euro. Die dermaßen leergeräumte Beamtenversicherungsanstalt könnte in Folge ins Defizit rutschen.
  •  Der Versetzungsschutz für öffentlich Bedienstete fällt: Sie können künftig quer durch die Ministerien und auch darüberhinaus herumgeschoben werden, auch wenn sie dabei Lohnkürzungen hinnehmen müssten.

Und Fritz Neugebauer ist (noch) nicht auf den Barrikaden.

Natürlich lassen sich all diese Maßnahmen vernünftig argumentieren und vertreten. Dass auch Beamte flexibel sein müssen, ist einsichtig. Sie müssen auf andere Arbeitsplätze zugeteilt werden können. Vor allem auch dann, wenn es in dem einen Ministerium, etwa dem Verteidigungsministerium, einfach keine entsprechenden Jobs mehr gibt. Und wenn es einen Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst gibt, wird man auch innerhalb eines Ressorts die Beschäftigen umschichten müssen, ohne das mit jedem einzelnen auszudiskutieren oder auf Geschäftsordnungstricks zurückgreifen zu müssen.

Das macht Sinn, selbstverständlich ist das aber nicht. Jahrzehntelang hat sich die Gewerkschaft dagegen gewehrt und in manchen Ministerien trieb der Versetzungsschutz skurrile Blüten. Dass sich die Beamtengewerkschaft hier nicht nur ein paar Zentimeter bewegt, sondern sich selbst gleichsam als Berg versetzt, ist wirklich ungewöhnlich und sollte durchaus auch anerkannt werden.

Das Leerräumen der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter ist eher ein Taschenspielertrick des Bundes: Er holt sich Geld, wo eben eines vorhanden ist. Indem die Rücklagen der Beamten ausgeräumt werden, wird letztendlich aber eine Versicherung dafür bestraft, dass sie ordentlich wirtschaftet. Leistung muss sich lohnen? Offenbar nicht immer für den, der sie erbracht hat.

Am leichtesten lässt sich die Nulllohnrunde argumentieren. Die öffentlich Bediensteten verdienen in der Regel gut und besser als andere Berufsgruppen, bei den Lohnerhöhungen in der Vergangenheit wurden sie brav bedacht. Außerdem können sie darauf zählen, sichere Jobs zu haben. So gesehen war es richtig, den öffentlich Bediensteten im Zuge eines Sparpakets einen Beitrag abzutrotzen.

Dass die Beamtengewerkschaft, die sich ihren Ruf als Heimstätte der " Betonschädeln" redlich erarbeitet hat, Einsicht zeigt, kam aber doch überraschend. Jetzt liegt es an der Regierung, das Herumzupfen am öffentlichen Dienst zu beenden und endlich eine ordentliche Dienstrechts- und Besoldungsreform umzusetzen. Das haben sich die Beamten verdient. (DER STANDARD Printausgabe, 20.2.2012)

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in ZDFinfo läuft gerade eine ...

schöne Geschichte über DIE Betonschädel: da dürfen nämlich die verschiedensten Berufsgruppen von "Betonschädeln" im Rhein in Koblenz eine 1500 kg Fliegerbombe entscharfen. Zuerst müssen die "Betonschädel" der Polizei und der Rettung tausende Menschen evakuieren. Die "Betonschädel" der Feuerwehr müssen Sonderfälle der Evakuierung klären und das Gebiet absichern. Andere "Betonschädel" müssen die Unterlagen für die Aktionen liefern und die verschiedenen Aktivitäten der "Betonschädel" koordinieren. Das Schlimmste kommt aber noch in Österreich: die hochbezahlten Betonschädel der Meinungsmacher sind der Meinung, daß diese Beamten ihr Geld nicht wert sind.

Überheblicher Michael Völker

Der verächtliche und herabsetzende Ton ("Betonschädel") von Michael Völker gegenüber den öffentliche Bediensteten, den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern insgesamt outen ihn als neoliberalen Dogmatiker und politischen Reaktionär erster Klasse und disqualifizieren ihn als Journalisten!

jede wette

dass sich die großartig angekündigten veränderungen im richtigen beamtenleben wenig bis gar nicht auswirken. (außer vielleicht die nulllohnrunde, die aber betrachtet man die überproportionalen steigerungen der beamten -gegenüber den privatangestellten/arbeiter-einkommen in den letzten 10 jahren längst überfällig ist)

was jetzt bei den Beamten gemacht wird,

kommt bald bei den Kollektivverträgen.
Darauf kann man warten, wenn ma so einfach in bestehende Rechte eingreifen kann, wird auch der Kollektivvertrag fallen.
Aber seien wir froh, es trifft ja nur die Arbeiter.

Dieses Mal Lob statt Hohn!

Wenn die GÖD und ihr Chef endlich Einsicht zeigen und Flexibilität gegenüber Reformen beim Sparpaket zeigen, sollte man diese nicht verhöhnen, sondern eher applaudieren!
Der Hinweis, dass Beamte künftig quer durch Ministerien und darüber hinaus trotz Lohnkürzungen herum geschoben werden können, hört sich für künftig Betroffene nicht gerade motivierend an. Flexibilität bei Versetzungen klänge hier wesentlich besser. Außerdem können Versetzungen auch Karrieresprünge und neue Motivation bewirken!
Was ich nicht verstehe - warum zahlt der Bund überhaupt Zuschüsse zur Krankenversicherung. Diese müsste sich bei überwiegend Gutverdiener doch selbst tragen!
Eine zukünftige Dienstrecht-, Gehalts- und Pensionsreform wäre mehr als überfällig!

???

"Was ich nicht verstehe - warum zahlt der Bund überhaupt Zuschüsse zur Krankenversicherung"

Jeder Arbeitgeber zahlt Arbeitgeberbeiträge, hier zahlt eben der Bund als Arbeitgeber.

Im übrigen ein wenig grotesk, dass die Beamten, die sich die Überschüsse ja selbst finanzieren (durch den 20%-Selbstbehalt), auch hier ausgeräumt werden. Neugebauer dürfte entweder schwer krank oder mit irgendwelchen Sonderg'schafterln (zB NR-Mandat auch nach 2013) gekauft worden sein.

ok - ist logisch mit den Zuschüssen!

ein weiteres

grausiges Beamtenbashing im Standard. Das Niveau des Standards sinkt damit ins bodenlose - schade um eine ehmals interessante linksliberale Zeitung.

Schwimmen euch die Felle davon? Jeder zweite Artikel ist entzwweder Beamtenbashing oder handelt vom Gottseibeiuns Strache.

Gutverdiener

Es wird - wie üblich - wieder einmal nicht zwischen Bundes- und Landesbeamten differenziert. Meist wird auf die Bundesbeamten gebasht, die in der Vergangenheit ohnehin viel mehr Reformen umgesetzt haben (Pensionsreform, Stellenabbau etc.), während die Landesbeamten von ihren -hauptleuten geschützt wurden. Das hat vor allem bei Pensionsansprüchen dramatische Auswirkungen.
"Verdienen in der Regel gut" kann man auch brav hinterfragen. Kenne eine 40jährige B-Beamtin, die vorher in der Privatwirtschafts war und dann aufgrund einer Erkrankung rausgeworfen wurde. Jetzt im Bund wird sie wie eine 18jährige Berufsanfängerin eingestuft und verdient schlappe 1200 netto. Mit Aussicht auf dramatische Biennalsprünge von 30 Euro oder ähnlich.

Wenn jetzt die "Götterdämmerung der Betonschädel" einsetzt

dann sollte eine wirklich einschneidende Vermögenssteuer nur noch eine Frage von Monaten sein.
Allerdings dürfte in dieser Frage der Beton härtemäßig wohl eher im "Diamantbereich" liegen...

Indem die Rücklagen der Beamten ausgeräumt werden,

Das habens von Häupl und Brauner- gelernt. Diese haben die Rücklagen der Kindergärten welche für diverse Anschaffungen an Spielmaterial und Werkmaterial und in November noch als Reserve vorhanden waren vorher ausgeräumt. Wer Geld für einige bessere Anschaffunngen ansparte war der Dumme.

Seltsam

Sparmaßnahme beim Öffentlichen Dienst ("Beamten") sind höchst populär, das zeigen alle aktuellen Umfragen. Nulllohnrunden sind das mindeste, was man fordert. Die Meinungsmacher fahren voll auf dieser Linie, meist auch der STANDARD. Gleichzeitig bejammern dieselben, dass beispielsweise die Entlohnung der Kindergärtnerinnen eine Schande sei und fordern deutliche Lohnerhöhungen. Wenn sich die Gewerkschaft gegen unangemessene Sparpakete ausspricht, sind sie die begehrten "Betonschädeln". Wenn die Gewerkschaft aber zustimmt, wie jetzt beim Vedrsetzungsschutz, bleibt auch dem Standard die Spucke weg und zurück bleibt enttäuschte Demagogie gegen die "Betonschädeln". Das ist seriöser Journalismus ala Standard

Betonschädel verneigen sich

und laufen gefahr, das gleichgewicht zu verlieren ...

Die Ministerien werden von den politischen Parteien

beherrscht und dass man die Beamten nun zu anderen Ministerien versetzen kann ist keine Jubelmeldung sondern der Untergang der Verwaltung.

Fast alle politischen Parteien sind verantwortungslos das heißt man wird 2 x zu viele Beamte in den Ministerien haben die politisches Gewicht haben und wo jetzt schon zu viele herum sitzen und keine in denen die kein politisches Gewicht haben.

Seit 1990 hat es keine einzige Reform gegeben was da an Reform daherkam war fast immer ein Schmähreformpaket das die Parteien stärkt und den Staat schwächt und die Journalisten haben fleißig mitgejubelt weil sie meist viel zu dumm sind die inneren Strukturen zu verstehen.

Kein Njet kann nur bedeuten, dass wesentlich mehr drinn gewesen wäre und befürchtet wurde.

Aber laut Aussagen von Gewerkschaftern im heutigen Kurier, soll der Versetzungsschutz nur bei organisatorischen Änderungen nicht mehr gelten, also zb wenn es ein Planstelle in Zukunft nicht mehr gibt.

Für alle anderen Fälle soll der Versetzungsschutz weiterhin gelten.

der Versetzungsschutz ??

es gibt eine Schutz gegen willkürliche Versetzung;

ansonsten kann einer in seiner Verwendung, wenn also Abteilungen aufgelöst umgruppiert etc. werden, immer versetzt werden.

Bei dringenden Bedarf kann rasch eine DIENTSZUTEILUNG erfolgen ...

Den Verwendungsschutz, also dass einer in seiner mit Dienstprüfung abgesicherten QAULIFIKATION wieder arbeiten soll, werden intelligente Angestellte auch weiterhin haben; als Berufgsschutz !!

ES ist nur dämlichen Herumschreiern nicht klar was es bedeuten würde den Berufsschutz / Verwendungsschutz zu durchlöchern ....

warten sie damit ich das richtig verstehe

dafür dass sich ein, wie sie es nennen, "betonschädel", sich nach jahrzehnten bewegt und zulässt, dass "seine leute" ebenso behandelt werden wie alle andren auch, dafür soll ich ihm jetzt achtung zollen????

ich finde eher das es unnötige a-löcher sind die unser land jahrzehnte ausgeblutet haben und jetzt lieber die notbremse ziehen bevor die demonstranten vor der türe stehen

respekt hätte ich nur wenn die aktion zu einem zeitpunkt kommt wo es noch andere möglichkeiten gibt...aber was wäre denn passiert wenn die beamten diesmal nicht mitgezogen hätten aber alle andern massive einschnitte gehabt hätten? (bis auf die bauern so wie es aussieht)

Wieso sollen sie ihm Achtung zollen?

Deutet der Autor das irgendwo an? WUNDERN sollen Sie sich mit ihm, so versteh ich den Artikel :-)

aha..na gut dann kopier ich ihnen die stellen raus

Fast könnte man mit den Beschäftigen im öffentlichen Dienst Mitleid bekommen. Sie müssen für dieses Sparpaket, das jetzt unter dem Titel " Stabilitätsgesetz" in Begutachtung geschickt wird, beitragen wie keine andere Berufsgruppe.

--> das ist noch nicht ganz eindeutig, aber hier lässt er schon erkennen für wie arm er die beamten hält!

Dass sich die Beamtengewerkschaft hier nicht nur ein paar Zentimeter bewegt, sondern sich selbst gleichsam als Berg versetzt, ist wirklich ungewöhnlich und sollte durchaus auch anerkannt werden.

--> hier ist es schon eindeutig

Aber zwischen "Annerkennen" und "Achtung zollen"

ist schon noch ein Unterschied.

Aber bitte, das sind nun Wortkramereien. Ich finde sowieso, dass es unerheblich ist, was Einzelne von Einzelnen denken.

Klar ist jedenfalls, dass keine Berufsgruppe gerne bzw. freiwillig was hergibt. Das tun die Bauern eben so ungerne wie die Beamten oder die "Reichen"

Insoferne ist es doch erstaunlich, dass sich erstmalig bei den Beamten was tut. Oder vielleicht tut sich eh nix und der Neugebauer hat sich halt nicht gleich mordsmäßig dagegen aufgelehnt weil er Kopfweh hat oder sowas und morgen kommt er mit einer Pressemitteilung, dass er alles ablehnt.

ich bin ja völlig bei ihnen

mir gehts halt nur ums prinzip...egal ob jetzt bauern oder beamte, alle wissen wir ,dass sdiese in den letzten jahren massive privilegien genossen haben.

was auch völlig ok war so lange wir das geld dazu hatten...

nur das wenn jetzt alle sparen müssen, die ihre privilegien aufgeben müssen ist schlichtweg selbstverständlich...

und nichts anderes (egal ob achtung oder anerkennung^^)

dieses mindestmaß an solidariät als "entgegenkommen" zu verkaufen find ich halt einfach frech!

dieses mindestmaß an solidariät als "entgegenkommen" zu verkaufen find ich halt einfach frech!

Ja, mag sein. Ist aber wurscht. Frech war der Neugebauer immer schon. Jetzt ist er halt frech mit Nachgeben.

Sonst: Einverstanden!

Cool

der Standard und seine roten Lohnschreiberlinge im "Kampf" gegen die Beamten und deren Gewerkschaft mit einem "tiefen Griff" in die Vokabelkiste für Haßkampagnen.
Peinlicher geht es wohl nicht mehr.

Die Beamten werden flexibel - Das Irritierende: Ihre Gewerkschaft spielt mit

...typisch österreichischer Journalistenpessimismus!

Da bewegt sich endlich mal was in der Beamtenschaft, schon wird etwas hineingeheimst und angezweifelt, anstelle die Macht zur positiven Veränderung gut zu heissen.

Journalistendilettantismus!

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