Glawischnig: "Das Sparpaket ist sozial und ökologisch dumm"

Interview | Saskia Jungnikl, 19. Februar 2012, 18:16
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    foto: standard/cremer

    Nach dem Verständnis des Lobbyisten Peter Hochegger stünde sie auf der Payroll beim Billa, "weil ich dort einkaufe", sagt Eva Glawischnig. Dessen Rundumschlag war eine "Sauerei"

Die Chefin der Grünen, Eva Glawischnig, wird dem Sparpaket sicher nicht zustimmen

STANDARD: Sie fordern beim Sparpaket mehr "soziale Ausgewogenheit", nennen es einen "Schmäh". Ist es wirklich so schlecht?

Glawischnig: Es gibt Maßnahmen, die zu begrüßen sind wie etwa im Verwaltungsbereich oder auch die Solidarabgabe. Insgesamt fehlen aber die großen Linien. Es belastet die sozial Schwächeren, große Vermögen bleiben ausgespart. Das ist bedauerlich.

STANDARD: Die Opposition hat für Donnerstag eine Sondersitzung einberufen. Welche Fragen werden Sie der Regierung stellen?

Glawischnig: Einerseits geht es um die großen schwarzen Löcher. Punkte, bei denen niemand genau sagen kann, was gemeint ist.

STANDARD: Wie das Abkommen mit der Schweiz?

Glawischnig: Ja, oder der Gesundheitsbereich. Hier ist unklar, wie das Einsparungspotential von angeblichen 1,7 Milliarden Euro erreicht werden soll. Oder die Finanztransaktionssteuer, die ich für einen Faschingsscherz halte. Wir werden nachfragen, ob Werner Faymann einen Plan B hat. Ob es etwa eine Börsenumsatzsteuer in Österreich mit demselben Volumen geben wird. Überall, wo es um Strukturreformen geht, ist das Paket sehr vage. Bei den Belastungen hingegen ziemlich konkret.

STANDARD: Ex-SPÖler Rudi Fußi plant ein Vermögenssteuern-Volksbegehren. Unterstützen Sie das?

Glawischnig: Ich kann die Stoßrichtung unterstützen. Ich verstehe den Unmut, gerade wenn man aus der SPÖ kommt, weil die SPÖ seit fast über zwei Jahren eine Werbekampagne für soziale Gerechtigkeit fährt, die man in der Politik nicht wiederfindet. Ich kenne den Text noch nicht, aber ich werde ihn mit Interesse lesen.

STANDARD: Gehören die Altpolitikerpensionen gekürzt?

Glawischnig: Ja. Das sind letzte Reste von Politikerprivilegien, die abgeschafft gehören.

STANDARD: Sollten die Landeshauptleute stärker in die Verantwortung genommen werden?

Glawischnig: Einzelne jedenfalls. Denen gehört die Kreditkarte des Steuerzahlers einmal aus der Hand genommen.

STANDARD: An wen denken Sie da?

Glawischnig: An Erwin Pröll etwa, der so tut als wär in seinem Land alles in Ordnung. Dabei gehört Niederösterreich zu den Problembären was etwa Gesundheitsstrukturen angeht. Aber es gibt Länder wie Vorarlberg und Oberösterreich, die vorbildlich agieren. Es ist ärgerlich, dass die Länder nicht bereit sind, Kompetenzen an den Bund abzugeben, wie etwa bei der Schulverwaltung. Das wäre ein Gebot der Stunde.

STANDARD: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen dem Sparpaket zustimmen?

Glawischnig: Das ist sehr unwahrscheinlich. Es gibt Einzelmaßnahmen, denen wir zustimmen könnten, aber nicht dem ganzen Paket. Es ist sozial und ökologisch dumm. Dass Autobahnprojekte, wie der Linzer Westring, der eine halbe Milliarde Euro kostet, nicht hinterfragt werden, ist unverständlich.

STANDARD: Was sagen Sie zu den Aussagen des Lobbyisten Peter Hochegger, der Grüne auf seiner Payroll gehabt haben will?

Glawischnig: Leute, die drei Monate bei ihm gearbeitet haben, in einen Korruptionsskandal zu verwickeln, ist eine Sauerei. Nach Hocheggers Verständnis würde ich beim Billa auf der Payroll stehen, weil ich dort einkaufe. Hochegger vernebelt so die schwarz-blaue Korruption, also die Einflußnahme durch Geld auf politische Entscheidungsträger. Da hätte ich mir auch mehr Reflexion von manchen Medien gewünscht.

STANDARD: Die Regierung will bis Sommer eine strengere Parteispendenregelung. Glauben Sie das?

Glawischnig: Ich glaube Karlheinz Kopf und Josef Cap kein Wort. Sie versprechen Dinge, setzen ihre Unterschrift unter Papiere, die nie eingelöst werden. Aber wir werden von der Offenlegung der Parteispenden nicht runtersteigen. Der aktuelle Zustand, wo hunderttausende Euro verdeckt an Parteien überwiesen werden, gehört abgestellt. (DER STANDARD Printausgabe, 20.2.2012)

EVA GLAWISCHNIG (42)

ist seit Jänner 2009 Bundessprecherin der Grünen.

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El Clandestino ****
03
16.3.2012, 09:56

hoffentlich tritt die alte dame bald ab.

Werner Marzi1
 
02
Wo bleibt die Profilierung der Grünen !!!

Es kommt keine bessere Zeit mehr für die GRÜNEN als jetzt.
Was hört man von den GRÜNEN - ?????? Das selbe sinnentleerte geschwafel das wir von unseren Politikern gewöhnt sind.
Wo bleibt der AUFSCHREI ????!!!!!
Es kommt keine bessere Zeit Frau Glawischnigg - Warum können SIE die Schwäche aller anderen Parteien nicht nutzen ???

PaterWilli
13
25.2.2012, 13:30
Grüne auf keiner Payroll ?

Wollen wir jetzt behaupten, Grünpolitiker stehen auf keiner Payroll? Nicht auf Hocheggers, ja klar. Der hat eine andere Clientel. Aber auf keiner?
Was ist mit dem selbsternannten Verkehrsexpertenclub (wie war noch mal der unvergeßliche Name ?) und dem RadlerLobbyClub ARGUS und -zig anderen Organisationen und Lobbies. Auch fast alle Grüne stehen irgendwo auf einer Payroll.

Ich versteh das ja, das ist ja auch praktisch. Wenn man das bei anderen kritisiert, sollte man sich aber sicher sein, daß es einem selbst nicht passiert.

Jaison Pure
12
23.2.2012, 11:08

Dadurch das die Glawischnig zu einen der wenigen Frauen im NR zählt,wirkt sie etwas attraktiv..findet ihr nicht?:-D

001-007
07
22.2.2012, 10:24
Wien zeigt wie sparen geht lol

in Wien regiert Rot/Grün und es gibt nur Gebürenerhöhung
Wasser, Müll, Badeintritte, Parkscheine, Fahrscheine der WL,...

Alle Erhöhungen treffen den "Kleinverdiener" um ein Vielfaches höher

Bäwägung klingt akademischer als Bewegung
03
22.2.2012, 15:12

Das ist eindeutig der "Oppositionseffekt", den wir besonders intensiv bei den Blau/Orangen beobachten können. Zuerst das Blaue vom Himmel versprechen und sobald sie mitreden dürfen erkennt man sehr schnell, dass sie auch nur mit Wasser kochen.

001-007
00
22.2.2012, 15:52

danke für die Bestätigung.

denn im obigen Artikel gehts ja un die GRÜNEN.
Frau Glaw... ist ja die Chefin der gesamten Partei und seit 3 Jahren die Bundessprecherin der Grünen.
Könne Ihre (Unter-) Landesorganisationen einfach gegen die Bundesparteilinie arben (wenns um den Machterhalt...) geht?
Oder wird wie Sie richtig feststellen "das Blaue von Himmel versprochen", jedoch wenns drauf ankommt doch umgefallen.

Dieses Verhalten ist anscheinend bei ALLEN Parteien das gleiche - nur bei der eigenen Gesinnungsrichtung will man es nichtmehr wahrhaben, sondern beschönigt....

MBR
03
21.2.2012, 14:29

mit argumenten lassen sich keine wahlen gewinnen.
trotzdem will ich vdb zurück

Oedipus
01
24.2.2012, 11:23

Ncithdass es etwas ändern würde. Aber Argumente haben die Grünen auch nicht.

ND1
00
21.2.2012, 13:01

da hat sie ja mit dem Sparpaket richtig etwas gemeinsam ...

zuschön
08
20.2.2012, 19:30
Also, ein bisschen Sarah Wagenknecht würde Eva Glawischnig gut tun.

Sie müsste deswegen ja nicht gleich ihren Volker Piesczek gegen Oskar Lafontaine eintauschen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Monika Langthaler mit ihrem Beratungsunternehmen den Begriff Lobbying bis zum Anschlag strapaziert. Ebenso Lothar Lockl. Die Glapilzschnigs sollten also nicht so dünnhäutig sein.

Michael Aires
00
24.2.2012, 16:34
Sie möge eine Kommunistin werden?

Ist es das, was sie meinen.

darkwing
02
25.2.2012, 10:26
Haben Sie schon einmal...

....Sarah Wagenknecht reden gehört? Kommunistin hin oder her - In Ö könnten wir uns alle 10 Finger abschlecken, wenn wir nur EINE Persönlichkeit dieses Formats hätten.

Michael Aires
10
20.2.2012, 18:52
Ich hingegen...

bin hochintelligent, hübsch mit ebensolchem Mann.
Signed: Angelina Gl.

Karel Sternlieb
03
20.2.2012, 18:46
Auch schon aufgewacht?

Allerdings hoffe ich das bei den Grünen nach der (hoffentlich kurzen Aufwachphase) auch Alternativideen kommen und nicht das übliche gelaber weiter geht.

Seria
02
20.2.2012, 18:37

es geht wohl mehr darum aus der Misere heraus zu kommen, als grün zu denken

Mann40
01
20.2.2012, 18:27

zum Thema Schwarzgeld in der Schweiz: was ist eigentlich aus den übermittelten (gekauften) Daten der damaligen Schweiz-CD geworden?
Stille, Schweigen, niemand weiss etwas....

frauauswien
08
20.2.2012, 17:39
warum schweigen die grünen dazu und labern nur?

Für Österreich ist vor allem die Schweiz als Steuerfluchtland von Bedeutung. Das Genfer Helvea Institut hat 2010 48,4 Mrd Euro an österreichischem Geld in Schweizer Banken eruiert. Davon sind 4,6 Mrd deklariert, 43,8 Mrd sind Schwarzgeld.
Geht man davon aus, dass beim Schwarzgeld zum weitaus überwiegenden Teil ein Steuersatz von 50% anzuwenden wäre, so sieht man, dass ohne diesen Steuerausfall sämtliche Kürzungen und Einsparungen sowie einige neue Steuern des aktuellen Sparpaketes unterbleiben könnten. Der erlittene Steuerausfall ist aber noch höher, bezieht man die entgangenen Kapitalertragssteuern und Vermögenszuwachssteuern ein, ganz zu schweigen von den fälligen Finanzstrafen.

Österreichische Verbrecher Partei!
14
20.2.2012, 16:55
wenn mich jemand so beschimpft, wie die FPÖ die Frau Langthaler, DANN KLAGE ich !!!

Diese Dame kann aber nicht klagen, da sie
1.) NUR auf Grund ihrer Bekanntheit als Politikerin die tausenden Euro erhalten hat
2.) Da die Vorwürfe stimmen
für mich
3.) Ich wähle mit Sicherheit KEINE der Altaprteien.

siehe:
http://www.ots.at/presseaus... berall-mit

und da kann Peter PILZ, der für mich tatsächlich in dieser Republik notwendig ist, blubbern was er will

masterpiece
15
20.2.2012, 15:18
es ist allerdings nun nicht unbedingt dass fr.glawischnig dies wirklich beurteilen könnte ob das paket sozial und ökologisch dumm wäre.

sie glaubt zu wissen-das reicht allerdings nicht wirklich aus.

flohimpelz
314
20.2.2012, 15:08
Jedesmal wenn ich Glawischnig sehe/höre

frage ich mich, wie lange wollen sich die Grünen diese Frau noch antun??
Muss diese Bewegung hier in Ihrer Ideenlosigkeit enden??
Als Prada-Modell hat sie es nicht geschafft, was hat sie in Österreichs Innenpolitik zu suchen??
Schade um die grüne Idee.

a wiener kind
13
20.2.2012, 16:55
...absolute fehlbesetzung...

...die grünen waren (für mich) doch immer die gemässigten und intelektuellen in unserem parteinsystem, die großteils neutral agiert haben. also versucht haben auf einer möglichst breiten basis argumente für alle schichten und bürger zu finden. heute sind die grünen zu einem populistischen medienwerk verkommen. kann sein, dass hr. und fr. österreicher nur so zu erreichen sind, die politische kultur hat aber auch darunter stark gelitten.

dölerich hirnfidler
35
20.2.2012, 15:03

ob das sparpaket sowas auch über die eva g. sagt?

das ist fix
33
20.2.2012, 15:03
Fragen

Warum fragen eigentlich Journalisten nie nach einem konkreten Plan betreffend Vermögenssteuer.
Wenn jemand, egal ob Glawischnig, Faymann, oder Fußi diese Steuern verlangt, dann müsste doch nachgefragt werden WIE diese genau gestaltet werden soll.
Was ist Vermögen generell? Ab welcher Vermögensgrenze wird konfisziert?
Warum hat in der Eurozone nur Frankreich eine solche Steuer? Wieviel Geld käme da in die Staatskasse?
Warum haben ein SPÖ-Bundeskanzler und ein SPÖ-Finanzminister diese Steuer abgeschafft?

Lucien de Rubempre
01
20.2.2012, 16:24
da stimmt einiges nicht

spanien z.b. hat auch eine vermögenssteuer, und in deutschland gibt es eine wesentliche höhere grundsteuer als bei uns... und die grünen haben sehr wohl konkrete vorschläge für die vermögensgrenze gehabt (500.000 €)...

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