Mausefalle Bausparen

Kommentar19. Februar 2012, 18:07
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Die Bausparkassen befürchten, dass die geringere Attraktivität auf die Einlagen drückt - Die Sorge ist nicht unbegründet

Österreichische Anleger werden mit dem Sparpaket ziemlich strapaziert. Das ist bei derartigen Sanierungsprogrammen zwar alles andere als überraschend, allerdings beinhalten die Gesetzesentwürfe doch ziemlich bedenkliche Punkte. Immobiliensteuer und Umwidmungsabgabe - dem Grunde nach höchst berechtigt - gelten rückwirkend, weil bereits im Bestand befindliche Häuser und Wohnungen bei Verkäufen davon betroffen sind. Bereits ab April wird auch noch die Prämie für die Zukunftsvorsorge und das Bausparen halbiert.

Die Bausparkassen befürchten, dass die geringere Attraktivität des Produkts auf die Einlagen drückt und somit das ganze System zum Wanken bringt. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet. Offenbar versucht die Regierung nun, den Kollaps mit der Brechstange und zulasten der Kunden zu verhindern: Die Prämie wird nämlich halbiert, ohne dass man den Vertrag auflösen kann. Das wäre ungefähr vergleichbar mit einem Handyanbieter, der bei gleichbleibendem Tarif die Gesprächsminuten halbiert. Ähnliches ist bei der Zukunftsvorsorge geplant.

Damit wirkt auch der Prämienschnitt rückwirkend, weil die Anlageentscheidung unter anderen Rahmenbedingungen erfolgt ist. Wer Sparer derart in die Mausefalle lockt, darf sich über den Vertrauensverlust nicht wundern. Es wäre nicht überraschend, sollten Bausparen und Zukunftsvorsorge mit diesem Schritt bald Geschichte sein. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2012)

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