Mausefalle Bausparen

Kommentar | Andreas Schnauder , 19. Februar 2012, 18:07

Die Bausparkassen befürchten, dass die geringere Attraktivität auf die Einlagen drückt - Die Sorge ist nicht unbegründet

Österreichische Anleger werden mit dem Sparpaket ziemlich strapaziert. Das ist bei derartigen Sanierungsprogrammen zwar alles andere als überraschend, allerdings beinhalten die Gesetzesentwürfe doch ziemlich bedenkliche Punkte. Immobiliensteuer und Umwidmungsabgabe - dem Grunde nach höchst berechtigt - gelten rückwirkend, weil bereits im Bestand befindliche Häuser und Wohnungen bei Verkäufen davon betroffen sind. Bereits ab April wird auch noch die Prämie für die Zukunftsvorsorge und das Bausparen halbiert.

Die Bausparkassen befürchten, dass die geringere Attraktivität des Produkts auf die Einlagen drückt und somit das ganze System zum Wanken bringt. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet. Offenbar versucht die Regierung nun, den Kollaps mit der Brechstange und zulasten der Kunden zu verhindern: Die Prämie wird nämlich halbiert, ohne dass man den Vertrag auflösen kann. Das wäre ungefähr vergleichbar mit einem Handyanbieter, der bei gleichbleibendem Tarif die Gesprächsminuten halbiert. Ähnliches ist bei der Zukunftsvorsorge geplant.

Damit wirkt auch der Prämienschnitt rückwirkend, weil die Anlageentscheidung unter anderen Rahmenbedingungen erfolgt ist. Wer Sparer derart in die Mausefalle lockt, darf sich über den Vertrauensverlust nicht wundern. Es wäre nicht überraschend, sollten Bausparen und Zukunftsvorsorge mit diesem Schritt bald Geschichte sein. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
1 2 3
Der Geist der Ahnung
 
00
20.2.2012, 17:50
Merke:

Bedenkenlos in die Mausefalle locken darf man dagegen Stifter, die sind nämlich 1. reich und 2. böse und haben sohin ihren Anspruch auf Rechtssicherheit auf ewiglich verwirket!

luis trew
11
20.2.2012, 16:23
Banken müssen jetzt die Zinsen zahlen

Ich verstehe eh nicht, warum der Staat den Bausparkassen die Sparzinsen zahlt.

Die Bausparkassen müssen künftig eben einen Teil ihrer Gewinne für Sparzinsen ausgeben.

Nicht wirklich schlimm, oder?

RS69
 
01
20.2.2012, 16:44

Die Bausparkassen zahlen Zinsen, und haben das auch bisher getan.

Und dann gab's noch zusätzlich eine staastliche Prämie, die jetzt weniger geworden ist.

umverteiler
00
29.2.2012, 08:24
braucht man das ?

ja erkär ihm auch gleich den Unterschied von Sach und Geldwerten ...

Achmo Ledbid
11
20.2.2012, 17:40
ja aber..

..zu schlechteren zins-konditionen als es für andere tagesgeldprodukte diese gibt. die bausparprodukte waren nur wegen der prämie attraktiver (und das auch nicht immer) als andere direkt-bank-spareinlagen. jetzt müssen halt die banken endlcih wieder marktkonforme zinsen zahlen, ich finde daher den schritt richtig.

Aso?Echt!
00
20.2.2012, 15:57
Wieso kann man nicht aus dem Bausparen aussteigen?

"Die Prämie wird nämlich halbiert, ohne dass man den Vertrag auflösen kann"
Stimmt das? Hier wird doch eine wesentliche Eigenschaft des Vertrags verändert, was ein Kündigungsrecht begründet...

Engel Bert
00
20.2.2012, 19:23
Es ist schon möglich, nur gehen sämtliche Prämien verloren.

RS69
 
01
20.2.2012, 16:20

Überlegen's mal:

Hat Ihr Vertragspartner was verändert?

hawkwind
00
20.2.2012, 16:56
Nein.

Aber mein Vertragspartner hat auch keine Gelegenheit versäumt, auf dieses goodie hinzuweisen. Also kann er jetzt nur mit Gesichtsverlust so tun, als ginge ihn das alles nichts an.

Im Übrigen könnte der Vertragspartner versuchen, den Verlust für seine Kunden auszugleichen. Vielleicht indem er einen Teil der Boni für seine Manager zweckentfremdet.

RS69
 
01
20.2.2012, 17:15

Damit hatte er ja nicht unrecht: Es war ja auch ein Goodie - und ist noch immer eines.

Klar KÖNNTE Ihr Vertragspartner versuchen, Ihre Verluste auszugleichen. Vergessen Sie aber nicht, dass es Ihr Vertragspartner ist, und nicht der Weihnachtsmann.

fow
00
20.2.2012, 15:52
anhand dieser "einsprungsmaßnhame" läßt sich wieder einmal die kurzsichtigkeit unserer politik ableiten

eine halbierung der bausparprämie (ansparvertäge) "erspart" dem staat rund 60 Mio. EUR.
was passiert (erstrundeneffekt): damit die einlagen nicht bedrohlich flöten gehen, werden die bausparkassen über kurz oder lang mit zinsanhebungen reagieren, welche zu lasten des ertrages führen werden. ergebnis: rund 30 - 40 mio weniger Steuern durch gewinnreduktion!
zweirundeneffekt: destabilisierung eines (relativ) konservativen finanzkonstrukts. abfliessende passivbestände müssen weit teurer über den interbankenmarkt refinanziert werden. höhere kosten => weitergabe der kosten letztendlich an den konsumenten => verringerung der Kaufkraft
...
vielleicht hätte man über so manchen punkt des sparpaketes ein zweites mal nachdenken sollen.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
20.2.2012, 19:38
Danke.

Ich denke auch, dass diese 60 mio Euro Einsparung noch sehr teuer bezahlt wird! Nur halt noch nicht im Budget 2012...

locken
00
20.2.2012, 15:34
Wer braucht so viele Bausparkassen ?

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
20.2.2012, 19:40
Deren Direktoren...

... oder Innen, wie die unglaublich talentierte Frau Riess-Passer. Unter 15.000 Euro/Monat geht von denen niemand heim. Nun kann man schon zu rechnen anfangen, wieviel Bausparverträge man braucht, um nur EINEN von ihnen zu bezahlen...

01052004
00
20.2.2012, 15:18
ich hätte damit kein problem, wenn:

die notwendigen staatsreformen auch tatsächlich bereits angefangen hätten.
und dmait meine ich nicht nur "sparen" und "bürger abzocken", sondern eine echte nachhaltige umwandlung dieses bananen-staatsgebildes in eine moderne, schlanke, bürgernahe republik...

wir wissen aber jetzt alle: die entscheidenden politiker mögen das bausparsystem ncht...oder nur die susi riess passer???
oder sind es die banken, die denken, daß wenn einmal die bausparerei (mit günstigen darlehen und recht klaren bedingungen) perdu ist, der weg für immo-kredite mit abartigen bedingungen (schuldknechtschaft bis in die 4. generation und so) frei ist: und damit endlich wieder eine (legale) möglichkeit zum gelddrucken und zocken...

1000 Kopfläuse können nicht irren
02
20.2.2012, 14:04
Wie werden wir uns die Riess-Passer in Zukunft leisten können?

Mein (sicherlich letzter) Bausparer läuft 2015 aus. Bin sicher nicht der Einzige, der aufs Bausparen pfeifen wird.

nussknacker8
00
20.2.2012, 15:07

wenn der staat kein geld mehr hat, muss er halt "irgendwo" einsparen, das man es keinem recht machen kann ist auch klar, gespart soll halt immer bei den anderen werden! Die meisten bausparer werden nicht für den hauskauf oder sanierung verwendet, sondern werden als sparform, die vom staat unterstützt wird, betrachtet!

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
20.2.2012, 19:36
Ich habe auch nicht wirklich ein Problem damit.

FAIR ist es jedoch nicht, dass ich noch 2009 einen Bausparer abgeschlossen habe, wo mein Geld bis 2015 gebunden ist und binnen zwei Monaten mein Vertrag empfindlich verändert wird. Ohne dass ich etwas dagegen tun kann, wie z.B. schon im April mein Geld nehmen und anderswo anlegen. Und allein deshalb schon werde ich 2015 sicher keinen Bausparer mehr anlegen!

Ceterum Censeo2
00
20.2.2012, 12:59
Bausparen war auch schon vor der Kürzung ein Produkt für die Freunde des ertragfreien Sparens.

Die Zukunftsföderung sehe ich nicht gefährdet, da im Normalfall die Erträge höher und noch dazu KESt frei sind. Die Förderung war da nur eine Draufgabe.

Trotzdem ist das Signal falsch, denn mit einer forcierten Privatvorsorge nahm der Gesetzgeber Druck von den Pensionen, und das spielt's jetzt eben etwas weniger.

Lucien de Rubempre
01
20.2.2012, 15:01
wann hat es bei der zukunftsvorsorge

erträge gegeben ? die grundeln alle auf 0 herum, am schluss wird da wohl nur die prämie überbleiben...

Ceterum Censeo2
00
21.3.2012, 16:26
Sie haben nur teilweise Recht

Einige Produkte wurden ausgestoppt, andere von den Kosten gefressen.

Aber z.B. bei der Bank Austria Versicherung liegt die Veranlagungsrendite seit Beginn (2003) bei 14% PRO JAHR (inklusive Förderung), noch dazu sind dort die Kosten niedrig. Da bleiben schöne Gewinne übrig.

cannery row
01
20.2.2012, 12:38
ich schliess nach drei bausparern jetzt auch keinen neuen mehr ab..

mir gehts nicht um die paar zerquetschten prämie, sondern ums prinzip. genauso wirds vermutlich den immobilienbesitzern gehen, die ihre grundstücke und häuser flugs in stiftungen einbringen, wenn sie nicht schon dort sind.

RS69
 
00
20.2.2012, 13:08

Wegen einem Haus oder einer Wohnung lohnt sich eine Stiftung jetzt nicht wirklich.

Hubert Hawkins
118
20.2.2012, 11:44

Kürzung der Bauspar- und Vorsorgeprämien: gleich.
Finanztransaktionssteuer: 2014 - vielleicht.

Diese Regierung hat wirklich die Zocker im Visier.

Hundehasser
 
00
20.2.2012, 13:46

Die Finanztransaktionssteuer ist doch ohnehin fiktiv, oder täusche ich mich da?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.