Lawinengefahr

"Der freie Skiraum ist nicht sperrbar"

19. Februar 2012, 18:12
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    foto: apa/gindl

    Wer sich abseits der Pisten in die Berge begibt, geht ein Risiko ein. Die Lawinenwarndienste können im Lagebericht über Art und Höhe des Risikos informieren. Von Sperren halten die Experten nichts.

Die Leiter der Lawinenwarndienste von Tirol und Salzburg halten Sperren im freien Skigelände für illusorisch

Salzburg/Wien - Ein toter Urlauber auf einer Piste in Ischgl und der Unfall des niederländischen Prinzen Johan Friso haben die Debatte um die Lawinengefahr im freien wie im gesicherten Skiraum wieder aufleben lassen. Die Leiter der Lawinenwarndienste von Tirol, Rudi Mair, und Salzburg, Bernd Niedermoser, plädieren dabei für eine realistische Sicht der Dinge: "Wir haben in den vergangenen 25 Jahren in Tirol drei Lawinentote auf der Piste gehabt, das Ereignis ist extrem selten", sagt Mair im Standard-Gespräch.

Auch Mairs Salzburger Pendant Niedermoser sieht beim Pistenskifahren kein erhöhtes Lawinenrisiko. Dass beispielsweise Seilbahngesellschaften gefährdete Pisten mit Rücksicht auf die Wünsche der Gäste nicht sperren würden, hält Niedermoser für ausgeschlossen. Ein Lawinentoter auf einer Piste sei eine "Negativwerbung", die kein Skigebiet wolle.

Von einer automatischen Sperre von Pisten - etwa ab Lawinenwarnstufe "4" , das heißt "große" Lawinengefahr - hält Niedermoser nichts. Gefahrenstufe "4" könne sowohl bei wenig Neuschnee als auch bei Nassschnee oder bei Triebschnee "mit völlig unterschiedlichen Einzugsbereichen" ausgegeben werden. Das Raster wäre viel "zu grob", meint Niedermoser. Eine Pistenschließung ab einer bestimmten Warnstufe sei so, als ob man bei "einer Glatteiswarnung automatisch alle Bundesstraßen" sperre.

Grundsätzlich sind für die Sperre im gesicherten Bereich - also Straßen oder Pisten - die Auftraggeber wie Straßenerhalter, Gemeinden oder Liftgesellschaften zuständig. Da diese oft über zu wenig Fachwissen verfügen, werden sie mit Fachleuten besetzten Lawinenkommissionen beraten.

Den freien Skiraum bei Lawinengefahr mit Beschränkungen zu belegen halten Mair und Niedermoser für nicht möglich und für nicht zielführend. Zum einen sei dies allein schon aufgrund der Größe des Alpengebietes "de facto völlig unmöglich", gibt Mair zu bedenken. Tirol beispielsweise sei rund 12.600 Quadratkilometer groß und "vollgestopft mit Bergen". Zum anderen würden dann nicht gesperrte Berge den Skitourengehern eine nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln. Sperren des freien Skigeländes hält er nur dort für sinnvoll, wo etwa in Variantenabfahrten ausgelöste Lawinen gesicherte Pisten bedrohten.

Gefahrengemeinschaft

Wer mit Gleichgesinnten - ohne Bergführer - auf Skitour geht, tritt rechtlich einer "Gefahrengemeinschaft" bei, erklärt Walter Würtl. In solchen Gruppen, so der Ausbildungsleiter des Alpenvereins, haftet im Falle eines Unfalls, einer Lawine oder einer Verschüttung keiner für die Kameraden - solange man nicht nachweislich andere gegen ihren Willen ins Gelände geführt hat: "Das entspricht dem natürlichen Rechtsempfinden." Bergführer dagegen sind für Wohl und Wehe ihrer Gruppe verantwortlich. Allerdings, so Würtl, "gibt es im Gelände eben immer ein Restrisiko".

Im Falle eines (Lawinen-)Unglücks gilt am Berg das Gleiche wie im Alltag: Helfen ist Pflicht - aber Eigensicherung geht vor. "Niemand muss ins brennende Haus laufen", umschreibt Würtl, "aber tut man es, kann man nicht nachher die im Haus belangen." (Thomas Neuhold, Thomas Rottenberg, DER STANDARD; Printausgabe, 20.2.2012)

Kommentar von Thomas Rottenberg: "Lawinen und Selbstverantwortung: Auf eigene Gefahr"

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Posting 1 bis 25 von 86
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the falling man
00
20.2.2012, 15:02
Für Skitouren und deren Planung..

braucht es eben ein Minimum an Vernunft und Beobachtung der Verhältnisse. Heuer haben wir gleich drei Wetterphänomene, die für die Entstehung von Lawinen von Bedeutung sind: Extrem große Schneemengen und hohe Schneelagen, extrem viele Tage mit starkem Wien seit Beginn des Schneefalls und eine außergewöhnlich lange Periode mit durchgehend großer Kälte. Alles zusammen eine sehr gefährliche Mischung. Ich warte jedenfalls mit steilen Abfahrten bis es firnig wird.

suboptimal
 
02
20.2.2012, 23:25
und viertens

DARUNTER den Boden, der beim Schneefall noch nicht einmal gefroren war, weil es davor viel zu warm war. Die bleibende perfekte Rutschbahn ohne Verbindung, bis der Schnee wieder weg ist.

liberte
10
20.2.2012, 10:28
ab Warnstufe 3

sind eh nur mehr "Experten" unterwegs -
aber kleine Gefahrenzonen könnte man schon absperren , zum Schutz der Touristen ?

Poldi Fesch
01
20.2.2012, 13:16
:)

lies den Bloedsinn noch einmal, dann hast die Moeglichkeit zu widerrufen

wogir83
00
20.2.2012, 11:30

es ist schon lange her, dass ich das letzte Mal im Alpinskizirkus auf der Piste war, aber da blinkten doch immer Lampen am Rand der gesicherten Piste, die signalisierten, dass es verboten ist, abseits zu fahren?!

Und Verbot/Warnschilder gab es damals auch, in den frühen 90er Jahren.

Gibts das nicht mehr?

Poldi Fesch
00
20.2.2012, 13:16
sogar

in den fruehen 70ern

re flexion
00
20.2.2012, 12:28
Meines Erachtens

gibt's mittlerweile schon so viele Verbots/Warnschilder dass die keiner mehr ernst nimmt.

Poldi Fesch
00
20.2.2012, 13:17
ja,

auch

ichnichicnich
70
20.2.2012, 10:06

Da hilft nur mehr Polizei in den Bergen. Alle die es wagen ab Lawinenwarnstufe 3 im freien Skiraum unterwegs zu sein, sollen ordentlich zur Kassa gebeten werden oder ne Ersatzfreiheitstrafe von mind. 1 Jahr absitzen.
Nur so, verstehen es auch endlich jene, die so dumm sind, und sich abseits der Pisten, womöglich noch ohne Listticket bewegen!

Orange Canyon
00
21.2.2012, 01:31

na dann simma froh, dass nichtmal die Alpinpolizei Ihre Meinung teilt :)

"Sowohl der Präsident des Österreischischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit Karl Gabl als auch Hans Ebner (Leiter der Alpinpolizei) setzen weiterhin auf Ausbildung im Bereich der Lawinenprävention: „Nur wer gut ausgebildet ist, kann sich richtig und risikoärmer im freien Gelände bewegen. Durch richtiges Verhalten können Lawinenunfälle vermieden werden, durch vollständige Ausrüstung und regelmäßiges Training ist es nach einem Lawinenabgang möglich, das Leben seiner Kameraden und Freunde zu retten!“

Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit

ChrisE29
01
20.2.2012, 20:47
denk mal darüber nach.....

denk mal darüber nach, bevor du so sinnlose kommentare postest

achja und KEIN gesetzt der welt könnte uns davon abhalten, das zu tun, was wir am meisten lieben!!!!

/Chris

ChrisE29
12
20.2.2012, 20:46
denk mal darüber nach.....

der beste weg leuten wie dir FREERIDEN zu erklären ist dieser:

Für uns freerider ist freeriden so wie für eine andere person der eheparter, wir LIEBEN es, du würdest für deinen ehepartner sterben, wir würden fürs freeriden sterben.
Wir sind uns den gefahren bewusst, aber gehen die risiken ein, weil wir es für uns das schönste auf der erde ist.
Die meisten von uns haben erfahrung, wie man ein face (hang) betrachtet und wie man einschätzt wie gefährlich es ist. Von uns würde auch nie jemand ohne notfallausrüstung ins freie gelände fahren (LVS, Schaufel, Sonde, Erste Hilfe kit, ABS.....)
Natürlich gibt es auch sehr viele Touristen, die keine erfahrung und notfallausrüstung haben, aber man soll nicht alle in einen topf werfen!!!!

Pogled
01
20.2.2012, 17:32

Samstag war ich bei 3 auf Tour. Die einzige Gefahr waren die rausschauenden Steine, das Gras dazwischen war nur lästig.
Gegenüber hättest das Eingraben aber geschafft.
Wie nun, Herr Ferndiagnosemeister.

Porqué no te callas?
00
20.2.2012, 15:41

gut dass du diesen blödsinn nicht ernst meinst.

yoda3
00
20.2.2012, 10:31
ich hoffe da ist ironie.

in den bergen ist jeder für sich selbst verantwortlich und wenn wer draufgeht ist das strafe genug. im übrigen sterben im jahr so um die 400 autofahrer, und die schuldigen fassen oft eine kleine geldstrafe oder gar bedingt aus.

manto bamminger
03
20.2.2012, 09:35
Auf einmal ist ein Geschrei

bitte ende der diskussion, alles im Griff
Restrisiko bleibt vorhanden, und ist erwünscht.

Wer solche Angst hat bleibt bitte im Flachland, aber ned noch das letzte refugium für uns freaks vernichten.

Buddy5
00
21.2.2012, 06:10
WORD!!

Wegen ein paar nichtwissenden Flachländern wird wieder mal um etwas diskutiert, das sinnlos, nicht durchführbar und völlig dumm ist ...

Wer im "freien Gelände" unterwegs ist, geht dieses Restrisiko bewusst ein, befasst sich damit und lernt damit umzugehen ... die Anderen erwischts eh, früher oder später ...

chg4711
03
20.2.2012, 05:28
Wäre so, al würde man das Meer bei Sturm

sperren müssen.

Poldi Fesch
00
20.2.2012, 18:53
mach keine

Witze, nach dem dritten Ertrunkenen geht diese Debatte in IT los, jedes Jahr

Hathor36
15
19.2.2012, 22:31
Wozu sperren?

Wenn jemand sich bei Lawinenstufe 4 in den "Freien Schiraum" begibt und dann unter eine Lawine kommt, ist derjenige ganz einfach selber schuld.
Also wo ist da das Problem?

erasmus magnifico
11
20.2.2012, 10:03

Macht halt schon einen Unterschied, wenn Leute auf der Piste getötet werden, weil eine Lawine aus dem freien Skiraum losgetreten wird. Außerdem risikieren Menschen bei der Suche nach verschütteten oft ihr Leben. Das Vergnügen im freien Skiraum sein Leben zu riskierten liegt auf der Ebene von Whitney Houstons Medikamentensucht !

pocoloco1
00
21.2.2012, 11:37

Wenn wir jetzt bei deinem absurden Junkiebeispiel bleiben wollen, dann zähl ich allerdings Alpinpolizei und Bergrettung zur gemeinsamen Junkieselbsthilfegruppe dazu... Oder glaubst du es gibt wen bei der Bergrettung oder bei der Alpinpolizei der nicht selbst begeisterter Tourengeher ist? Wie sonst sollte man zum "Lawinwenexperten" werden? Vom Wetterpanorama schauen?

Gigi Gigsen
47
20.2.2012, 08:40
Man kann sehr wohl

noch bei einem Vierer abseits der Piste fahren. Man muss dafür nur viele Regeln beachten aber man kann auch da noch sicher am Weg sein.

Man kann aber auch bei einem Einser verschüttet werden und sterben. Sobald ich die Piste verlasse habe ich IMMER ein Restrisiko.

Also bitte an alle die nicht mindestens eine Staatliche Ski/Snowboardlehrerausbildung haben. Haltet eure Kommentare lieber für euch.

trollkind
21
20.2.2012, 09:26
na klar!

man kann auch bei hagel und glatteis noch ein rennen auf der bundesstraße fahren - sinnvoll ist es allerdings nicht ...

lg
dein trollkind

hlg
00
26.2.2012, 15:55
autofahren im grenzbereich wird sicherer, je glatter die fahrbahn ist.

man ist dadurch langsamer unterwegs, die passive sicherheit ist die gleiche...

also ja, je mehr eis auf der strasse umso sicherer ist das rutschen...

vorausgesetzt man weiß was man tut.

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