Fekter sieht Reformstau trotz "Unsicherheiten" überwunden

19. Februar 2012, 17:09
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    foto: standard/cremer

    Finanzministerin Fekter eröffnet den Wahlkampf: Noch in dieser Legislaturperiode will sie eine Steuerreform vorlegen.

Finanzministerin verteidigt Sparpaket, wirbt für Steuerreform und gibt VP-Wahlkampfthema vor

Wien - Das Sparpaket sei ein "großes Strukturreformpaket": So verteidigte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) am Sonntag die Sparbemühungen der Regierung gegen die Kritik, SPÖ und ÖVP hätten zu wenige Strukturmaßnahmen gesetzt.

Mit dem Sparpaket habe man einen "enormen Reformdialog" gestartet, sagte Fekter in der ORF-"Pressestunde", der Reformstau sei überwunden. Allein mit den geplanten Maßnahmen beim Förderwesen setze man 70 Vorschläge des Rechnungshofs um. Dass die Bundesländer zu wenig in die Pflicht genommen würden, sei nicht richtig, behauptete die Finanzministerin. Diese seien mit Einsparungen im Gesundheitsbereich massiv gefordert.

Demonstrativ optimistisch gab sich die Ministerin bezüglich des Steuerabkommens mit der Schweiz sowie einer Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene, obwohl sie "kleine Unsicherheiten" einräumt. Aber das "bisschen Unsicherheit" sei ihr lieber, als die Österreicher noch mehr zu belasten, sagte Fekter. Die Finanztransaktionssteuer sei auf EU-Ebene derzeit im "Gesetzwerdungsprozess", ihre Einführung sei für 2014 geplant, deshalb habe man das auch im Budgetpfad "eingestellt". Ähnlich verhalte es sich mit dem angestrebten Steuerabkommen mit der Schweiz: Mittlerweile sei ein offizieller Brief nach Bern ergangen, im April soll es ein Treffen mit ihrer Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf geben. Bedenken der EU-Kommission wegen des deutschen Abkommens mit der Schweiz könnten ausgeräumt werden, gab sich Fekter zuversichtlich.

Wahlkampfmunition für 2013

Zugleich rührte sie in der "Pressestunde" die Werbetrommel für eine Steuerreform, die sie noch in dieser Legislaturperiode "vorlegen" will. Der "Dschungel an Ausnahmen" gehöre beseitigt. Es gebe 560 Lohn- und Einkommensteuerregeln, 2,6 Millionen Menschen zahlten gar keine Steuern, referierte Fekter, die damit wohl ein Wahlkampfthema der ÖVP vorgab. Zentrale Punkte der Steuerreform seien eine Vereinfachung des Steuersystems, eine Senkung des Eingangssteuersatzes und ein Lieblingsthema der ÖVP, die Familien: Diese würden, zumal im Mittelstand, steuerlich überhaupt nicht profitieren können, künftig soll es nach Fekters Vorstellungen deshalb einen Absetzbetrag für Unterhaltsleistungen geben. Fekter nannte als Vorbild Deutschland mit einem "steuerfreien Unterhalt für die Kinder von 7.000 Euro pro Jahr".

Die in Österreich an Familien üppig vergebenen Transferzahlungen sollen aber ebenfalls erhalten bleiben. Fekter schwebt eine Art Wahlmöglichkeit zwischen dem Bezug von Direktzahlungen und Freibeträgen vor. Die Ansage Fekters kann auch als Versuch gelten, der SPÖ Paroli zu bieten - diese hatte kurz nach Präsentation des aktuellen Sparpakets begonnen, weitere Steuerwünsche im Vermögensbereich zu artikulieren.

Rund um die 2014 geplante neue Hauptfeststellung der Einheitswerte für landwirtschaftlichen Grundbesitz hatte es zuletzt eine Debatte über eine mögliche Erhöhung der Grundsteuer gegeben, ausgelöst durch ein Interview im STANDARD mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Ob eine solche kommen soll oder nicht, beantwortete die Finanzministerin nicht eindeutig. Die geplanten Neuerungen bei der Immobilienbesteuerung sind für Steuerrechtsexperten Werner Doralt jedenfalls ein "Kniefall vor den Bauern".

SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer zeigte sich erfreut über die Aussage der Finanzministerin, dass für sie Massensteuern nicht in Frage kommen. Dies sei auch beim Stabilitätspaket bis 2016 eine Voraussetzung für die SPÖ gewesen. Ähnlich zufrieden reagierte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch: "Jetzt braucht es Disziplin, um das Reformpaket für Österreich umzusetzen. Es ist Zeit zu sagen, was geht, und nicht, was nicht geht."

Anders hingegen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache: "In bestem Bürokratendeutsch hat Fekter den Großteil damit zugebracht, möglichst nichts Konkretes zu sagen." So werde die "Belastungslawine" verschleiert. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe, 20.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
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gewissengewissen
 
00
20.2.2012, 16:56
Wenn es stimmt, was der ORF sagt, ...

(sind) "... Finanztransaktionssteuer und des Steuerabkommens mit der Schweiz fraglich, da Österreich hier auf internationales Entgegenkommen angewiesen ist. ..."

?????

Frankreich hat die Transaktionssteuer dieser Tage eingeführt, Deutschland steht kurz davor.

Und ein Steuerabkommen mit der Schweiz kann vielleicht sogar eingespart werden, wenn eine CD auftaucht.

gewissengewissen
 
00
20.2.2012, 16:57
die naive
00
20.2.2012, 15:45
Besagter Reformstau besteht längst

seid wievielen Jahren Frau Fekter?
Seid wie vielen Jahren ist die ÖVP in der Regierung?

hismaster
02
20.2.2012, 14:32

Nie wieder Fekter!

Rudolpho der I
00
20.2.2012, 16:10
Tu dir nichts an.

Die Fekter kennt sich ja eh nicht aus,aber bei der ÖVP
ist dies wurscht.

funkenschuster
00
20.2.2012, 14:24

Echte Reform gäbe es nur wenn der überblähte Beamtenstaat beschnitten würde. Warum kann man nicht alle 10 Jahre von jedem höheren Beamten verlangen, dass er sich erneut für seinen Posten bewerben muss und auch jede Behörde in einem der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Bericht alle 5 Jahre schlüssig erklärt warum es sie überhaupt gibt?

Jambala Magdalena
00
20.2.2012, 14:12

Was endlich auch auf den Weg gebracht werden muss, ist die Altersversorgung für Hausfrauenjahre. Die Rentenansprüche des arbeitenden Partners, müssen geteilt werden, fifty-fifty, wenn Frau halbtags arbeitet, dann halt nur 25% der Rentenansprüche. 7000 Euro Familienförderung pro Jahr ist übrigens entschieden zu viel. Da versteh ich die Frau Fekter nicht.Ich hab auch die blau/schwarze Regierung nie verstanden, dass sie das steuerfreie Einkommen so hoch angesetzt hat. Die Leute sind nicht bereit mehr zu verdienen und Steuern zu bezahlen, die Schwarzarbeit hat dadurch dramatisch zugenommen. Daher bin ich dafür, den Steuerfreibetrag komplett abzuschaffen auch für Transferleistungen. Jeder soll seine Einnahmen versteuern.

Mary F.
03
20.2.2012, 11:14
Eine Vereinfachung des Steuersystems und endlich eine Entlastung derjenigen, die den (Staat finanziell) tragen - die Mittelschicht - wäre längst angebracht

Fekter verfolgt hier also ein sinnvolles und heres Ziel.

Die hohen Lohnebenkosten, sind vermutlich der grösste Standortnachteil Österreichs. Gleichzeitig zerstören sie Leistungsanreiz und treiben die Menschen in den Pfusch. Die Steuererklärung Selbstständiger ist auch viel zu kompliziert.

Das gehört abgestellt. Wie ein effizientes, leistungsorientiertes und einfaches Steuersystem auszusehen hat, kann man bei den Schweizern nachschaun. Oder zB bei Herrn Kirchhof: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaf... -1.1113062

Ich wünsche der Fr. Fekter auf alle Fälle viel Glück, viele Taten und wenig leere Worthülsen.

Böotier
01
20.2.2012, 11:08

"großes Strukturreformpaket"

Manchmal zeigen uns die Politiker Einblicke in das politische Paralleluniversum. :o)

manfred ortner
02
20.2.2012, 10:53
DIESE Regierung (inklusive ÖVP!) hat ab 1. 1. 2011 die Familien geplündert, und zwar ordentlich!

Die ominöse 13. Familienbeihilfe, die als Ausgleich für jahrelange NICHTANPASSUNG des Klassikers der Familienförderung gelten konnte, war nur kurz in Kraft und wurde abgeschafft.

Die Familienbeihilfe für Studenten wurde auf das 24. Lebensjahr limitiert. Die Unterhaltsverpflichtung der Eltern gilt noch immer über diese Phase hinaus.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag für Eltern, die sich jahrelang, mit immenser Ersparnis für die öffentliche Hand, PRIVAT der Kinderbetreuung gewidmet haben, wurde abgeschafft. Die Unterhaltsverpflichtung des Alleinverdieners für seinen Partner bleibt unlimitiert aufrecht!

DIESE Regierung hat vor einem guten Jahr die Familien ordentlich abgezockt.

DIESE Regierung hat KEINE Glaubwürdigkeit mehr in dieser Frage!

yoda3
01
20.2.2012, 10:39
ja dann kann sie jetzt ja richtig anfangen.

- parteienförderungen und parteienakademieförderungen auf ein viertel kürzen
- parteispenden ab 1000 euro offenlegen
- beamtenprivilegien wirklich streichen
- und das übliche: landtage, landeshauptleute, bundesrat abschaffen
- direkte demokratie

das ende ist nah
00
20.2.2012, 16:55
parteispenden ab 1000 euro offenlegen?

ALLE PARTEISPENDEN UND FINAZEN OFFENLEGEN!

funkenschuster
00
20.2.2012, 14:21

Warum eigentlich Parteispenden ab 1000 EURO erst offenlegen. Ich bin in allen Punkten bei Ihnen aber wenn jemand spendet kann er das auch öffentlich tun. Egal wie klein der Betrag ist.

Ausserdem sollten alle Parteien im NR ihre Bücher öffentlich machen müssen. Nicht die frisierten Auszüge sondern alles. Ansonsten ist jegliche Förderung weg. Wenn schon Steuergeld da rein geht dann kann man auch Rechenschaft dafür verlangen.

Liberaler Atheist
01
20.2.2012, 09:29
NOCH mehr Steuergoodies für (wohlhabende) Familien

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Österreich hat unbestritten die höchsten Direktsubventionen Europas für Familien, aber es ist noch immer nicht genug. Jetzt soll es zu NOCH einem weiteren Steuerabsetzposten kommen, von dem progressiv die profitieren, die mehr verdienen. Diese bekommen aber die Direktsubventionen wie Kindergeld ohnehin auch noch nachgeworfen. Und das alles in Zeiten, wo die Schuldenlast regelrecht explodiert.

Da erwiesenermaßen der Effekt nicht eingetreten ist, dass mehr Familiensubventionen die Geburtenrate steigert (das einzige Argument für so ein Geschenk), wird hier konservative "Familienpolitik" auf dem Rücken der Steuerzahler betrieben!

kater bruno
03
20.2.2012, 09:18

ÖVP Sparpaket - Reiche, Banken, Bauern verschonen und das Geld wird von den Arbeitern und Pensionisten geholt

Waran
00
20.2.2012, 08:49
Juhu,

wir sparen uns aus der Krise!

Marlon62
02
20.2.2012, 08:38
Der größte Reformstau,

eine Verschlankung der Abgeordnetenhäuser in Bund, Ländern und Gemeinden samt Reduzierung von Gehältern und Pensionen aus diesen Systemen auf allgemein gültiges Nieveau (ASVG) wurde noch nicht einmal angedacht, Frau Fekter. Also quasseln Sie keinen Stuss!

erkelteter tiger
00
20.2.2012, 03:01
schützt fekter den karli grasser?

http://www.falter.at/web/print... hp?id=1573

Gerda Soros
05
19.2.2012, 21:58

Fekter ... das ist Margaret Thatcher ohne Hirn...

Der Große von Gegenüber
00
20.2.2012, 06:57

und das ist noch das Beste an ihr ...

thinkonyourfeet
60
19.2.2012, 20:52
Ich dachte mir zuerst, dass Frau Fekter von Finanzen nichts versteht.

Aber sie hat im letzten Jahr das Gegenteil bewiesen. Nicht viele ihrer Vorgänger als Finanzminister hatten so viel Fachwissen und Überblick.
Und das, obwohl sie "nur" eine Frau ist, na so was...

Seadelaere
04
20.2.2012, 02:46
mag sein das sie von finanzen was versteht

aber außer für zahlen hat sie für nichts ein gespür.
sie gehört für mich zu die art von managern die etwas übernehmen. nach aussen hin schaut alles wunderbar aus die kennzahlen werden so schön wie nie zuvor. intern gehasst wird alle gute leute aus ihrem bereich vertreibt. nach 2-3 jahren wendet sie sich dann neuen aufgaben zu. ihr nachfolger hat dann die scheisse am dampfen weil kurz darauf alles zusammenbricht.
aber sie lässt sich feiern. weil zu ihrer zeit war ja alles wunderbar.
Kurz eine unfähige person die nicht über den tellerrand hinausschaut sondern nur von einem monatsabschluss zum nächsten. wenn bis zum jahresabschluss geplant wird ist das schon ne langfristige planung.

jeff5
00
19.2.2012, 20:44
die roten und schwarzen werden vor der wahl wieder schwach.sinn beschliessen, der nichts bringt und viel geld kostet.

fekter und heinisch-hosek, nein danke.

ist wie feigmann und pipifax-spindi.

unnötig.

Archi
18
19.2.2012, 20:35
dieser trampel ist wirklich das letzte!

die meisten jener 2,6 mio, die keine steuern zahlen, verdienen so wenig, dass sie es sich einfach nicht leisten könnten, auch noch einkommensteuer zu zahlen! aber das gehört natürlich abgeschafft, diese sozialschmarotzer gehören alle voll besteuert....

und mit den einnahmen kann man dann ja im gegenzug wieder ein paar nette kleine privilegien für die eigene klientel einführen, gell, schotter-mizzi?!?

Tirol6020
02
19.2.2012, 20:12
Reform-"Dialog"????

Bitte was für ein Dialog? Freitag voriger Woche wurde Einiges verkündet, dass damit ein Dialog begonnen hätte ist mir entgangen.
Ich bin noch nicht einmal dazu gekommen, mir die Konsequenzen für meinen Haushalt in etwa zu überlegen (hatte bisher auch wenig Lust, es fehlt am Masochismus).
Aber gefragt hat mich verlässlich niemand, weder vor noch nach Verkündigung...

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