Am Frankfurter Flughafen wird weiter gestreikt

Die Streikenden haben die dritte und bisher härteste Runde ihres Arbeitskampfes eingeläutet, der Ausstand könnte bis Mittwoch dauern

Frankfurt - Wegen des erneuten Streiks am Frankfurter Flughafen streicht die AUA-Mutter Lufthansa am Montag erneut rund 200 Starts und Landungen. "Die Langstreckenflüge sollen komplett stattfinden", sagte ein Sprecher der Airline. Er riet Passagieren, sich frühzeitig über ihre Verbindungen zu informieren. Betroffene könnten kostenlos stornieren oder umbuchen. Reisende innerhalb Deutschlands können auf die Bahn umsteigen. Betroffen sind vor allem innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen. Der Streik wirkt sich auch auf Flüge in Österreich aus. Die Lufthansa musste bislang je drei Hin- und Retourflüge zwischen Österreich und Frankfurt stornieren. Betroffen sind die Flughäfen in Wien, Graz und Linz.

Der Flughafenbetreiber Fraport stellt sich allerdings immer besser auf den Streik an Deutschlands größtem Airport ein. Obwohl der Ausstand bis zum Mittwochmorgen ausgeweitet wurde, rechnen Fraport und der Hauptkunde Lufthansa mit weniger Flugausfällen als in der vergangenen Woche. Um die Auswirkungen des Streiks der rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hat Fraport eigens Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernehmen. Die Streikenden hatten am Montag Morgen die dritte und bisher härteste Runde ihres Arbeitskampfes eingeläutet.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bekräftigte ihre Entschlossenheit, ihre Forderungen durchzusetzen. Diese brächten nach Angaben von Fraport für einzelne Beschäftigte bis zu 70 Prozent höhere Gehälter. "Wir müssen das jetzt durchziehen. Und wir werden das jetzt durchziehen", sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers der Nachrichtenagentur dpa.

Uneingeschränkter Interkontinentalverkehr

Die Lufthansa plant für den Dienstag nur noch mit 160 gestrichenen Starts und Landungen in Frankfurt nach rund 200 Ausfällen am Montag. Der Interkontinentalverkehr werde weiterhin im vollen Umfang aufrechterhalten, der Flugplan innerhalb Deutschlands und Europas werde ausgedünnt. "Wir haben es immer besser im Griff, einen stabilen Flugverkehr abzuwickeln", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels.

Der Flugverkehr mit zahlreichen Umbuchungen auf andere Flüge und das Umsteigen auf die Bahn liefen "den Umständen entsprechend reibungslos", ergänzte eine Sprecherin. Auch Konkurrent Air Berlin berichtete von einigen Ausfällen nach Frankfurt. Die Passagiere werden aber ebenfalls umgebucht. Dem Betreiber kommt entgegen, dass ohnehin - auch wegen des Rosenmontags - nicht so viele Passagiere erwartet wurden. Im Vergleich zu einem Tag im Sommer mit etwa 180.000 Passagieren seien es derzeit nur rund 130.000.

In der Nacht zum Montag hatte die GdF den Streik auf 48 Stunden verlängert - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden. Nun soll der Ausstand nach GdF-Angaben bis Mittwoch (22. Februar/5.00 Uhr) dauern. Die Gewerkschaft hält sich offen, auch am Mittwoch zu streiken. (APA)

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