Am Frankfurter Flughafen wird weiter gestreikt

20. Februar 2012, 14:25

Die Streikenden haben die dritte und bisher härteste Runde ihres Arbeitskampfes eingeläutet, der Ausstand könnte bis Mittwoch dauern

Frankfurt - Wegen des erneuten Streiks am Frankfurter Flughafen streicht die AUA-Mutter Lufthansa am Montag erneut rund 200 Starts und Landungen. "Die Langstreckenflüge sollen komplett stattfinden", sagte ein Sprecher der Airline. Er riet Passagieren, sich frühzeitig über ihre Verbindungen zu informieren. Betroffene könnten kostenlos stornieren oder umbuchen. Reisende innerhalb Deutschlands können auf die Bahn umsteigen. Betroffen sind vor allem innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen. Der Streik wirkt sich auch auf Flüge in Österreich aus. Die Lufthansa musste bislang je drei Hin- und Retourflüge zwischen Österreich und Frankfurt stornieren. Betroffen sind die Flughäfen in Wien, Graz und Linz.

Der Flughafenbetreiber Fraport stellt sich allerdings immer besser auf den Streik an Deutschlands größtem Airport ein. Obwohl der Ausstand bis zum Mittwochmorgen ausgeweitet wurde, rechnen Fraport und der Hauptkunde Lufthansa mit weniger Flugausfällen als in der vergangenen Woche. Um die Auswirkungen des Streiks der rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hat Fraport eigens Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernehmen. Die Streikenden hatten am Montag Morgen die dritte und bisher härteste Runde ihres Arbeitskampfes eingeläutet.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bekräftigte ihre Entschlossenheit, ihre Forderungen durchzusetzen. Diese brächten nach Angaben von Fraport für einzelne Beschäftigte bis zu 70 Prozent höhere Gehälter. "Wir müssen das jetzt durchziehen. Und wir werden das jetzt durchziehen", sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers der Nachrichtenagentur dpa.

Uneingeschränkter Interkontinentalverkehr

Die Lufthansa plant für den Dienstag nur noch mit 160 gestrichenen Starts und Landungen in Frankfurt nach rund 200 Ausfällen am Montag. Der Interkontinentalverkehr werde weiterhin im vollen Umfang aufrechterhalten, der Flugplan innerhalb Deutschlands und Europas werde ausgedünnt. "Wir haben es immer besser im Griff, einen stabilen Flugverkehr abzuwickeln", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels.

Der Flugverkehr mit zahlreichen Umbuchungen auf andere Flüge und das Umsteigen auf die Bahn liefen "den Umständen entsprechend reibungslos", ergänzte eine Sprecherin. Auch Konkurrent Air Berlin berichtete von einigen Ausfällen nach Frankfurt. Die Passagiere werden aber ebenfalls umgebucht. Dem Betreiber kommt entgegen, dass ohnehin - auch wegen des Rosenmontags - nicht so viele Passagiere erwartet wurden. Im Vergleich zu einem Tag im Sommer mit etwa 180.000 Passagieren seien es derzeit nur rund 130.000.

In der Nacht zum Montag hatte die GdF den Streik auf 48 Stunden verlängert - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden. Nun soll der Ausstand nach GdF-Angaben bis Mittwoch (22. Februar/5.00 Uhr) dauern. Die Gewerkschaft hält sich offen, auch am Mittwoch zu streiken. (APA)

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Den Standardpostern zufolge verdient jede Berufsgruppe vom Beamten, zum Lehrer, zur Flugbegleiterin, vom Lotsen bis zum Piloten mehr als sie und immer zuviel. Posten hier die 1,3Mio Armutsgefährdeten oder einfach nur ein Haufen debiler Neidhammel, denen das Gras auf Nachbars Seite prinzipiell zu grün ist?

Der einzig Debile hier bist du...

...logisch, dass dir das Gespür für die Relationen fehlt. Kein Mensch ist wem was neidig wenn es angemessen bzw gerechtfertigt ist. Dass es in dieser Sache, einer kleinen Gruppe, die aus Eigennutz aus der Solidarität mit anderen Mitarbeitern ausschert, darum geht sich zusätzliche Vorteile zu verschaffen wird selbst von anderen Betriebsräten des Flughafens so gesehen. Einer der wenigen die das hier nicht so sehen bist du.

Neidhammel. Nix als Ausreden.

vielleicht ist das eine Geschmacksfrage. hier geht es um Leute die 14 mal das im Monat kassieren, was ein Hartz-4 Empfänger im ganzen Jahr bekommt. nur wegen der Relation. früher als man noch um grundlegende Rechte kämpfen musste, war das wohl doch ein bisserl anders. und das Ganze setzt auch ein schlechtes Zeichen, weil damit alle anderen gewerkschaftlichen Anliegen in der Öffentlichkeit diskreditiert werden.

vielleicht ist das eine Geschmacksfrage. hier geht es um Leute die 14 mal das im Monat kassieren, was ein Hartz-4 Empfänger im ganzen Jahr bekommt.

'
Ich nehme an, 13 mal, nachdem es sich um deutsche Arbeitsverträge handelt.

Nur der Korrektheit halber...

Hier geht es um Leute die

im Monat 100% mehr leisten als Harz- 4 Empfänger.

14 Gehälter? In Deutschland? Ist das wirklich so? Würde mich wundern

Die Gewerkschaften ruinieren die Reputation und die Wirtschaft eines Landes. Sie geben wohl erst auf, wenn griechische Verhältnisse auch in Zentraleuropa eingetreten sind. Scheinbar ist alles egal solange der Pöbel Beifall klopft

Die Gewerkschaft, zumindest die für diese Branche zuständige DGB-Gewerkschaft verdi, lehnt diesen Streik ab, ebenso die Höhe der Lohnforderungen.

Die Gewerkschaften ruinieren die Reputation und die Wirtschaft eines Landes.

nö, das machen die betriebe schon selbst, indem sie die bedingungen der arbeitenden verschlechtern, um noch mehr gewinn einstreifen zu können. die deutschen sind nicht bekannt dafür, besonders streikfreudig zu sein, deswegen bezweifle ich, dass sie mehr oder minder grundlos streiken.

Sie wissen zwar nichts....

...gehen aber davon aus, dass die Leute nicht grundlos streiken!!!

Was soll man da noch sagen?

nur damit wir alle wissen wovon wir hier reden: Vorfeldkontrolleure:
Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Klingt nach viel Gehalt, ist aber ein extrem ungesunder Job

Kaum jemand anderer dürfte derart hohen Lärm- und krebserregenden Ultrafeinstaubbelastungen ausgesetzt sein. Denn das was bei den Triebwerken hinten rauskommt schaut nicht so schlimm aus, besteht aber aus feinsten Partikeln mit einem hohen Gehalt an polyzklyischen Aromaten. Dazu kommen jede Menge Stickoxide, ebenfalls krebserregende gasförmige Emissionen vom Betanken und die Abgase der Hilfstriebwerke.

Daher mein volles Verständnis für die Gehaltsforderungen. Wenn man schon einsparen möchte, dann doch besser beim Managment und diversen Konsulentenverträgen.

Asphaltarbeiter, Maurer, Fließenleger, Kanalräumer, Forstarbeiter, ...

da würden mir

ganz spontan folgende Berufgruppen einfallen:
- Straßenkehrer
- Müllabfuhr
- Fahrradboten
- Straßendienstmitarbeiter
- Feuerwehrmänner/ Frauen (die haben auch Brandeinsätze)
...
Warum also die Gehälter von Vorfeldkontrolleuren in derartige Höhen getrieben werden müssen erschließt sich mir nicht ganz ... Zugegeben, ich kenne auch deren momentane Arbeitsbedingungen zu wenig um zu beurteilen, ob diese Korrekturen notwendig sind ... allerdings gibt es aus meiner Sicht weniger gute bezahlte und gesundheitlich belastendere Jobs ...

Udn wenns denen nicht reicht dürfen sie auch streiken

Ihre Vergleiche sind vollkommen unangebracht.

Die Gewinne der ganzen Aktionäre und die Gehälter der Vorstände steigen überall ins unermessliche und der Hackler der sich seins erstreiten muss der zoll ihrer Meinung nach kleinbeigeben weil andere Berufsgruppen weniger verdienen udn auch kleinbeigeben ?

Was kommt als nächstes? Fordern sie Arbeiten umsonst nur weils das in vielen Berfsgruppen aauch schon gibt ?

Zwischen Straßenstaub und den stark krebserregenden Flugverkehrsabgasen ist ein gewaltiger Unterschied in der Gesundheitsschädlichkeit

und Feuerwehrleute tragen normalerweise Atemschutzmasken.

Und auch bei der Lärmbelastung durch startende Jets spielt ein Flughafen in einer anderen Liga als der Straßenverkehr.

Der Vergleich von Flughafen-Vorfeldmitarbeitern mit Müllmännern, Straßenkehrern, Fahrradboten usw. ist daher bestenfalls als Faschingsscherz zu verstehen.

Würden Sie grundlos streiken?

Grundlos ist der falsche Ausdruck....

...weil einen Grund gibt es natürlich - es ist leider ein egoistischer, charakterloser, geldgieriger, unsolidarischer Antrieb der diese Gruppe zum Streik treibt!

Die eingesprungenen Kollegen auf dem Vorfeld haben sich hervorragend eingearbeitet

'
Nannte man diese Kollegen früher nicht Streikbrecher?

Nein, die sind einfach nur in der "normalen" Gewerkschaft (ver.di) und nicht in der talibenesken Abspaltung, die sich da gerade absurde Privilegien erstreiken will.

Das belegt eigentlich, dass sie bislang viel zu viel bezahlt bekommen haben...

...wenn sich die Tätigkeit in einem Tag erlernen läßt kann sie nicht besonders kompliziert sein.

Ich wünsche den Streikenden

viel Erfolg bei ihrem Kampf gegen das moderne Sklaventum.

sagen'S das

dem Betriebsrat am Fraport, der hasst die Kollegen, weil sie unverhältnismässige stellen, die dann von den anderen Mitarbeitern ausgebadet werden müssen.

a.d. Handelsblatt: "Mit kräftigen Worten giftet Edgar Stejskal, Konzernbetriebsratschef des Flughafenbetreibers Fraport, gegen die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), deren Aufruf zum Streik von 15 bis 22 Uhr am Donnerstag etwa 200 Fraport-Beschäftigte gefolgt sind. Stejskal wirft den Mitarbeitern vom Vorfeld „reinen Egoismus“ vor. „Die Kollegen wären gut beraten, wenn sie sich besinnen“, sagt der Konzernbetriebsrat. „So bricht uns der Flächentarifvertrag auseinander.“

Ist das so ein Konzernbetriebsrat wie bei Volkswagen?

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