Blog: Gruss aus der Küche

Wie Heinz-Christian Strache mein Sauerkraut ruinierte und andere kurze Geschichten

Tobias Müller, 19. Februar 2012, 16:02

Das Sauerkraut macht keinen Spaß, Steakessen in Wien auch nicht immer und den Gruß aus der Küche lieben auch die anderen

Essen und Politik sind niemals zu trennen, Essen und Politiker meist glücklicherweise schon - weswegen Letztere hier eigentlich nicht vorkommen. Heute muss das leider anders sein, weil Heinz-Christian Strache mein Sauerkraut ruiniert hat.

Der Fairness halber muss man sagen: Er hat es nicht absichtlich getan und auch nicht allein. Ich bin ihm auf dem WKR-Ball über den Weg gelaufen, wir sind ins Gespräch gekommen, er hat mir ein paar dumme Dinge erzählt und ich habe darüber geschrieben. Das hat einen solchen Wirbel erzeugt, dass ich zumindest eine Woche zu fast gar nichts gekommen bin, nicht einmal zur täglichen Sauerkraut-Pflege. Bedauerlicherweise war das nun genau jene Woche, in der das Kraut fertig vergoren sein sollte. Statt es also endlich zu essen, habe ich es einige Tage einfach ohne Betreuung weiter im Wohnzimmer stehen gelassen und erst dann für eine weitere Woche in den kalten Keller verräumt, um zumindest die Gärung zu stoppen. Als ich nun vor ein paar Tagen den Deckel wieder öffnete, musste ich feststellen, dass das Kraut angeschimmelt ist.

Nicht jenes, das brav in der Lake lag, aber die Krautstücke, die beim letzten Entfernen der Kamhefe an den Rand gedrückt und aus der Flüssigkeit gehoben wurden. Ich habe sie sonst stets gleich weggewischt, beim letzten Abschöpfen muss ich es vergessen haben. Ich habe testweise etwas Kraut aus der Lake genommen und näher untersucht: Es sieht tadellos aus und riecht auch so, wie man es von Sauerkraut erwartet. Daher habe ich es zu zumindest verkostet - in kleinen Mengen, um etwaige Auswirkungen auf den Verdauunstrakt gering zu halten. Als Hauptbestandteil der Mahlzeit hat aber das Vergleichskraut vom Fleischer meines Vertrauens hergehalten.

Es gibt wohl unzählige Rezepte für Sauerkraut, ich variiere meine Zubereitungsart je nach dem, was ich gerade zur Hand habe. Diesmal ging es so: Zwei nicht allzu große Zwiebeln und Äpfel in nicht zu wenig Gänsefett im schweren Bräter andünsten, ein Kilo Kraut kurz mitbraten und mit etwas Apfelsaft löschen. Mit einem halben Liter Fond aufgießen und bei etwa 170 Grad zugedeckt im Herd eine bis eineinhalb Stunden garen. 

Falls vorgesehen, nach und nach die Fleischbeilagen im Topf mitgaren. Ich habe von Anfang an eine Speckscheibe und zwei Stück Salzfleisch zum Würzen und etwa eine halbe Stunde vor Garende eine Blut- und eine Bratwurst dazugelegt. Die Blutwurst sollte geschält sein, sonst quillt sie irgendwann als unförmige Masse aus der Haut.

Den Bräter herausnehmen und auf dem Herd ohne Deckel die Flüssigkeit reduzieren, etwa 20 Minuten lang. Das Fleisch währenddessen im Rohr warmhalten. Alles aufeinanderhäufen und mit frischem Kren und Senf servieren. Ich habe vor einigen Wochen ein Glas hiervon geschenkt bekommen, was ganz hervorragend zu Speck passt. (Davor habe ich ihn zum kalten Huhn probiert, da ist er mir zu süß.)

Das hier abgebildete Sauerkraut ist das Vergleichskraut vom Fleischer, das eigene wurde nur in sehr kleinen Mengen genossen.

 

Gern würde ich jetzt schreiben: Das selbst gemachte Kraut ist das beste Kraut, das ich je gegessen habe. Leider stimmt das nicht. Es schmeckt sehr mild, um nicht zu sagen ein bisserl fad, nicht schlecht, aber auch nicht besonders aufregend. Das Vergleichskraut war deutlich besser. Das liegt wohl auch daran, dass ich mein Kraut gründlich waschen musste vor dem Verzehr - die Lake war nämlich deutlich zu salzig. Jetzt ist das Waschen des Sauerkrauts bzw. das Mitkochen des Safts eine ewige Streitfrage und die Antwort darauf auch krautabhängig, ich bin aber eher dafür, ihm seinen Saft zu lassen. 

Ich werde den Rest nicht essen, der Schimmel hat mir irgendwie den Appetit darauf verdorben, und so richtig gut ist das Kraut sowieso nicht geworden. Der Versuch war mäßig erfolgreich. Aber Milchsäuregärung, ich komme wieder!

Steak 2.1
Angeregt durch einige Postings unter der Steak-Geschichte war ich vergangene Woche im Artner am Franziskaner Platz. Auf ein Côte de Boeuf, nicht aus den USA, sondern aus Salzburg, vom Simmentaler Biorind, laut Karte sechs Wochen am Knochen trocken gereift. Ich habe im Artner vorher nie Steak gegessen und will nicht über Wiens triste Steaklandschaft schimpfen, ohne sie möglichst genau erkundet zu haben. Aber leider: Fad wars das Fleisch, nicht einmal besonders zart, und sehr gereift hat es auch nicht geschmeckt. Das beste am Essen war das selbst gemachte Ketchup zu den Pommes. Gekostet hat das Stück etwa 60 Euro. Im Franks war das Steak fürs etwa gleiche Geld eindeutig besser.

"Gruß aus der Küche" jetzt auch im "Wiener"
So um die 15.000 Klicks hat dieser Blog jede Woche, mal etwas mehr, mal etwas weniger, je nachdem, ob es um Gänseleber oder rote Rüben geht. Manchen Lesern gefällt er überhaupt nicht, anderen schon - am allerliebsten aber haben ihn offensichtlich die Kollegen von der Monatszeitschrift "Wiener". Zumindest der Name hat ihnen so gut gefallen, dass sie ihre neue Kochkolumne auch "Gruß aus der Küche" genannt haben. Weil ich mich über jeden Fan freue, an dieser Stelle also dafür ein herzliches Danke.

Willkommen auf der Biofach
Die Biofach in Nürnberg ist laut Eigenangaben die weltweit größte Messe für Bioprodukte, vergangenen Donnerstag durfte ich einen Tag dort verbringen. Etwa 2.000 Aussteller aus der ganzen Welt sind auf der Messe vertreten.

Wenn es nach dem Wunsch der Leute im Bildhintergrund geht, gibt es bald Biomilch aus der inneren Mongolei in Osteuropa zu kaufen. Im Sunkist-artigen Tetrapack. Die Firma, für die sie arbeiten, gehört zu den größten Milchproduzenten Chinas und hat 30.000 Mitarbeiter. Auf der Biofach stellte sie zum ersten Mal aus und versuchte Kontakte zu knüpfen. Der Andrang war enden wollend.

Zum Vergleich: Auf der größten Lebensmittelmesse der Welt, der Anuga, sind es etwa 6.500. Das ist ein recht beachtliches Verhältnis, wenn man bedenkt, dass nicht einmal ein Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet wird. Hier gibt's viele viele Zahlen.  --> PDF zum Download

Indien will groß in den Biomarkt eingesteigen und bald Produte um eine Milliarde Euro pro Jahr exportieren. Der Herr auf dem Bild etwa vertritt 5.000 Bauern und hält das Milliarden-Ziel für realistisch.

(derStandard.at, 19.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 189
1 2 3 4 5
GG_32
00
21.2.2012, 16:50

Machen Sie doch Nußpüree mit Dill, das ist auch strachekompatibel.

http://www.youtube.com/watch?v=wGPGSyCreJA

steter Topfen höhlt das Sein
05
21.2.2012, 15:01
so. und jetz poschts.

ein lügen verbreitendes, beschränktes und asoziales weil ausländerfeindliches schw3!n in der politischen landschaft österreichs zu sein geht ja vielleicht noch.
aber wenn einer sauerkraut ruiniert werd ich rabiat.

Blixen1
72
21.2.2012, 14:36
Frage

wird man für so ein sinnfreies Geschreibsel auch bezahlt ????

running gnu
10
21.2.2012, 11:23

Der Verfasser dieses Artikels ist Schuld dass gerade mein Schnitzel verbrannt ist!! Dieser Artikel ist frei von jedem Sinn!!

Quintus Beckloeffel
11
20.2.2012, 15:11

Krauts-Zores ...

thorberg
37
20.2.2012, 14:31

Blödsinn hoch drei. Mehr fällt mir zu diesem Artikel
nicht ein.

Cayenne69
412
20.2.2012, 14:14

wtf did i just read ?

notsure
510
20.2.2012, 13:15
worst article ever...

sinnfreier gehts echt nimmer,..
VERY BAD!

gomey
22
20.2.2012, 12:00

ohne den artikel zu ende gelesen zu haben frage ich mich: was macht der herr müller denn am wkr ball? o_O

fällt doch irgendwie unter sskm

Standardabweichung
00
20.2.2012, 15:42

Keine Zeitung gelesen in letzter Zeit ? Das war doch in allen Medien.

zimbo
 
04
20.2.2012, 12:13
Würschtel ?

Joe 3x3
02
20.2.2012, 11:37
zu tode kochen?

alles zusammen knapp 2 stunden kochen, davon 60-90 minuten bei 160° im backrohr? klingt fürchterlich!

man braucht sauerkraut nicht unbedingt waschen, etwas zucker karamelisieren und das kraut da rein - gibt einen wunderbaren geschmack sowie etwas farbe.
einen apfel reinreiben, wacholderbeeren müssen dazu, 30 min köcheln lassen, ansonsten nach bedarf flüssigkeit nachschütten, würzen nach gusto und fertig.
ich möchte das kraut schmecken, nicht so eine zerkochte masse fürs altersheim ....

meresi
00
22.2.2012, 10:19
die farbe und der geschmack im kraut kommt durch etwas anderes zustande

habs irgendwo schon erwähnt...aber es will eh keiner wissen...und ja wenn man kraut selber macht dann hat man gefälligtst darauf zu achten das beim gärungsprozess alles richtig abläuft...never blame your tools...im weitesten sinne

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
20.2.2012, 12:58
das klassische gschmalzene Kraut

gehört aber SCHON länger (leise) gekocht, und abgekühlt und aufgewärmt.
Wird wunderbar cremig, trotzdem haben einzelne Krautfäden immer noch leichten Biß.

Léonor de Guzman
01
20.2.2012, 11:11
könnte der Standard

bitte das bild von der ersten Seite der HP entfernen, ich bekomm dauernd an hunger wenn ichs seh.......

Block Bauer
318
20.2.2012, 10:49
Dieser Artikel ist eine Zumutung und würde wohl zum Villacher Fasching paßen!

Wie Heinz-Christian Strache mein Sauerkraut ruinierte ....

Wir haben soeben einen neuen Tiefpunkt im Journalismus bzw. eine neue Dimension des Schwachsinnes erreicht.

1 besorgter Bürger
00
21.2.2012, 00:10
fast

hätt ich jetzt ein 'unnötig' gegeben, dabei hab ich aber nicht an das posting gedacht ...

johann weissmueller
20
20.2.2012, 10:29

wenn ich sechs wochen gereift lese, weiß ich leider schon, dass ich besch...werde. das wird jeder, der von kochen und fleisch eine ahnung hat, bestätigen. heißt übersetzt wohl eher: sechs wochen gemütlich auftauen lassen...

Poldi Fesch
00
20.2.2012, 13:36
der Ahnungslose

bist eher du

Das Furunkel auf der Rübe
33
20.2.2012, 10:24
Strache for Chanceler!

Bonobo
00
20.2.2012, 15:57
you now it?

Beatles: With a little help from my friends!
DailySoap: Six feet under...

DieUschi
11
20.2.2012, 11:33

bin ich der einzige der nicht ganz versteht wie es strache in die überschrift geschafft hat?

Standardabweichung
00
20.2.2012, 15:44

Der Autor des Artikels ist derselbe, der Strache's Jundesager publiziert hat.

Kampfsoletti
19
20.2.2012, 11:53
bringt klicks ;)

ohne Strache könnens die Anzahl der Leser sicher halbieren.

Das Furunkel auf der Rübe
10
20.2.2012, 11:38
So isses!

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