Zuwanderung

Bisher 1.000 Anträge auf Rot-Weiß-Rot-Card

19. Februar 2012, 15:25
  • Artikelbild
    foto: dpa/oliver berg

    Schlüsselkräfte sind Nummer eins, Hochqualifizierte machen nur einen kleinen Teil der Antragssteller aus

Russen und Bosnier auf den ersten Plätzen - Bisher 877 Bewilligungen und 241 Ablehnungen

Wien - Seit Juli 2011 können Nicht-EU-Bürger, die in Österreich einen Job annehmen wollen, die sogenannte "Rot-Weiß-Rot-Card" beantragen.

Bis Mitte Februar haben dies laut Sozialministerium mehr als 1.000 Menschen versucht. 1.118 Zuwanderungswillige haben sich beworben, davon wurden 241 Anträge abgelehnt. 

Warenherstellung Top-Branche

An Schlüsselkräfte wurde mit 645 Rot-Weiß-Rot-Cards der größte Anteil vergeben. Am häufigsten wurde im Bereich Warenherstellung (181) eine Arbeitsbewilligung erteilt, etwa an Elektrotechniker. Architekten, Bautechniker und Unternehmensberater stellen mit dem Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen hinter den Warenherstellern die zweithäufigste Branche (169). Auch Softwareentwickler und Programmierer sind offenbar gefragt, der Sektor Information und Kommunikation (94) liegt auf Platz drei der Branchenwertung. Dahinter folgen die in den ersten Monaten größte Gruppe der Sportler und der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Die Zahl der Besitzer einer Rot-Weiß-Rot-Card dürfte ab Mai noch einmal deutlich steigen, da dann auch Bewilligungen für Mangelberufe erteilt werden.

Außerdem bekamen 115 Studienabsolventen Karten und 63 erhielten die sogenannte Bluecard, die gemäß EU-Vorgaben zu vergeben ist. 54 Anträge von Hochqualifizierten wurden bewilligt.

Was die Nationalität anlangt, wurden die meisten Karten an Russen vergeben, nämlich 102. Knapp dahinter liegt Bosnien-Herzegowina (101), auf den Plätzen drei und vier folgen die USA (93) und Kroatien (87). Auch die Ukraine, Kanada, Indien und China zählen zu den Top Ten.

Qualifikation zählt

Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung in Österreich. Um diese Bewilligung zu erhalten, gibt es unterschiedliche Punktetabellen für Schlüsselkräfte und Hochqualifizierte. Bei ersteren kann man maximal auf 75 Punkte kommen, 50 reichen für eine positive Bewilligung. Die meisten Punkte kann man über die Qualifikation holen, maximal 30 bei Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums. 15 Punkte gibt es für Deutsch- und Englischkenntnisse.

Bei den besonders hoch qualifizierten Arbeitskräften benötigt man 70 von 100 Punkten, wobei auch hier über die Ausbildung der höchste Bonus zu lukrieren ist. Größter Vorteil für diese Gruppe: Die Antragsteller müssen im Gegensatz zu den Schlüsselkräften (und später den Zuwanderungswilligen in Mangelberufen) keinen fixen Arbeitgeber vorweisen, sondern können sich ein halbes Jahr frei nach einer adäquaten Beschäftigung in Österreich umsehen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2
pyt
00
26.2.2012, 12:07
eigentlich...

ist es ja nicht neu, dass ausländer als schlüsselkräfte oder sonstiges nach österreich arbeiten kommen, es wurde nur das system umgestellt.
dass sich arbeitgeber was ersparen wollen, funktioniert auch nicht ganz, denn bei schlüsselkräften ist eine voraussetzung zur erteilung, dass die ausländer beim künftigen arbeitgeber mind. 50% von der höchstbeitragsgrundlage - also EUR 2115 - bekommen.
theoretisch dürfte bei schlüsselkräften außerdem auch kein im inland ansässiger arbeitssuchender, der bereit und fähig ist, zur verfügung stehen.

lisa magie
00
22.2.2012, 21:04
ist der artikel zynisch gemeint?

auf mich wirkt die wortwahl entweder absichtlich überspitzt oder bar jedes fingerspitzengefühls.
da gehts um arbeitserlaubnis, nicht um germany's next topmodel.

Seria
53
20.2.2012, 18:56

ob nach Kärnten auch wer geht? Da wären Intellektuelle es am nötigsten um das Niveau aufzumöbeln.
Das Problem ist aber nicht neu: schon um 1900 waren in Kärnten mit Abstand die Meisten Analphabeten im Vergleich mit den jetzigen Bundesländern

Ein Mann der alten Schule
02
20.2.2012, 17:01
na da kommt ja die Crème de la Crème...

Mein Grossvater hiess Israel Blank
11
20.2.2012, 15:33
hoffentlich werden hoechstens null aufgenommen.

Mostbluzza
01
20.2.2012, 13:15
das sind die mittelschichtler oder die es werden wollen ?

die reichen ausländer werden gleich staatsbürger ...

supermike
00
20.2.2012, 11:02
Warum gibts nicht genug qualifizierte österr Fachkräfte ? Haben wir ein unzureichendes Bildungssystem ?

hosenwurm
00
20.2.2012, 14:23

Von weniger als 1.000 Hansln auf sowas zu schließen is ein bissl weit hergeholt. Selbst wenns so ist.

keywords
00
20.2.2012, 11:11

ist die frage ernst gemeint?

Schwingschnelle
02
20.2.2012, 12:02

Die Frage hab ich mir aber auch gestellt. Wir haben 360000 Arbeitslose, und da soll Elektrotechniker ein Schlüsselberuf sein?

cannery row
00
20.2.2012, 15:35
bei den einheimischen arbeitlosen..

funktioniert das lohndumping nicht so gut. oder denken sie wirklich, dass man in österreich keine arbeitskräfte für diese stellen fände?

Reich sein muss sich lohnen!
00
20.2.2012, 15:18
"Elektrotechnik" kann halt auch viel sein

Das gibt es als Lehrberuf, kann man aber auch Studieren.

Und dazwischen gibt es noch Fachschulden, HTL, und jede menge Kurse...

supermike
00
20.2.2012, 12:15
Elektrotechniker ein Schlüsselberuf

Hat mich auch gewundert.
Bei hochqualifizierten Berufen seh ich es ein aber doch nicht die genannten.
Oder die Arbeitslosen sind bei uns wirklich so schlecht ausgebildet bzw haben keine Lust auf Bildung und Arbeit - ich kenn selbst solche Experten.

Schwingschnelle
01
20.2.2012, 12:26

Ich will ja nicht bestreiten daß es einen gewissen "Bodensatz" gibt, der aus verschiedensten Gründen nicht mehr will oder kann, aber das sind sicher nicht mehr als 20% der Arbeitslosen. Ok ein guter Teil fühlt sich vielleicht auch vom Steuersystem ausgebeutet und sch..ßt drauf, aber das könnte man schön lange ändern, das was jetzt wieder gemacht wird unterstützt die Arbeitslosen in Ihrem Frust, und letztlich Kanzler HatsChi.

supermike
13
20.2.2012, 13:54
Rot-Weiß-Rot-Card

Wenns tatsächlich einen Facharbeitermangel gibt und die arbeitslosen Inländer nicht qualifiziert sind bzw nicht arbeiten wollen ist es völlig ok wenn man arbeitswillige Ausländer reinholt.
Nur wie du schon geschrieben hast: alle Arbeitslosen sind bestimmt nicht arbeitsunwillig - ich vermute mit solchen Programmen unterstützt man wieder nur Betriebe, die preiswertere Arbeiter reinholen wollen.

Was lustiges am Rande: ich kenne einige wirklich hoch qualifizierte Techniker die nur mehr Anstellungen über Leiharbeitsfirmen bekommen weil die meisten keine Entwickler und Techniker mehr fest anstellen. Der sichere Arbeitsplatz für Familiengründung, Hausbau etc wird wohl immer seltener.

Ergates faber
15
20.2.2012, 09:53
Es gäbe genug qualifizierte Österreicher und...

Nicht-Österreicher in Österreich. Die sind der Wirtschaft halt zu teuer. Eigentlich sollten alle Arbeitslosen einen Antrag auf die Rot-Weiß-Rot-Card stellen. Anträge müssen ja bearbeitet werden - dann überlegt man sich so einen Blödsinn vielleicht.

Hepkat
44
20.2.2012, 09:19

Wäre ich qualifizierter Akademiker aus Indien oder China oder wo auch immer, warum sollte ich einen Antrag auf diese sogennante "Rot-Weiß-Rot" Karte stellen?

Die USA geben mir und meiner ganzen Familie eine "Greencard" problemlos, mit der ich (außer Wahlrecht) mit allen Amerikanern sofort gleichgestellt bin. Ich werde von der Gesellschaft sofort akzeptiert und meine Familie wird nicht mit "Dahem statt Islam" Plakate begrüßt. Und nach 5 Jahre bekomme ich und meine ganze Familie die amerikanische Staatsbürgerschaft, auch Problemlos.

Noch einmal, warum sollte ich mich für die Rot-Weiß-Rot Karte überhaupt interessieren?

Christian Berger
11
22.2.2012, 22:06

wenn Sie meinen in Amerika sei alles besser, dann habe ich eine Frage.
Warum sind Sie dann noch hier?

Hepkat
00
22.2.2012, 22:35

Was meinen Sie mit "besser"? Das ist ein sehr subjektives Wort.

ooo44
00
21.2.2012, 09:18

Mußt ja nicht...

Mostbluzza
02
20.2.2012, 13:18
sie waren schon mal drüben?

Gerry Mander
11
20.2.2012, 12:21
weils nur eine begrenzte anzahl greencards im jahr gibt

man schon einiges vorweisen muss um in die engere auswahl zu kommen, aber sie dann sicher mit den anderen amerikanern glechgestellt sind, dh. krankenversicherung, pensionsvorsorge, kindergeld usw....müssen sie sich selber drum umschaun. Aber es hält sie niemand zurück.

Feuergeist
 
21
20.2.2012, 09:47
Weil man vielleicht nicht in den USA leben will?

hans wurst
 
15
20.2.2012, 09:24
Träumer

in den USA ist niemand ausländerfeindlich, und die Greencard wird verschenkt.
Ach ja, Zuckerwatte gibt's auch auf jeder Polizeistation. Gratis.

Hepkat
21
20.2.2012, 12:02

"in den USA ist niemand ausländerfeindlich, und die Greencard wird verschenkt."

Genau so ist es (zumindest im Vergleich mit Europa!).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.