Russen und Bosnier auf den ersten Plätzen - Bisher 877 Bewilligungen und 241 Ablehnungen
Wien - Seit Juli 2011 können Nicht-EU-Bürger, die in Österreich einen Job annehmen wollen, die sogenannte "Rot-Weiß-Rot-Card" beantragen.
Bis Mitte Februar haben dies laut Sozialministerium mehr als 1.000 Menschen versucht. 1.118 Zuwanderungswillige haben sich beworben, davon wurden 241 Anträge abgelehnt.
Warenherstellung Top-Branche
An Schlüsselkräfte wurde mit 645 Rot-Weiß-Rot-Cards der größte Anteil vergeben. Am häufigsten wurde im Bereich Warenherstellung (181) eine Arbeitsbewilligung erteilt, etwa an Elektrotechniker. Architekten, Bautechniker und Unternehmensberater stellen mit dem
Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen hinter den
Warenherstellern die zweithäufigste Branche (169). Auch
Softwareentwickler und Programmierer sind offenbar gefragt, der Sektor
Information und Kommunikation (94) liegt auf Platz drei der
Branchenwertung. Dahinter folgen die in den ersten Monaten größte Gruppe
der Sportler und der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.
Die Zahl der Besitzer einer Rot-Weiß-Rot-Card dürfte ab Mai noch einmal
deutlich steigen, da dann auch Bewilligungen für Mangelberufe erteilt
werden.
Außerdem bekamen 115 Studienabsolventen Karten und 63 erhielten die sogenannte Bluecard, die gemäß EU-Vorgaben zu vergeben ist. 54 Anträge von Hochqualifizierten wurden bewilligt.
Was die Nationalität anlangt, wurden die meisten Karten an Russen vergeben, nämlich 102. Knapp dahinter liegt Bosnien-Herzegowina (101), auf den Plätzen drei und vier folgen die USA (93) und Kroatien (87). Auch die Ukraine, Kanada, Indien und China zählen zu den Top Ten.
Qualifikation zählt
Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung in Österreich. Um diese Bewilligung zu erhalten, gibt es unterschiedliche Punktetabellen für Schlüsselkräfte und Hochqualifizierte. Bei ersteren kann man maximal auf 75 Punkte kommen, 50 reichen für eine positive Bewilligung. Die meisten Punkte kann man über die Qualifikation holen, maximal 30 bei Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums. 15 Punkte gibt es für Deutsch- und Englischkenntnisse.
Bei den besonders hoch qualifizierten Arbeitskräften benötigt man 70 von 100 Punkten, wobei auch hier über die Ausbildung der höchste Bonus zu lukrieren ist. Größter Vorteil für diese Gruppe: Die Antragsteller müssen im Gegensatz zu den Schlüsselkräften (und später den Zuwanderungswilligen in Mangelberufen) keinen fixen Arbeitgeber vorweisen, sondern können sich ein halbes Jahr frei nach einer adäquaten Beschäftigung in Österreich umsehen. (APA)