Regierung kündigte Finanzhilfen für Bevölkerung an

19. Februar 2012, 10:03
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Jede Familie soll umgerechnet 1.200 Euro erhalten

Tripolis - Die libysche Übergangsregierung hat angesichts des wachsenden Unmuts über den stockenden Wiederaufbau finanzielle Hilfe für die Bevölkerung angekündigt. Jede Familie erhalte eine Zahlung von umgerechnet rund 1.200 Euro, sagte Ministerpräsident Abdul Raheem al-Keeb in einer Fernsehansprache am Samstagabend. Familien, die Angehörige im Kampf gegen den langjährigen Machthaber Muammar Gaddafi verloren haben, sollen zudem eine monatliche Sonderzuwendung erhalten. Ehemalige Rebellen-Kämpfer, die keine Arbeit fänden, erhalten demnach eine Zahlung für das vergangene Jahr und die ersten beiden Monate 2012. Auch Studenten sollen finanzielle Unterstützung erhalten.

Am Freitag hatte Libyen den ersten Jahrestag des Volksaufstands gegen Gaddafi gefeiert. Zwar hat sich die Lage nach dem Sturz Gaddafis für viele Libyer verbessert. Doch der Aufbau eines demokratischen Staates erweist sich als schwierig. Auch gelang es noch nicht, die zahlreichen Milizen in Polizei und Armee einzugliedern. Zuletzt wuchs die Unzufriedenheit, und Teile der Bevölkerung forderten raschere Fortschritte.

Auch konnte die Übergangsführung ihre Autorität noch nicht in jeden Winkel des Landes ausdehnen. Dieses Machtvakuum haben Milizen ausgefüllt. Deren bis an die Zähne bewaffnete Kämpfer beteuern zwar ihre Loyalität zu der neuen Führung, im Zweifel hören sie aber nur auf ihre Kommandanten, die oft genug mit anderen Milizenchefs um Macht und Einfluss konkurrieren. So kam es zuletzt im Südosten des Landes bei Gebietsstreitigkeiten zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Stämmen. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet. Die Regierung entsandte am Wochenende weitere Truppen in die Region, um die Gewalt zu beenden. (APA)

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