Asylwerber in Österreich

Zahl der Anträge erneut stark gestiegen

19. Februar 2012, 08:49

1.312 Personen aus 61 Staaten stellten laut Innenministerium im Vormonat einen Asylantrag in Österreich - Im Vergleich zum Jänner 2011 stieg die Zahl der Ansuchen damit um 49 Prozent

Wien - Der Zustrom von Asylwerbern nach Österreich hält an, die Zahl der Anträge ist im Jänner 2012 erneut deutlich nach oben geklettert. 1.312 Personen aus 61 Staaten stellten laut Innenministerium im Vormonat einen Asylantrag in Österreich. Im Vergleich zum Jänner 2011 stieg die Zahl der Ansuchen damit um 49 Prozent. Gegenüber Dezember 2011 gab es ein Plus von immerhin 4,6 Prozent.

Bis Ende Jänner 2012 wurden 1.171 Asylverfahren rechtskräftig entschieden. 232 Personen erhielten Asyl und 116 Personen subsidiären Schutz in Österreich. 791 Asylanträge wurden im Jänner abgelehnt. Die meisten Anträge stellten wie im Vorjahr Afghanen und danach Russen. Die drittmeisten Ansuchen kamen von Algeriern, wobei allerdings kein einziges erfolgreich war. Die Anträge von Iranern, Syrern und Somaliern wurden hingegen mehrheitlich anerkannt. Beschleunigt wurde trotz des Mehranfalls die Abarbeitung der Asylverfahren. Ende Jänner gab es 20.368 offene Verfahren, vor einem Jahr waren es 20.610. Zum Vergleich: vor fünf Jahren betrug der Rucksack noch 33.886 Fälle.

Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP) will wegen der zunehmenden Belastung für die Betreuungseinrichtungen eine Neuordnung der Grundversorgung durchsetzen, denn in den Erstaufnahmezentren des Bunds in Traiskirchen bzw. Thalham wird es langsam eng. Um etwa die Vereinbarung zwischen dem Land Niederösterreich und dem Innenministerium wieder einhalten zu können, will die Innenministerin rückwirkend die Zuwendungen für Quartiergeber von 17 auf 19 Euro pro Nacht und Person erhöhen, um zusätzliches Raumangebot schaffen zu können.

Unterdessen beginnt die Rot-Weiß-Rot-Card Wirkung zu entfalten. Laut neuester Statistik des Sozialministeriums wurden bereits mehr als 1.000 Anträge gestellt. Mit dem Stand 16.2.2012 hatten sich exakt 1.118 Zuwanderungswillige beworben, nur 241 davon wurden abgelehnt. Der größte Teil der Karten ging an Schlüsselkräfte, erst 54 Anträge von Hochqualifizierten wurden bewilligt. Was die Nationalität anlangt, wurden die meisten Karten an Russen vergeben, nämlich 102.

Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung in Österreich. Um diese Bewilligung zu erhalten, gibt es unterschiedliche Punktetabellen für Schlüsselkräfte und Hochqualifizierte. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 112
1 2 3
Vera Rschung
 
10
25.2.2012, 14:05
Asylanwalt sollt' man sein!

das ist fix
25
20.2.2012, 20:05
ich verstehe das nicht -

in den medien wird immer behauptet, dass österreich so fremdenfeindlich sei - und trotzdem kommen so viele aus den demokratischen und freien staaten DE, CZ, SK, HU, SL, IT, CH und FL zu uns

Frühlingsrolle
33
20.2.2012, 23:44

lies ein bisschen im krone-forum oder auf der facebook-seite von HC-Flasche nach, dann weißt du wie rassistisch zumindest ca. 1/3 der österreicherInnen sind...

das ist fix
13
25.2.2012, 10:49
warum

kommen wirklich so viele aus den demokratischen und freien staaten nach österreich?

DirtyHarry
14
20.2.2012, 19:55

Obwohl es bei uns - ach so schrecklich sein soll - und wir ausschließlich von sicheren Staaten umgeben sind, kommen trotzdem so viele zu uns.

Mann40
26
20.2.2012, 09:20

mit einem Wort: Österreich hat offenbar mit 61 ! Ländern eine gemeinsame Aussengrenze.

erxxich
02
23.2.2012, 16:36
Zusätzlich eine sauschlechte Zuwanderungs- uns Asylpolitik !!!!

Dazu noch viele Rechtsverdreher und Vereine, die dies ausnützen, Verfahren 20 mal verzögern/beeinspruchen und damit viel Geld machen !!!

Vera Rschung
 
00
25.2.2012, 14:04
Verfahren 20 mal verzögern/beeinspruchen

Weshalb ein großer Teil unserer Juristen im öffentlichen Dienst - vom einfachen Rechtsmittelbearbeiter bis zum VfGH-Richter - schon nur noch mit Asylfragen beschäftigt ist, und der gewöhnliche Bürger mit seinem Rechtsanliegen zusehends auf der Strecke bleibt.

Seadelaere
24
20.2.2012, 02:29
Straches Hetzerei zeigt wirkung

immer mehr asylsuchende glauben das bei uns das paradies für sie ist.

sensibel
54
19.2.2012, 21:11
kommt bald die tägliche asylstatistik?

warum hat das innenministerium in zeiten, in denen die asylantragszahlen stark gesunken sind, nur einmal pro jahr eine meldung rausgeschickt, und jetzt, wo die antragszahlen (auf noch immer vergleichsweise niedrigem niveau) steigen, kommt einmal pro monat eine "zustroms"-meldung raus? will da jemand im bmi der fpö in die hände spielen?

Erich Hametner
 
11
20.2.2012, 22:26
Vom "rechtsfreundlichen" BMI ist Nichts anderes zu erwarten!

Was soll das? Die Zahlen von einem Monat sind doch überhaupt nicht relevant! Am Ende des Jahres weiß man, ob die Zahl tatsächlich angestiegen ist oder nicht.

Aber bei den ansteigenden Grauslichkeiten auf der ganzen Welt (siehe Unruhen in der Arabischen Welt) wundert es mich ja nicht, wenn die Zahlen ebenfalls in die Höhe gingen.

Hellcat
06
20.2.2012, 08:11

Das Innenministerium veröffentlicht die Zahlen allmonatlich hier, seit vielen Jahren:
http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_A... start.aspx

Frühlingsrolle
11
20.2.2012, 23:48

ja, berechnet wird die zahl monatlich...
aber nicht jedes monat wird die zahl medial an die große glocke gehängt. da hat der vorposter recht

HU
 
01
23.2.2012, 16:16
Äh, was die Medien melden

kann das BMI nur sehr bedingt beeinflussen

Spooky Mabook
40
19.2.2012, 20:39
Kriterien Katalog zur rot weiß rot Karte

http://tinyurl.com/73qnnuc

Ich finde es lustig, wie beim Zuzug der Familie nur für besonders hochqualifizierte und ähnliche (Definition lesen am Anfang) die Angehörigen keine Deutsch Kenntnisse verpflichtend sind. Generell halte ich diese Karte für Pfusch. Am besten soll der/die Antragsteller/in unter 30, DDr. Mit vielen Jahren Berufsausbildung sein. Am liebsten haben wir noch jemanden der über 50k im Jahr verdient hat. Und es ist egal wie viele sprachen er/sie spricht. Hauptsache englisch ist dabei.

Chi-Unit
412
19.2.2012, 18:43
das Recht hinkt nach

stammt der Grundgedanke des Asylrechts doch noch aus einer Zeit bevor es zu einer Goldgrube fuer mafoese Taetigkeiten wurde; Menschen, die wirklich Hilfe brauchen schaffen es erst gar nicht so weit. Von der Problematik mit der groessten Exil-Tschetschenencommunity der Welt ganz zu schweigen.

Keyser
10
20.2.2012, 09:14

Stimmt nicht, an Änderungen wird ständig gearbeitet - um sie den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Das die Regelungen aus dem Jahr Schnee stammen, hat ja per se noch nichts zu sagen, da bei der Beurteilung über ja / nein zum beantragten Status als anerkannter Flüchtling / Asylant / subsidiär Schutzberechtiger - oder was auch immer, durchaus auch andere Kriterien in Betracht gezogen werden.

Zudem liegt es an den Ländern, was sie an Vorschlägen vom UNHCR umsetzen wollen, und was nicht. Das nicht nur Rahmenbedingungen, sondern durchaus auch Änderungen von bestehenden Gesetzen und deren Anpassung, anbelangt. Vor allem in Sachen Gesetze müsste in Österreich vieles verbessert werden, da zZt. den Asylwerbern klare Nachteile entstehen.

Chi-Unit
03
20.2.2012, 10:13
deswegen rede ich auch vom Grundgedanken

der mittlerweile pervertiert wurde. Lesen sie doch mal ein paar höchstgerichtliche asylrelevante Entscheidungen und sie werden merken, wie viel es braucht, um letztlich abgeschoben zu werden. Bzw. wie das Schema abläuft - die Leute wissen genau, was sie sagen müssen und spulen das ab wie ein auswendig gelerntes Gedicht. Das Traurigste daran ist, dass die Leidtragenden die wirklich Asylbedürftigen sind; aber wie gedsagt, zumeist schaffen die es gar nichte rst so weit.

Keyser
00
20.2.2012, 09:15

Hier ein aktuelles Positionspapier dazu -> http://www.unhcr.at/fileadmin... 011_1_.pdf <-

Chi-Unit
05
20.2.2012, 10:17
wirklich - UNHCR?

das ist der Verein, der von Österreich verlangte, mehr Tschetschenen anzuerkennen - bei einer Anerkennungsrate von 80% (in Europa unerreicht); eben jener Verein, der nicht anzuerkennen scheint, dass Asyl nur Sinn macht, wenn man es den Kapazitäten des Aufnahmelandes entsprechend zugesteht.

jaae
63
19.2.2012, 17:43
Starker Anstieg?

Schräger Journalismus: Anfang Jänner wurde berichtet, dass die Asylanträge 2011 "stark gestiegen" sind (um 30%, http://news.orf.at/stories/2097692 ). Jetzt titelt die APA, die Anträge seien "erneut stark gestiegen", man mag also glauben, es gebe nochmal 30% mehr Anträge. Tatsächlich gab es im Jänner aber nur um 4.9% mehr Anträge als im Dezember, in absoluten Zahlen sind das 58.

Der starke Anstieg zeigt sich nur im Vergleich zu Jänner 2011 (49%). Inwiefern ist das ein "erneuter Anstieg"? Das ist doch einfach nur die Fortzeichnung eines Trends aus 2011.

sensibel
30
19.2.2012, 21:03

ja, der österreichische minimaljournalismus geht den propagandamedlungen des innenministeriums (die in wahrheit nur der fpö nutzen) auf den leim...denn auch die knapp 1000 bewilligten rot-weiß-rot-karten sind ein extrem niedriger wert für einen zeitraum von mehr als einem halben jahr!

waldenoderlebenindenwäldern
 
27
19.2.2012, 18:08
Mögen Sie jetzt den Trend

oder nicht!?.
Setzt sich dieser Trend fort wird das in 20Jahren unschöne Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben und die Finanzen haben.Wobei es ja schon heute um diese Dingenicht gerade harmonisch zugeht.
Auf den kommenden Ansturm der verarmten Griechen und den dort lebenden noch ärmeren Flüchtlingen die via Türkei ins Land kamen und zu mindestens 100000 Menschen dort vegetieren können wir uns schon einstellen.
Ich finde es nicht so toll.
Nach dem Finanztsunami der Menschentsunami ,da werden nicht viele unversehrt davonkommen.Ethik ist eines,vorhandene(nicht) Mitteln die andere Seite.

jaae
61
19.2.2012, 18:42

Wer mag schon steigende Asylzahlen? Bedeuten die doch, dass es mehr Menschen in ihren Herkunftsländern so dreckig geht, dass sie flüchten müssen. Nein, ich mag den Trend nicht.

Ich mag aber auch die Panikmache in ihrem Posting nicht, wo sie flüchtende Menschen mit einer Naturkatastrophe gleichsetzen. Wir ertrinken noch lange nicht in Flüchtlingen, nur müssen wir eben anfangen diese (hauptsächlich jungen) Menschen als Potential und nicht als Bedrohung zu sehen.

Hellcat
010
19.2.2012, 20:32

Steigende Asylzahlen in Österreich bedeuten nicht unbedingt, dass es mehr Menschen in ihren Herkunftsländern so dreckig geht.
Der Anstieg lag im letzten Jahr gegenüber 2010 EU-weit bei 9%, in Österreich bei 31%.
Die +9% EU-weit würde ich darauf zurückführen, dass die Passage übers Mittelmeer aus Tunesien und Libyen im Jahr 2011 grossteils problemlos möglich war, im Jahr 2010 nicht.
Die +31% in Österreich (ausgehend von einer bereits im Jahr 2010 extrem hohen Belastung mit Asylwerbern im EU-Vergleich), sind das Ergebnis der österreichischen Asylpolitik.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 112
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.