Wieder Gewalt bei Demonstrationen

18. Februar 2012, 19:54
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Opposition setzt Kundgebungen gegen Präsident Wade fort

Dakar - In der senegalesischen Hauptstadt Dakar ist es am Samstag erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Hunderte Jugendliche versuchten auf den Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum zu gelangen, der von Sicherheitskräften abgeriegelt wurde. Die Polizei errichtete Straßensperren, einige Demonstranten warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein. Das Oppositionsbündnis M23 hatte zu den Demonstrationen am Wochenende aufgerufen, um gegen eine Wiederkandidatur von Staatspräsident Abdoulaye Wade bei den Wahlen am 26. Februar zu protestieren. Seit Juli 2011 sind alle Demonstrationen im Geschäfts- und Regierungsviertel von Dakar behördlich verboten.

In der Stadt Kaolack im Westen des Landes erlag ein Mann seinen Verletzungen, die er bei einer Demonstration am Freitag davongetragen hatte. Dort waren Menschen aus Protest gegen die Schändung einer Moschee in Dakar durch eine Tränengasgranate der Polizei auf die Straße gegangen. Der Mann wurde nach Informationen von örtlichen Journalisten bei der Demonstration selbst von einer Tränengasgranate getroffen.

Die Opposition hat mit massivem Widerstand gegen den 85-jährigen Präsidenten Abdoulaye Wade gedroht, dem das Oberste Gericht gestattet hatte, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, obwohl die Verfassung nur eine einmalige Wiederwahl zulässt. Die Beschränkung auf zwei Amtszeiten war erst 2001 festgelegt worden, als Wade bereits Staatschef war. Deshalb darf seine erste Amtszeit aus seiner Sicht nicht mitgezählt werden.

Gegen Wade treten Ousmane Tanor Dieng (65) von der Sozialistischen Partei der früheren Präsidenten Léopold Sédar Senghor und Abdou Diouf, der 72-jährige Ex-Premier Moustapha Niasse als Kandidat der Oppositionskoalition "Benno Siggil Senegal", und Idrissa Seck (52), ebenfalls Ex-Premier und Chef der Partei "Rewmi", an. Die Kandidatur des Musikers Youssou N'Dour (52) wurde vom Verfassungsgericht abgelehnt. (APA/AFP)

 

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